Rallye Mexiko nach WP10: Loeb knapp hinter Sordo

Die Spannung bei der Rallye Mexiko nimmt zu. Mit zwei Bestzeiten schiebt sich Sebastien Loeb noch näher an Spitzenreiter Dani Sordo heran. Auf dem dritten Rang liegt Ott Tänak.

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Die Spannung bei der Rallye Mexiko nimmt zu. Mit zwei Bestzeiten schiebt sich Sebastien Loeb noch näher an Spitzenreiter Dani Sordo heran. Auf dem dritten Rang liegt Ott Tänak.

Vor der Königsprüfung ‚El Chocolate‘ hatte Sebastien Loeb im Vorfeld am meisten Respekt, denn im Gegensatz zur Konkurrenz, waren ihm die 31,44 Wertungskilometer gänzlich unbekannt. Doch ein Durchgang reichte dem Rekord-Weltmeister um die Eigenheiten der Strecke kennenzulernen, am Nachmittag setzte er bei der Wiederholung der Prüfung seine erste Bestzeit. Loeb legte anschließend direkt nach und festigte seinen zweiten Platz. 

Weil Spitzenreiter Dani Sordo im Gegensatz zu Loeb auf weiche Reifen setzte und damit nicht optimal zurechtkam, schmolz sein Vorsprung auf 7,9 Sekunden. „Das war ein Fehler“, gestand der Spanier und meinte mit Blick in den Rückspiegel, „Wir hatten erwartet, dass wir hier konkurrenzfähig sind. Aber nun holt Sebastien verdammt schnell auf. Das ist doch nervig, oder?“ 

Loeb selbst war etwas überrascht, wie gut sein Comeback nach dreijähriger Pause laufen wird. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir Zweite sein werden und nur so knapp hinter dem Spitzenreiter liegen“, meinte der Franzose, der in Mexiko zum letzten Mal vor sechs Jahren angetreten war. „Wir werden jetzt so weitermachen, aber einfach wird es nicht. Ott Tänak liegt nur knapp hinter uns und auf den schnellen Prüfungen ist er verdammt stark.“ 

In Mexiko überhitzen die Toyotas

Toyota-Pilot Tänak, der nur 5,5 Sekunden hinter Loeb liegt, kämpfte am Morgen mit einer stark ansteigenden Motortemperatur. Ein Problem, das auch seine Teamkollegen traf. Jari-Matti Latvala musste mehrfach die Leistung drosseln und das Anit-Lag-System abschalten, damit die Temperatur wieder sank. Als am Nachmittag auch noch die Lichtmaschine ihren Geist aufgab, war der Tag für den Finnen vorzeitig zu Ende. Zuvor hatten die Toyota-Techniker eine Lösung für das Temperatur-Problem gefunden und Tänak konnte in der zweiten Schleife wie erhofft angreifen. „Wenn unser Auto läuft, dann sind wir sehr stark“, meinte der Este. Esapekka Lappi konnte von den Verbesserungen nur kurzzeitig profitieren, er landete auf der siebten Prüfung neben der Strecke.

Auch Vorjahressieger Kris Meeke leistete sich ein paar Patzer und fiel nach zwei Drehern auf den vierten Rang zurück. „Ohne diese dummen Fehler könnte ich mit Dani und Seb kämpfen. Aber so ist das Leben“, stöhnte Meeke. Knapp hinter ihm folgen Sebastien Ogier und Andreas Mikkelsen auf den weiteren Plätzen.

Pechvogel Thierry Neuville

Zu den Pechvögeln des ersten Tages zählt auch Thierry Neuville, dem seine WM-Führung kein Glück brachte. Zunächst verlor der Hyundai-Pilot auf der fünften Prüfung den Benzindruck auf der 1,1 Kilometer langen Zuschauerprüfung in Leon. Als der Belgier seine Fahrertür öffnete, um an das Bypass-Ventil hinter seinem Sitz zu gelangen, schlug die Tür gegen seinen Arm und verursachte eine leichte Verletzung. Damit nicht genug. Auf der achten Prüfung verlor er noch die Servounterstützung für die Lenkung und erreichte das Tagesziel lediglich als Siebter. Das bedeutet erneut eine frühe Startposition für Neuville.

Elfyn Evans konnte nach seiner Rolle am Vormittag die zweite Schleife nicht mehr bestreiten. Beifahrer Dan Barritt hatte sich beim Abflug eine Gehirnerschütterung zugezogen. Auch der zweite M-Sport-Junior Teemu Suninen hatte bei seiner Mexiko-Premiere kein Glück. Auf der sechsten Prüfung geriet der Finne zu weit nach außen und beschädigte die Aufhängung, als anschließend noch der Kühler etwas abbekam, musste Suninen sein Auto abstellen.

Tidemand allein auf weiter Flur

In der WRC2 fährt Skoda-Werkspilot Pontus Tidemand ein einsames Rennen gegen sich selbst. Die erste Etappe beendet der Schwede mit einem satten Vorsprung von 3:07,4 Minuten. Zweiter ist Ford-Pilot Gus Greensmith. Kalle Rovanperä hatte nach einem Sprung einen dicken Steinbrocken getroffen und dabei den Kühler seines Fabia R5 beschädigt.

Am Samstag geht es für die WM-Elite dann in die Gebirgsregionen der Sierra de Lobos und Sierra de Guanajuato. Auf dem Programm stehen neun Prüfungen mit einer Gesamtlänge von 140,35 Kilometern. Weiter geht es um 15:33 Uhr (MEZ).

Zwischenstand nach WP10

1.Sordo / Del BarrioHyundai i20 WRC01:47:55.4
2.Loeb / ElenaCitroën C3 WRC+0:07.2
3.Tänak / JärveojaToyota Yaris WRC+0:11.0
4.Meeke / NagleCitroën C3 WRC+0:25.0
5.Ogier / IngrassiaFord Fiesta WRC+0:30.2
6.Mikkelsen / JægerHyundai i20 WRC+0:31.7
7.Neuville / GilsoulHyundai i20 WRC+2:01.9
8.Tidemand / AnderssonŠkoda Fabia R5+5:05.6
9.Greensmith / ParryFord Fiesta R5+8:13.0
10.Heller / OlmosFord Fiesta R5+12:33.8