Erweiterung des WM-Kalender: Hersteller ziehen Grenze

Mittelfristig soll der Kalender der Rallye-Weltmeisterschaft weiter ausgebaut werden und dadurch soll sich auch die Gewichtung zwischen Europa und dem Rest der Welt verändern. Doch die beteiligten Hersteller stellen Bedingungen.

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Mittelfristig soll der Kalender der Rallye-Weltmeisterschaft weiter ausgebaut werden und dadurch soll sich auch die Gewichtung zwischen Europa und dem Rest der Welt verändern. Doch die beteiligten Hersteller stellen Bedingungen.

Chile, Japan, Kenia und Kanada. Diese Länder streben in die Rallye-Weltmeisterschaft und haben gute Chancen, das begehrte Prädikat zu erhalten, denn FIA-Chef Jean Todt bemängelt schon seit einiger Zeit, dass die Topliga das Wort „Welt“ nur im Namen trägt, aber hauptsächlich in Europa stattfindet.

Bereits im kommenden Jahr soll der Kalender von 13 auf 14 Läufe ausgebaut werden, denn noch ist nicht absehbar, welche WM-Rallye in Europa für Chile weichen soll. Noch heikler könnte die Situation in den folgenden Jahren werden. Mittelfristig dürfte der Kalender gar auf bis zu 16 WM-Rallyes, mit jeweils acht Veranstaltungen in Europa und acht außerhalb des Kontinents, anwachsen. Die Hersteller sehen eine solche Aufstockung der Saison mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite verlangen sie den Auftritt in neuen und wichtigen Märkten, auf der anderen befürchten sie eine Kostenexplosion. Deshalb haben ihre Vertreter bei der letzten Sitzung der Rallye-WM-Kommission sehr deutlich gemacht, dass eine Ausweitung des Kalenders keine Mehrkosten verursachen darf.

„Die Veranstalter in Chile haben ganze Arbeit geleistet“, lobt Hyundai-Teammanager Alain Penasse, der beim Probelauf zugegen war und sich nicht nur von den mit Neuseeland vergleichbaren Pisten begeistert zeigte. „Plant man die Rallye im Doppelpack mit Argentinien, mit nur einem Wochenende dazwischen, könnte man einige Kosten sparen.“

Der Plan: Die Mechaniker würden in Südamerika bleiben und die Fahrzeuge vor Ort für den nächsten Lauf vorbereiten. „Es wäre die einfachste Variante, hier Kosten zu sparen“, sagt WM-Promoter Oliver Ciesla. Den Herstellern ist das nicht genug. Citroën-Teamchef Pierre Budar stellt klar: „So sehr wir uns attraktive Veranstaltungen in neuen Ländern und Märkten wünschen, es darf keine größeren Mehrkosten verursachen. Wir haben fixe Budgetvorgaben, in denen alles enthalten ist, von der Autoentwicklung über das Team und die Fahrerriege bis hin zu den laufenden Einsatzkosten. Mehrkosten bei der Logistik müssen woanders gespart werden. Da sind wird Hersteller uns einig und haben auch in der Rallye-WM-Kommission darüber gesprochen.“

Könnte heißen, eine Verkürzung der einzelnen WM-Läufe steht wieder ganz oben auf der Agenda.