Neuville gewinnt Rallye Schweden - Aufregung um Ogier

Thierry Neuville hat die Rallye Schweden gewonnen und hinter ihm feiert Craig Breen sein bislang bestes Ergebnis in der Weltmeisterschaft. Aufregung gab es im Finale um Weltmeister Sebastien Ogier.

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  • Thierry Neuville gewinnt die Rallye Schweden

Thierry Neuville hat die Rallye Schweden gewonnen und hinter ihm feiert Craig Breen sein bislang bestes Ergebnis in der Weltmeisterschaft. Aufregung gab es im Finale um Weltmeister Sebastien Ogier.

Thierry Neuville und Beifahrer Nicolas Gilsoul fahren im dichten Schneetreiben von Torsby den Sieg bei der Rallye Schweden souverän nach Hause. Das Hyundai-Duo wetzt damit jene Scharte aus dem Vorjahr aus, als man die sichere Führung durch einen kleinen Fehler auf dem Zuschauerkurs wegwarf. "Wir hatten gar nicht erwartet, dass wir hier so schnell sind", meinte Neuville im Ziel. "Natürlich bin ich richtig zufrieden mit dem Wochenende und freue mich auf die nächsten Läufe." Der Belgier ist übrigens erst der dritte Nicht-Skandinavier, der die Rallye Schweden konnte. Vor ihm schafften dieses Kunststück nur Sebastien Loeb und Sebastien Ogier.

Auf dem Weg zum Erfolg musste aber auch Neuville einige Schrecksekunden überstehen. Am Freitag sorgte kurzzeitig ein Schaltproblem für Anspannung, bei einem Dreher am Samstag verlor er eine weitere Stoßstange seines Hyundai i20 WRC und auf der berühmten Sprungkuppe 'Colins Crest' hätte er sich beinahe überschlagen. Doch dieses Mal hatte er das Glück auf seiner Seite und stand am Ende ganz oben auf dem Podest.

Hinter Neuville feierte Craig Breen sein bislang bestes WM-Ergebnis. "Ich werde dieses Mal nicht weinen", feixte der Citroën-Pilot, dem die schnellen WM-Läufe offenbar besonders liegen und dessen Auto nun auch die winterlichen Prüfungen in Schweden mag. "Wir hatten im letzten Jahr keine einfache Saison, aber die Jungs haben das Ding zum Laufen gebracht."

Während Andreas Mikkelsen den dritten Platz verteidigt, muss sich sein Hyundai-Teamkollege Hayden Paddon im Finale dem heranstürmenden Esapekka Lappi beugen, weil er in einer Rechtskurve in die Schneewand auf der Außenbahn geriet und dabei den Motor abwürgte.

Paddon wird wie Breen in diesem Jahr ein reduziertes Programm bestreiten, entsprechend wichtig sind deshalb die Einzelresultate. Das gilt im Besonderen für Mads Östberg, der sich bislang nur auf einen WM-Start mit Citroën einigen konnte. Obwohl er am Schlusstag auf Platz sechs zurückfiel, war der Norweger mit seinem Auftritt durchaus zufrieden. "Mir hat das richtig Spaß gemacht, auch wenn ich natürlich gemerkt habe, dass uns jede Menge Erfahrung mit dem Auto fehlt. Jetzt drücke ich mir selbst die Daumen, dass ich künftig noch mehr Rallyes mit dem Citroën fahren kann", meinte Östberg.


Kris Meeke kann die volle Saison im C3 bestreiten, doch die Rallye Schweden war für ihn eine einzige Enttäuschung. Zu keinem Zeitpunkt konnte er das Tempo der Spitze mitgehen und sorgte am Samstag auch noch für die kurioseste Szene des Wochenendes, als er mit Ott Tänak auf der Prüfung kollidierte. Der Este bekleckerte sich ebenfalls nicht mit Ruhm. Nach einem schweren Start am Freitag hatte er noch die Chancen auf das Podium, doch die Aktion mit Meeke vereitelte jede Möglichkeit weiter nach vorn zu kommen.

