Rallye Argentinien: Offene Rechnung für M-Sport und Ogier

Kaum zu glauben: Der fünffache Weltmeister Sebastien Ogier konnte bisher noch nie die Rallye Argentinien gewinnen. Auch für sein M-Sport-Team ist seit Jahren in Südamerika nichts zu holen. Das soll sich wieder einmal ändern.

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Kaum zu glauben: Der fünffache Weltmeister Sebastien Ogier konnte bisher noch nie die Rallye Argentinien gewinnen. Auch für sein M-Sport-Team ist seit Jahren in Südamerika nichts zu holen. Das soll sich wieder einmal ändern.

Mit der Rallye Argentinien haben M-Sport Ford, Sebastien Ogier und  Elfyn Evans noch eine Rechnung offen: 2002 konnten die britischen Rallye-Spezialisten letztmals einen Sieg bei dem WM-Lauf im Land der Gauchos herausfahren, damals errungen von Carlos Sainz und Luis Moya am Steuer des Ford Focus WRC. Evans schrammte im Vorjahr nach fast 360 Wertungsprüfungskilometern extrem knapp um gerade mal 0,7 Sekunden am obersten Treppchen vorbei. Und kaum zu glauben: Sogar der fünffache Weltmeister und amtierende Titelverteidiger Ogier wartet noch immer darauf, bei dem südamerikanischen Klassiker auf Platz 1 zu fahren. Am kommenden Wochenende, da sind sich alle drei Parteien einig, soll sich dies ändern.

„Es ist viel Zeit vergangen, seitdem wir die Rallye Argentinien gewonnen haben“, erinnert sich M-Sport-Teamchef Malcolm Wilson. „Wir alle wünschen uns, dass wir am kommenden Wochenende wieder an den Erfolg von 2002 anknüpfen. Wir können auf einen fantastischen Saisonauftakt zurückblicken, aber wir wissen auch, wie stark und konkurrenzfähig unsere Wettbewerber sind - das gesamte Team arbeitet enorm hart daran, erneut ein Topresultat einzufahren. Jedem unserer Fahrer traue ich ein Spitzenergebnis zu.“

Den passenden Rahmen für großartige Heldentaten liefert die Rallye Argentinien auf jeden Fall - kaum ein zweiter WM-Lauf wird von derart frenetischen Fans begleitet. Hinzu kommen Schotterpisten, die zu den anspruchsvollsten und abwechslungsreichsten der ganzen Saison zählen. Die Angebotspalette reicht von den sandig-weichen Wertungsprüfungen des Calamuchita-Tals mit ihren zahlreichen Wasserdurchfahrten bis hin zu den engen, technisch auch für die Fahrer sehr anspruchsvollen Eselspfaden in den Höhenlagen des Traslasierra-Gebirges, wo es aussieht wie auf der Mondoberfläche und wo auf praktisch jedem Meter heimtückische Steine nur darauf warten, der flotten Fahrt ein vorzeitiges Ende zu bereiten.

Hinzu kommt das unberechenbare Wetter. Der argentinische Herbst bringt gerne heftigen Regen, tosende Stürme und dichten Nebel mit sich - oftmals kämpfen die Rallye-Crews nicht nur gegen die Stoppuhr, sondern auch gegen die Unwägbarkeiten der Natur. Damit erinnert dieser WM-Lauf etwas an frühere Zeiten, als neben der schieren Schnelligkeit auch Ausdauer und der clevere Umgang mit dem eigenen Fahrzeugs im Vordergrund standen.

„Sicher würde ich gerne wieder ganz oben auf dem Podest stehen, dennoch bin ich nicht auf den Sieg fixiert“, sagte Ogier, der als WM-Spitzenreiter am ersten Tag als erster Fahrer starten muss. „Es kommt darauf an, wie sehr wir den Zeitverlust am Freitag in Grenzen halten können - das ist vorentscheidend für unsere Chancen auf Platz eins. Zuletzt fühlte sich der Fiesta WRC auf Schotter großartig an, die argentinischen Prüfungen besitzen aber eine ganz eigenständige Charakteristik: Mal sind die Strecken sandig und weich, dann wieder sehr rau. Wir müssen immer den richtigen Kompromiss zwischen Angriff und Vorsicht finden.“