Rallye Schweden nach WP14: Tänak kollidiert mit Meeke

Während an der Spitze Thierry Neuville dank einer besseren Reifenstrategie seinen Vorsprung ausbauen kann, ist der Tag für Kris Meeke zu Ende. Sein Citroën konnte einen Zusammenprall mit dem Toyota von Ott Tänak nicht verkraften.

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Während an der Spitze Thierry Neuville dank einer besseren Reifenstrategie seinen Vorsprung ausbauen kann, ist der Tag für Kris Meeke zu Ende. Sein Citroën konnte einen Zusammenprall mit dem Toyota von Ott Tänak nicht verkraften.

Kuriose Szene ausgerechnet auf der 13. Wertungsprüfung der Rallye Schweden. Kris Meeke bleibt in einer Schneewehe stecken und als sich der Citroën-Pilot endlich aus der misslichen Lage befreien kann, bemerkt er, dass der Turbo etwas abbekommen haben muss. In langsamer Fahrt geht es weiter und wenig später kommt auch schon Ott Tänak von hinten angerauscht und trifft beim Überholmanöver den vor ihm fahrenden C3 WRC. Der erleidet einen schweren Treffer an der Aufhängung des linken Hinterrads und Meeke kann sich nur noch in Schleichfahrt fortbewegen. Für ihn endet der Tag im Ziel der Prüfung.

Tänak rutscht bei dem Zusammenstoß ebenfalls ins Aus und verliert über zwei Minuten, aus seiner Sicht war Meeke Schuld an der Situation, denn dieser habe rübergezogen, als er an ihm vorbei wollte. Es steht Aussage gegen Aussage, Aufklärung werden wohl erst am Abend die Onboardaufnahmen bringen.

An der Spitze kann sich Thierry Neuville deutlicher von Verfolger Craig Breen absetzen. Dieser hatte im Vergleich zum führenden Belgier nur ein statt zwei Ersatzräder dabei und als sich die schmalen Reifen anfingen, sich bis auf den Schotter durchzufräsen entpuppte sich das zusätzliche Gewicht als Trumpf. Neuville konnte frische Spikes aufziehen, während Breen immer mehr davon verlor. Vor den letzten beiden Tagesprüfungen – die 1,9 Kilometer lange Zuschauerprüfung in Karlstad und der 3,43 Kilometer lange Torby Sprints – trennen beide jetzt 18,8 Sekunden. 

Neuville will trotz des angewachsenen Vorsprungs seine Betriebstemperatur hochhalten. Auf der berühmten Sprungkuppe "Colins Crest" hätte er beinahe den Bogen überspannt, als er zu weit nach links geriet und die Böschung streifte. "Im letzten Jahr habe ich es zu leicht genommen und bin rausgeflogen. Jetzt geht es um den Sieg und ich greife an", erklärte er.


Im Kampf um den dritten Rang hat sich Andreas Mikkelsen ebenfalls etwas von seinem Hyundai-Teamkollegen Hayden Paddon absetzen können. Citroën-Neuling Mads Östberg findet im Moment keine Möglichkeit, in dieses Duell einzugreifen, er muss darauf achten, dass der wiedererstarkte Esapekka Lappi ihm nicht noch näherkommt. Dessen Toyota-Kollege Jari-Matti Latvala kämpft offenbar mit einem defekten Differenzial. Der Finne klagte über ständiges Unter- und Übersteuern seines Yaris WRC.

Mittlerweile hat Julius Tannert eine Zeitgutschrift bekommen, nachdem er am Morgen durch ein verunfalltes Fahrzeug ausgebremst wurde. Der Sachse ist nun wieder Dritter in der Junior-WM-Wertung, die noch immer von Dennis Rådström angeführt wird. In der WRC2 finden die beiden Skoda-Werkspiloten Pontus Tidemand und Ole Veiby weiterhin kein Mittel gegen den fulminant auffahrenden Japaner Takamoto Katsuta im Ford Fietsa R5.

Zwischenstand nach WP14

1.Neuville / GilsoulHyundai i20 WRC2:19:15.6
2.Breen / MartinCitroën C3 WRC+0:18.8
3.Mikkelsen / JægerHyundai i20 WRC+0:30.8
4.Paddon / MarshallHyundai i20 WRC+0:38.4
5.Östberg / EriksenCitroën C3 WRC+0:56.5
6.Lappi / FermToyota Yaris WRC+1:04.9
7.Latvala / AnttilaToyota Yaris WRC+1:59.9
8.Suninen / MarkkulaFord Fiesta WRC+2:16.1
9.Tänak / JärveojaToyota Yaris WRC+3:41.1
10.Ogier / IngrassiaFord Fiesta WRC+4:22.1