Sebastien Ogier: Bis zum Sommer Klarheit über 2018

Wo fährt Sebastien Ogier im kommenden Jahr? Diese Frage beschäftigt aktuell den Weltmeister, dessen aktuelles Team und seinen möglicherweise neuen Arbeitgeber, denn bis zum Sommer soll Klarheit herrschen.

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Wo fährt Sebastien Ogier im kommenden Jahr? Diese Frage beschäftigt aktuell den Weltmeister, dessen aktuelles Team und seinen möglicherweise neuen Arbeitgeber, denn bis zum Sommer soll Klarheit herrschen.

Der kurzfristige Ausstieg von Volkswagen sorgte im November bei Sebastien Ogier für erhöhten Stresspegel. In kürzester Zeit musste der Weltmeister an einem neuen Programm für die Saison 2017 stricken, am Ende entschied er sich für das Angebot von M-Sport. Dort hatte Malcolm Wilson alle zur Verfügung stehenden Mittel zusammengekratzt, nicht nur um Ogier zu bezahlen, sondern auch das vom Franzosen geforderte Umfeld zu ermöglichen. Das Wagnis zahlt sich bislang für M-Sport aus. Ogier führt die Weltmeisterschaft an und die britische Motorsportschmiede liegt in der Herstellerwertung vorn. 

Bei aller Euphorie, die gerade durch den M-Sport-Service schwebt, haben Wilson und Ogier bereits das nächste Jahr im Blick. Klar ist, aus eigener Kraft kann sich M-Sport den französischen Superstar nicht mehr leisten. Intern hofft man auf Unterstützung durch Ford, doch vom Konzern fehlt noch immer ein klares Bekenntnis zum Rallye-WM-Engagement. Außer ein paar flotten Sprüchen von Dave Pericak, Chef von Ford Performance, am Rande der Rallye Monte Carlo hört man bisher wenig. „Wir sprechen sowohl mit Ford Europa als auch der Konzernleitung in Nordamerika“, bestätigt Wilson und hofft weiter. Ogier selbst würde gerne bei M-Sport bleiben, verlangt aber Klarheit über den weiteren Werdegang des Projektes und dessen Finanzierung.  Um im Kampf gegen Citroën, Hyundai und Toyota bestehen zu können, muss das entsprechende Budget vorhanden sein. 

Wilson bleibt nicht allzu lange Zeit, um Ogier Planungssicherheit zu bieten. Im Sommer will der 33-jährige entscheiden, für welches Team er 2018 fahren wird. Die Ungewissheit des letzten Jahres ist noch frisch in Erinnerung. Am ehesten kommt ein Wechsel zu Citroën in Frage. Dort will Teamchef Yves Matton ebenfalls im Sommer die Weichen für die Zukunft stellen.

„Für diese Saison halten wir an unserer Strategie und den Fahrern fest. Es bleibt dabei, dass alle drei in der ersten Saisonhälfte die Chance haben, ihr Potential zu zeigen“, erklärt der Belgier und skizziert die weitere Vorgehensweise: „Wir haben noch ein paar Monate. Es ist also zu früh, um über 2018 zu sprechen. Zudem entscheide ich nicht alleine. Erst werde ich mit unserer Chefin Linda Jackson über die künftige Strategie und über die Budgets sprechen und dann die Zukunft planen und mit möglichen Fahrern sprechen.“ Klingt nicht nach gesteigertem Interesse. Sollte es keine Finte sein, könnte die Zeit womöglich erneut M-Sport in die Karten spielen, denn für einen Ausstieg fühlt sich Ogier noch nicht alt genug.