Rallye Portugal: Die Ruhe vor dem Sturm

Die Rallye-Weltmeisterschaft ist zurück in Europa und mit der Rallye Portugal erwartet Fahrer und Fans ein echter Klassiker. Doch der hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verändert.

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Die Rallye-Weltmeisterschaft ist zurück in Europa und mit der Rallye Portugal erwartet Fahrer und Fans ein echter Klassiker. Doch der hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verändert.

Die Rallye Portugal führt in diesem Jahr über 19 Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 349,17 Kilometern – lediglich die Hälfte davon ist identisch zum Vorjahr. 90 WP-Kilometer werden in entgegengesetzter Richtung gefahren, 110 Kilometer sind sogar komplettes Neuland. 

Der Start erfolgt am Donnerstag in Guimarães vor der beeindruckenden Kulisse einer Burg aus dem 10. Jahrhundert. Direkt im Anschluss liefern sich die Rallye-Asse die ersten Sekundenduelle auf der nahegelegenen Rallycross-Strecke von Lousada. Am Freitag stehen acht WP in der Nähe der spanischen Grenze auf dem Programm. Eines der Highlights dürften fraglos die beiden abschließenden WP in den Straßen der historischen Stadt Braga sein. Die Samstagsetappe ist mit 154,56 Kilometern verteilt auf sechs WP die längste der gesamten Veranstaltung. Sie beinhaltet zwei neue Prüfungen in den Bergen oberhalb von Cabreira.

Einer der Höhepunkte der diesjährigen Rallye Portugal folgt am Sonntag. Dann steht mit der „Fafe Super Special“ ein echter Wertungsprüfungs-Klassiker auf dem Programm. Hier fliegen die Drift-Asse über den „Salto Da Pedra Sentada“ – jenen legendären Sprunghügel, der bereits in den 1980er Jahren Hunderttausende frenetisch feiernde Fans anlockte. Keine Frage: Hier dürfte erneut beste Volksfeststimmung herrschen. Beim zweiten Durchgang dient diese Prüfung als sogenannte „Power Stage“. Dann können sich die fünf schnellsten Piloten Zusatzpunkte für die WM-Wertung gutschreiben lassen.

Reifentaktik als Schlüssel

Im Kampf um den Sieg dürfte bei diesem WM-Lauf die richtigen Reifentaktik eine besonders große Rolle spielen. Denn spätestens nach der ersten Durchfahrt verändern die Prüfungen ihr Gesicht: Zu Beginn der Veranstaltung besteht der Fahrbahnbelag noch aus zumeist feinem Sand. Auf der zweiten Schleife treten jedoch mehr und mehr hartkantige Steine zu Tage. Die Folge: Teilweise müssen die Teams sogar die Höhe der Fahrwerke anpassen, um Schäden an ihren Fahrzeugen zu vermeiden.


„Die Rallye Portugal ist technisch sehr anspruchsvoll. Die richtige Reifenstrategie kann hier über Sieg und Niederlage entscheiden „Die Rallye Portugal ist technisch sehr anspruchsvoll. Die richtige Reifenstrategie kann hier über Sieg und Niederlage entscheiden“, erklärt Jacques Morelli, Leiter des Rallye-WM-Programms von Michelin. „Anfangs bieten die sandigen Strecken noch guten Grip - theoretisch ist unter diesen Bedingungen die weichere Reifenmischung die ideale Wahl. Allerdings müssen die Fahrer vorausschauend planen, denn erfahrungsgemäß verändern sich die Bedingungen im Laufe der Rallye. Bei der zweiten Durchfahrt sind die WP gespickt mit Steinen und Felsbrocken, das ändert natürlich alles.“  

Gemäß Reglement dürfen die World Rally Car-Piloten in Portugal maximal 28 Reifen verwenden – inklusive einem Satz für den Shakedown, die offizielle Testmöglichkeit. 

LINK: Zeitplan und Nennliste ...