Ogier kommt absichtlich zu spät

Aufregung herrschte um Sebastien Ogier, der zu spät am Start der abschließenden Power-Stage erschien. Dafür kassierte er zwar 250 Strafsekunden, aber konnte auch deutlich später in die Prüfung starten, was ihm bessere Bedingungen bescherte. Mit der zweitschnellsten Zeit holte Ogier noch vier wichtige Zusatzzähler für die WM-Wertung. Es ist ein kleines Trostpflaster für ein ansonsten wenig erfreuliches Schweden-Wochenende. Ogier hatte alle Chancen bereits am Freitag verloren, weil er als erster Fahrer auf die Strecke musste.

Sein Verhalten im Finale dürfte noch für einige Diskussionen sorgen, denn die für den WRC-Promoter so wichtige 'Power-Stage' verlor einen Höhepunkt weil Ogier zu jenem Zeitpunkt die Prüfung in Angriff nahm, als Neuville das Siegerpodest erklomm. "Es steckte Taktik dahinter", gab Ogier sein absichtliches Zuspätkommen zu. "Wir hätten mit unserer Startposition keine Chance gehabt, also haben wir versucht einen besseren Platz zu bekommen. Auf der Power-Stage habe ich ein paar Fehler gemacht, denn ich war es nicht gewöhnt, so viel Traktion zu haben. Aber am Ende haben wir erreicht was wir wollten und einige Punkte geholt." - Einen Punkt bekam Ogier am Nachmittag noch von seinem Teamkollegen Elfyn Evans geschenkt, weil dieser extra spät stempelte und dadurch seinen zehnten Platz hergab.

In der WRC2 sorgt der Japaner Takamoto Katsuta für die Überraschung schlechthin. Er gewinnt im Ford Fiesta R5 die Wertung vor Weltmeister Pontus Tidemand und dessen Skoda-Teamkollegen Ole Veiby. In der Junior-WM feiert Julius Tannert sein erstes Schweden-Podium Den Sieg holte sich Dennis Radström mit sieben Sekunden Vorsprung vor Emil Bergkvist.

Jetzt kommt Loeb

Der nächste WM-Lauf findet vom 8. bis 11. März in Mexiko statt. In den Höhenlagen rund um Leon kehrt auch ein alter Bekannter in die Topliga zurück: Rekordweltmeister Sebastien Loeb wird seinen ersten von insgesamt drei Einsätzen im Citroën C3 WRC absolvieren. In Mexiko muss Thierry Neuville als erster Fahrer in die Spur. Er hat nach dem heutigen Sieg 41 Punkte auf dem Konto und übernahm die WM-Führung. Ogier folgt als Zweiter (30), auf dem dritten Platz liegt Jari-Matti Latvala, der nach einem enttäuschenden siebten Platz in Schweden 23 Zähler hat.

Ergebnis Rallye Schweden 2018

1.Neuville / GilsoulHyundai i20 WRC2:52:13.1
2.Breen / MartinCitroën C3 WRC+0:19.8
3.Mikkelsen / JægerHyundai i20 WRC+0:28.3
4.Lappi / FermToyota Yaris WRC+0:45.8
5.Paddon / MarshallHyundai i20 WRC+0:54.4
6.Östberg / EriksenCitroën C3 WRC+1:15.3
7.Latvala / AnttilaToyota Yaris WRC+2:04.9
8.Suninen / MarkkulaFord Fiesta WRC+2:52.2
9.Tänak / JärveojaToyota Yaris WRC+3:44.4
10.Ogier / EvansFord Fiesta WRC+8:54.4

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WM-Stand

# Fahrer Pkt.   # Hersteller Pkt.
1. Thierry Neuville 41   1. Hyundai 54
2. Sebastien Ogier 31   2. Toyota 53
3. Jari-Matti Latvala 23   3. Citroën 46
4. Esapekka Lappi 23   4. M-Sport Ford 43
5. Ott Tänak 21        
6. Andreas Mikkelsen 21        
7. Craig Breen 20        
8. Kris Meeke 17        
9. Hayden Paddon 10        
10. Elfyn Evans 9