Ogier und Toyota: Geht doch was?

Wenn der Sommer vorbei ist, will Sebastien Ogier Klarheit über seine weitere Zukunft in der Rallye-Weltmeisterschaft haben. Gerne würde er bei M-Sport bleiben, doch das hängt von einer Entscheidung ab, mit der im Moment eher nicht zu rechnen ist.

  • Sitzt Sebastien Ogier 2018 im Toyota Yaris WRC?

Wenn der Sommer vorbei ist, will Sebastien Ogier Klarheit über seine weitere Zukunft in der Rallye-Weltmeisterschaft haben. Gerne würde er bei M-Sport bleiben, doch das hängt von einer Entscheidung ab, mit der im Moment eher nicht zu rechnen ist.

Wer hätte das gedacht? Sebastien Ogier und M-Sport führen zur Saisonhalbzeit die Weltmeisterschaft an und haben gute Chancen, die jeweiligen Titel zu holen. Damit hätte sich der nächste Traum von Malcolm Wilson erfüllt, nachdem er im vergangenen Dezember endlich den französischen Weltmeister verpflichten konnte.

Doch Wilson hat mit dem Ogier-Vertrag das Budget komplett ausgereizt, ein weiteres Jahr wird ohne Unterstützung eines Herstellers, oder eines neuen Hauptsponsors kaum möglich sein. Auch Ogier spürt, dass die Zusammenarbeit mit M-Sport ohne diesen Beistand nicht von Dauer sein kann. Nur durch den Wechsel des Reglements und der Einführung der neuen World Rally Cars hat die Truppe von Wilson die Chance bekommen, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten. „Langfristig gesehen wird es schwer, die Werksteams zu besiegen“, sagte Ogier, der wie viele Fans die Hoffnung auf ein Comeback von Ford hat. „Wenn sich diesbezüglich etwas tut, dann würde ich bleiben. Keine Frage, M-Sport ist mein erster Ansprechpartner.“

Wilson hat längst begriffen, dass er noch stärker als in der Vergangenheit um Ogier kämpfen muss. „Entweder wir finden einen neuen Sponsor, oder Ford kommt zurück. Mit Sebastien unter den gleichen Voraussetzungen weiterzumachen, wäre für die Zukunft von M-Sport finanziell unverantwortlich“, so Wilson. 

Ford zeigt kein Interesse

Doch in der Ford-Zentrale tut sich in Sachen Rallye-WM wenig. Seit dem offiziellen Ausstieg 2012 hilft man Wilson zwar über verschiedene Wege, doch von einer reinrassigen Werksunterstützung kann man kaum sprechen. Entsprechend schlecht sind momentan die Aussichten auf die Fortsetzung der Ehe zwischen M-Sport und Ogier. Der Franzose spielt mit offenen Karten und gibt zu, dass er verschiedene Angebote für 2018 sondiert. 

Die besten Aussichten dürfte er dabei bei Toyota haben. Dort könnte ihm Teamchef Tommi Mäkinen nicht nur ein hohes Gehalt, sondern auch ein Programm bieten, dass die volle Unterstützung des Weltmarktführers, allen voran des Unternehmenschefs Aki Toyoda genießt.

Während Hyundai mit der gleichen Fahrerpaarung wie in dieser Saison plant, bliebe noch Citroën. Doch nicht nur das Verhältnis zwischen Teamchef Yves Matton und Ogier gilt als gespannt, auch die Auftritte der letzten Monate dürften Ogier wenig überzeugen, bei der Truppe aus Versailles anzuklopfen. Fraglich ist auch, ob sich Citroën neben Neuzugang Mikkelsen einen weiteren Topfahrer leisten will und kann. Dementsprechend wahrscheinlich ist Möglichkeit, den Namen Ogier 2018 an der Seitenscheibe eines Yaris WRC zu sehen.