Citroen: Das Karussell dreht sich …

Das muntere „Bäumchen-Wechsel-Dich“-Spielchen bei der Fahrerpaarung von Citroen bestimmt schon seit Wochen die Schlagzeilen. Zur Rallye Polen wurde auch bei der Teamführung an den Stellschrauben gedreht. Pikanterweise arbeitet der neue Technische Direktor Christophe Besse auch für die Konkurrenz.

  • Der neue Technische Direktor bei Citroen Racing: Christophe Besse

Das muntere „Bäumchen-Wechsel-Dich“-Spielchen bei der Fahrerpaarung von Citroen bestimmt schon seit Wochen die Schlagzeilen. Zur Rallye Polen wurde auch bei der Teamführung an den Stellschrauben gedreht. Pikanterweise arbeitet der neue Technische Direktor Christophe Besse auch für die Konkurrenz.

Christophe Besse heißt der neue Mann, der bei der Rallye Polen erstmals im Citroen-Service auftauchte. Der 48-jährige Franzose ist der neue Technische Direktor bei der Werks-Equipe und löst in dieser Position Laurent Fregosi ab, der sich nach nur einem Jahr als Direktor wieder einer „technisch-orientierten Aufgabe“ (so Yves Matton) zuwendet. 

Besse war vor der Rallye Polen zwar kein einziges Mal in der Zentrale von Citroen Racing, den „Stallgeruch“ bei der PSA-Gruppe kennt er aber nur allzu gut. Zu Beginn des Jahrtausends war er in die Entwicklung des ersten World Rally Cars von Citroen eingebunden und leitete von 2003 bis 2004 das Testteam. Von 2007 bis 2012 fungierte er als Einsatzleiter und Renningenieur von Peugeot Sport in Le Mans.

Matton hat dem Neuen einen klaren Auftrag mitgegeben. Er soll die technische Abteilung neu strukturieren. Dabei ist seine Funktion ähnlich einzuordnen wie die von Willy Rampf bei Volkswagen Motorsport vor einigen Jahren. Besse wird nicht permanent vor Ort sein. Das heißt, es muss auch ein neuer Leitender Techniker her.

So sehr die Verpflichtung von Besse passen mag, sie hat auch eine pikante Note. Der Franzose gründete 2013 die Firma „Trackside“, die Motorsport-Software für Renn- und Rallyeautos entwickelt und Hyundai Motorsport ebenso wie das von M-Sport geführte Bentley-Werksteam zu ihren Kunden zählt. Bei Malcolm Wilson steht Besse sogar persönlich auf der Gehaltsliste. Der 48-Jährige ist für die Rennstrategie der Bentley Continental GT3 in der Blancpain Serie verantwortlich, in das WRC-Projekt ist er dagegen nicht eingebunden.

Auch wenn die Verflechtung zu M-Sport bald der Vergangenheit angehören soll, aktuell hat sie noch Auswirkungen auf sein Citroen-Engagement. Besse muss die Rallye Finnland auslassen, weil er zeitgleich mit Bentley Motorsport bei den 24 Stunden von Spa antritt. Bis zur nächsten Terminkollision im Oktober soll sich dieser Problematik aber erübrigt haben.
Klar ist aber auch: Die Verpflichtung von Christophe Besse wird nicht die letzte Personal-Rochade bei der Marke mit dem Doppelwinkel bleiben.