Citroën-Chefin erhöht den Druck auf das WRC-Team

Im Vorjahr offenbarte die Rallye Schweden die große Fahrwerks-Schwäche des neuen Citroën C3 WRC. Jetzt soll alles besser werden, dass muss es auch, denn Citroën-Chefin Linda Jackson erwartet Podiumsplatzierungen ihres Teams und zwar bei jedem WM-Lauf.

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Im Vorjahr offenbarte die Rallye Schweden die große Fahrwerks-Schwäche des neuen Citroën C3 WRC. Jetzt soll alles besser werden, dass muss es auch, denn Citroën-Chefin Linda Jackson erwartet Podiumsplatzierungen ihres Teams und zwar bei jedem WM-Lauf.

An die Rallye Schweden 2017 erinnert sich Kris Meeke ungern zurück. Sein neuer Citroën C3 WRC zeigte plötzlich ein Fahrverhalten, dass dem Nordiren den letzten Nerv raubte. Am Kurveneingang brach plötzlich das Heck des roten Flitzers so heftig aus, dass Meeke jedes Vertrauen in sein Auto verlor und seinen Unmut lautstark kundtat. Die Onboard-Aufnahmen des wutentbrannten Nordiren waren das Thema des Schweden-Wochenendes.

In den letzten Monaten gab es nicht nur personelle Veränderungen im Team, auch am Auto wurde viel verändert. Außerdem bekamen die Fahrer ausreichend Gelegenheit im Vorfeld in Schweden zu testen. „Unser Auto ist komplett anders als im Vorjahr“, erklärte Technikchef Christophe Besse. „Es sollte jetzt auf Schnee besser funktionieren.“ 

Die Testfahrten sollten auch dazu dienen, dass die Fahrer bei diesen sehr speziellen Bedingungen wieder Vertrauen in ihr Können und in ihr Fahrzeug finden. In diesem Jahr präsentieren sich die Strecken wieder in Bestform und die hohen Schneewälle entlang der Prüfungen können sich sowohl positiv, als auch negativ auswirken. Die Schweden-Könner lehnen sich förmlich an den Schneewällen an und treiben damit das Tempo noch weiter nach oben, wer es dabei aber übertreibt, bohrt sich tief in die weiße Wand und verliert möglicherweise alle Siegchancen.

„Bei den erreichten Geschwindigkeiten braucht man viel Selbstvertrauen“, sagt Pierre Budar, der Teamchef von Citroën Racing. „Mit den aktuellen Testfahrten wollten wir unsere Fahrer in bestmögliche Form bringen und Streckenbedingungen nutzen, die denen der Rallye sehr ähnlich sind.“

Druck ist genügend auf dem Citroën-Kessel. Nicht zuletzt PSA-Konzernchef Carlos Tavares machte deutlich, dass es nicht am Budget liegen kann, wenn die schlechter finanzierte M-Sport-Truppe den Titel holt und die erfolgsverwöhnten Franzosen leer ausgehen. Citroën-Chefin Linda Jackson wollte bei diesen Aussagen nicht nachstehen und forderte umgehend Podiumsplatzierungen und zwar bei jeder Rallye. „Unsere zwei Siege und die eine Podiumsplatzierungen im letzten Jahr sind zu wenig. Ich will unser Team bei jedem WM-Lauf auf dem Treppchen sehen.“