Ogier-Finale in Schweden: Rechenkünstler gefragt

Sebastien Ogier und M-Sport nutzten im Finale der Rallye Schweden alle Möglichkeiten aus, um möglichst viele Punkte einzustreichen. Auch Teamkollege Elfyn Evans musste mitspielen.

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  • Sebastien Ogier ergatterte auf der Power-Stage vier wichtige WM-Punkte

Sebastien Ogier und M-Sport nutzten im Finale der Rallye Schweden alle Möglichkeiten aus, um möglichst viele Punkte einzustreichen. Auch Teamkollege Elfyn Evans musste mitspielen.

Aufregung bei den Kommentatoren der Power-Stage der Rallye Schweden. Sebastien Ogier erschien nicht wie geplant am Start der letzten Prüfung und der Veranstalter twitterte bereits, dass der Weltmeister vorzeitig ausgefallen sei.

Doch das stimmte nicht. Ogier hatte zusammen mit seinem M-Sport-Team den Plan ausgeheckt, zunächst zu spät zu stempeln und dann auch noch den anderen Fahrer den Vortritt zu lassen. Auf diese Weise wollte Ogier einen späteren Startplatz ergattern, damit er wenigstens auf der Power-Stage gleiche Bedingungen wie die Spitze vorfindet. Aber das Weltmeister-Team musste beachten, dass sich Ogier nur so viele Strafsekunden einfängt, dass er noch auf dem zehnten Platz bleibt.

Dem WM-Promoter gefiel die Aktion weniger, denn Ogier brachte den ganzen Ablauf des Finales gehörig durcheinander. Außerdem endete die letzte Prüfung direkt vor dem Siegerpodest und wenn Thierry Neuville als strahlender Gewinner gefeiert wird, wäre im Hintergrund Ogier angerollt und hätte nach seiner Aktion das Interesse auf sich gezogen. Das musste verhindert werden. 

Ogier bekam deshalb die Anweisung erst hinter den ersten drei WRC2-Fahrern loszufahren. Das bedeutete aber plötzlich, dass er hinter seinen Teamkollegen Elfyn Evans zurückfallen könnte. Die Strategen von M-Sport mussten erneut die Köpfe zusammenstecken und befahlen daraufhin Evans, sich um 26 Minuten zu verstempeln. Dafür kassierte der Waliser 260 Strafsekunden und blieb wie geplant hinter Ogier, der 25 Minuten zu spät stempelte und 250 Strafsekunden erhielt. 

Am Ende behielt Ogier den zehnten Platz und schnappte sich dank der zweitbesten Zeit auf der Power-Stage insgesamt fünf WM-Punkte. Evans fiel dagegen auf Rang 14 zurück und ging leer aus. Ogier nahm die Aufregung um die Aktion gelassen und meinte trocken: „Ein paar kleine Fehler habe ich mir auf der Power-Stage geleistet, schließlich war ich so viel Traktion an diesem Wochenende gar nicht gewöhnt.“

Ergebnis Rallye Schweden 2018

1.Neuville / GilsoulHyundai i20 WRC2:52:13.1
2.Breen / MartinCitroën C3 WRC+0:19.8
3.Mikkelsen / JægerHyundai i20 WRC+0:28.3
4.Lappi / FermToyota Yaris WRC+0:45.8
5.Paddon / MarshallHyundai i20 WRC+0:54.4
6.Östberg / EriksenCitroën C3 WRC+1:15.3
7.Latvala / AnttilaToyota Yaris WRC+2:04.9
8.Suninen / MarkkulaFord Fiesta WRC+2:52.2
9.Tänak / JärveojaToyota Yaris WRC+3:44.4
10.Ogier / EvansFord Fiesta WRC+8:54.4

WM-Stand

# Fahrer Pkt.   # Hersteller Pkt.
1. Thierry Neuville 41   1. Hyundai 54
2. Sebastien Ogier 31   2. Toyota 53
3. Jari-Matti Latvala 23   3. Citroën 46
4. Esapekka Lappi 23   4. M-Sport Ford 43
5. Ott Tänak 21        
6. Andreas Mikkelsen 21        
7. Craig Breen 20        
8. Kris Meeke 17        
9. Hayden Paddon 10        
10. Elfyn Evans 8