Citroën: Neue Hoffnung erst in Argentinien

Mit einem blauen Auge kehrte Citroën von der Rallye Monte Carlo zurück. Der vierte Platz von Kris Meeke täuscht darüber hinweg, dass man nicht konkurrenzfähig war. Dieser Zustand könnte bis Ende April andauern, denn erst dann wird es zu weiteren Veränderungen am Fahrzeug kommen.

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Mit einem blauen Auge kehrte Citroën von der Rallye Monte Carlo zurück. Der vierte Platz von Kris Meeke täuscht darüber hinweg, dass man nicht konkurrenzfähig war. Dieser Zustand könnte bis Ende April andauern, denn erst dann wird es zu weiteren Veränderungen am Fahrzeug kommen.

PSA-Chef Carlos Tavares war höchstpersönlich bei der Rallye Monte Carlo erschienen, um dem arg gebeutelte WRC-Team der Konzerntochter Citroën den Rücken zu stärken. Der Portugiese beschwor den Teamgeist und erklärte Medienvertretern, dass man es in der Vergangenheit versäumt hat, Kris Meeke ein Umfeld zu schaffen, mit dem er um weitere Siege kämpfen konnte. 

„Wir sind im letzten Jahr geschlagen worden. Aber wir haben genug Sportsgeist, um uns wieder aufzurichten und uns zurück zu kämpfen“, sagte Tavares, der einem vorzeitigen Ausstieg von Citroën eine Absage erteilte. „Es gibt ein Programm zwischen drei und fünf Jahren und es gibt aktuell keinen Grund, etwas anderes zu sagen. Wir vertrauen unseren Leuten.“

Meeke nahm die Aussagen seines Vorgesetzten zur Kenntnis, aber der 38-jährige ist bekannt dafür, seine Meinung offen zu sagen und zu beschönigen gab es sowieso nichts. Als sich Tavares verabschiedete, lag Meeke abgeschlagen auf dem fünften Platz und hatte keine Chance, aus eigener Kraft weiter nach vorne zu kommen. Erneut verlor der Nordire das Vertrauen in sein Auto, als der Untergrund wenig Grip bot. Auf der trockenen Power-Stage setzte er zwar die klare Bestzeit, fuhr aber ansonsten hinterher. 

Jetzt steht die Rallye Schweden auf dem Programm und die Erinnerung an jene legendäre Onboard-Aufnahme, die schonungslos offenlegte, wie sehr Meeke im vergangenen Februar mit seinem Auto zu kämpfen hat. Immerhin nahm Citroën einige Monate später Veränderungen an der Fahrwerksgeometrie vor, die sich nach Aussage des ehemaligen Teamchefs Yves Matton in der zweiten Jahreshälfte auszahlten. 

Carlos Tavares im Gespräch mit Kris Meeke

Tatsächlich konnte Meeke noch die Rallye Spanien gewinnen und damit genauso viele WM-Siege erreichen, wie Weltmeister Sebastien Ogier. Doch der Franzose lieferte konstant gute Ergebnisse ab, bei Meeke folgte nach dem spanischen Höhenflug sofort die Ernüchterung, als er auf losem Untergrund in Wales und Australien nur Siebter wurde. Die anschließende kurze Winterpause nutzte Citroën offensichtlich nicht optimal, denn Meeke musste nach der ‚Monte‘ zugeben: „Wir haben einfach nicht das nötige Tempo.“

Erfolg ist keine Frages des Budgets

Tavares versicherte Meeke und dem Team seine weitere Unterstützung, doch mehr Geld wird es nicht geben. „M-Sport hat weniger Budget und sie haben alle Titel geholt“, hob er mahnend den Finger. „Immer mehr Geld, immer mehr Menschen, Fahrer und Ingenieure, das ist kein Team, das gewinnt, das ist eine Bank und das entspricht auch nicht meiner Philosophie vom Sport.“

Ex-Teamchef Matton verzichtete trotz anfänglich gegenteiliger Behauptung auf eine Verpflichtung von Weltmeister Sebastien Ogier, der bei M-Sport blieb und der Truppe von Malcolm Wilson jenen Motivationskick gab, den Citroën Racing so dringend braucht. Tavares unterstützt diese Entscheidung: „Wir brauchen keinen Ogier. Wir glauben, dass wir einen sehr guten Fahrer haben und dieser heißt ‚Kris Meeke‘. Wir müssen ihm nur das passende Umfeld schaffen.“

Veränderungen in der Struktur sollen bei Citroën Racing den alten Geist der „Loeb-Jahre“ zurückbringen und auch das Auto bekommt weitere Veränderungen. Zum Leidwesen von Meeke wird es diese aber erst Ende April geben. Bei der Rallye Argentinien soll eine neue Hinterachse dafür sorgen, dass der immer wieder zickige C3 WRC auf wirklich allen Untergründen ein ordentliches Benehmen an den Tag legt. Damit soll Meeke endlich in der Lage sein, bei jedem WM-Lauf um den Sieg zu kämpfen. Genau wie es sich Carlos Tavares wünscht.