Neue World Rally Cars: Hybrid ja, aber jetzt noch nicht

FIA-Präsident Jean Todt fordert die Einführung von Hybridtechnik, doch die Hersteller treten auf die Bremse. Dafür hat man gute Gründe.

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FIA-Präsident Jean Todt fordert die Einführung von Hybridtechnik, doch die Hersteller treten auf die Bremse. Dafür hat man gute Gründe.

Sein Besuch bei der Rallye Korsika nutzte FIA-Präsident Jean Todt um seine Ideen für die künftige Ausrichtung der World Rally Cars mitzuteilen. Natürlich würde der mächtige Franzose den Antrieb gerne elektrifizieren, um dem aktuellen Zeitgeist Rechnung zu tragen. Geht es nach Todt, dann soll bereits die nächste Generation der World Rally Cars, die ab 2020 an den Start rollen wird, mit einem Hybridantrieb ausgerüstet sein. 

Die Worte von Todt versetzten die Hersteller in entsprechende Aufregung, denn im Servicepark herrscht größte Zufriedenheit über das aktuelle Reglement. Die neuen Autos sehen spektakulär aus, sind schnell und haben die Sicherheit auf ein neues Niveau gebracht. Der Blick auf die Ergebnislisten zeigt auch, alle Autos sind konkurrenzfähig und erzeugen in der Topliga eine nie dagewesene Spannung. Deshalb sollte sich vorerst auch wenig am Reglement ändern.

Doch das Wort von Todt hat Gewicht. Das wissen alle Beteiligten. Zu lange darf man die Geduld des FIA-Chefs nicht strapazieren. Spätestens die übernächste Generation der Autos, die 2023 kommen wird, soll dann über einen Hybridantrieb verfügen. Nicht nur um Todt zufrieden zu stellen, sondern auch, um die Rallye-WM für neue Hersteller interessant zu machen.

„Natürlich müssen wir ständig über neue Ideen und Technologien nachdenken und wie wir diese im Rallyesport darstellen. Eine kurzfristige Änderung unseres Reglements macht jedoch keinen Sinn. Es ist das Beste, was wir je hatten“, sagte Hyundai-Teamchef Michel Nandan.