Citroën ließ nichts unversucht

Es gab Zeiten, da gewann in Deutschland ausschließlich Citroën. Elf Siege in Folge sprechen eine deutliche Sprache. Wenn man in der kommenden Woche an diese Erfolgsgeschichte anknüpfen könnte, würde es die Trendwende in einer bislang verkorksten Saison bedeuten. Entsprechend intensiv ging es in der Vorbereitung zu.

  • Sebastien Loeb testete erstmals den C3 WRC

Es gab Zeiten, da gewann in Deutschland ausschließlich Citroën. Elf Siege in Folge sprechen eine deutliche Sprache. Wenn man in der kommenden Woche an diese Erfolgsgeschichte anknüpfen könnte, würde es die Trendwende in einer bislang verkorksten Saison bedeuten. Entsprechend intensiv ging es in der Vorbereitung zu.

Der Citroën C3 WRC ist schnell. Aber auch launisch. Auf einer Prüfung liegen die Fahrer an der Spitze, um sich auf der nächsten Strecke plötzlich mit einem zickigen Fahrverhalten abzumühen. Veränderungen am Fahrwerk und der Kraftverteilung sollten Abhilfe schaffen, doch bislang zeigten die Modifikationen nicht den erwünschten Erfolg. 

Auf Asphalt sind die Probleme allerdings weniger gravierend, ganz im Gegenteil. Bei der Rallye Korsika legte Kris Meeke Zeiten vor, die tiefen Eindruck bei der Konkurrenz hinterließen. Nur ein Motorschaden konnte den Nordiren stoppen und und dessen zweiten Saisonsieg verhindern. „Auf Korsika haben wir das Potenzial des C3 auf Asphalt gesehen. Deutschland ist zwar eine andere Herausforderung, aber ich habe das gleiche gute Gefühl während der Tests gehabt“, frohlockt Meeke.

Schützenhilfe von Loeb

Citroën braucht unbedingt gute Nachrichten, denn bislang verläuft die Saison alles andere als optimal. Ein Erfolg in Deutschland könnte für eine Trendwende sorgen und das Programm absichern. Selbst Sebastien Loeb wurde kurzfristig eine Testfahrt ermöglicht, ein Vorgang, der noch vor einiger Zeit undenkbar schien. 

„In Vorbereitung auf diese Rallye haben wir eine der intensivsten Testeinheiten in der Geschichte von Citroën Racing durchgeführt“, sagte Teamchef Yves Matton. „Während der ersten sechs Tage konnten unsere Fahrer auf den drei Untergründen fahren, die uns während der Rallye erwarten. Sie alle waren mit der Arbeit zufrieden. Sebastien Loeb bekam einen zusätzlichen Tag. Der heftige Regen am Morgen war nicht ideal, aber hat uns wertvolle Informationen über das Fahren unter solchen speziellen Bedingungen verschafft. Im Trockenen passten Sebs Eindrücke zu denen von Kris, Craig und Andreas.“

Loeb soll in Kürze noch einmal zum Einsatz kommen. Citroën plant bereits einen Schotter-Test zusammen mit dem Rekord-Weltmeister, um auch auf losem Untergrund endlich den Sprung nach vorn zu schaffen.

Mikkelsen peilt Podium an

Doch zunächst soll die Rallye Deutschland erfolgreich über die Bühne gehen. Dabei spielt nicht nur Meeke eine wichtige Rolle, auch Andreas Mikkelsen, der vorerst zum letzten Mal im C3 WRC sitzen wird, soll möglichst weit nach vorne fahren. Der Norweger, der 2014 und 2015 auf den dritten Platz fuhr, konnte zum ersten Mal in seiner Karriere auf Baumholder testen. „Das hat mir eine Menge geholfen beim richtigen Umgang mit den Reifen und den Bremsen“, sagte Mikkelsen, der sich mit einem starken Ergebnis für künftige Aufgaben empfehlen will. „Das Wetter wird erneut eine entscheidende Rolle spielen. Wenn es am Freitag trocken bleibt und ich mich im Auto wohl fühle, dann rechne ich mir Chancen auf das Podium aus.“