Loeb holt 70. WM-Sieg

Sebastien Loeb hat in Argentinien nicht nur seinen 70. WM-Sieg geholt, er hat seine Nummer-1-Position im Citroën-Team zementiert, obwohl Mikko Hirvonen auf Augenhöhe fuhr. Für Ford kam es Finale knüppeldick. Dani Sordo schied in Sichtweite des Ziels aus.

  • UNGESCHLAGEN: Sebastien Loeb holte den siebten Argentinien-Sieg in Folge

Sebastien Loeb hat in Argentinien nicht nur seinen 70. WM-Sieg geholt, er hat seine Nummer-1-Position im Citroën-Team zementiert, obwohl Mikko Hirvonen auf Augenhöhe fuhr. Für Ford kam es Finale knüppeldick. Dani Sordo schied in Sichtweite des Ziels aus.

Glückwunsch zum neunten Titel in Folge? Nach dem fünften WM-Lauf steht bereits fest, Sebastien Loeb wird sich in diesem Jahr nur aus eigener Kraft schlagen können. Seine Gegner leisteten sich zu viele Fehler, oder werden, wie im Falle des Teamkollegen vorzeitig eingebremst, um einen Citroën-Doppelsieg nicht zu gefährden.

 

Zum 70. Mal stehen Loeb und Co Daniel Elena ganz oben auf einem WM-Podium, ein beeindruckender Bestwert. Zum siebten Mal in Folge gewinnen die beiden Franzosen die Rallye Argentinien, eine nicht minder beeindruckende Erfolgsserie. "Es ist unglaublich. Eine solch schwierige Rallye sieben Mal in Folge zu gewinnen ist umwerfend", jubelte Loeb im Ziel. "Ich bin glücklich für mein Team, nach der Pleite in Portugal war es wichtig, in Argentinien möglichst viele Punkte zu holen."

 

Dabei hatte der WM-Lauf in Südamerika nicht optimal für Loeb begonnen. Der DS3 WRC zickte beim Fahrverhalten, drei Dreher am Freitagmorgen waren eine ungewöhnlich hohe Fehlerquote für Loeb. Kaum hatte er das Setup im Mittagsservice geändert, lief alles optimal und nachdem Petter Solberg wegen einer gebrochenen Spurstange den Tag vorzeitig beende musste, konnte Loeb zügig die Führung erobern. Gefahr drohte nur aus den eigenen Reihen, aber als das Team Mikko Hirvonen zurückpfiff damit sich beide Piloten nicht in einem Duell um die Führung  aufreiben, war die Sache zu Gunsten von Loeb gelaufen. Anschließend spulten die beiden Citroën-Piloten die verbliebenen Wertungskilometer routiniert ab und holten den Doppelsieg. 

 

Ford musste nicht nur registrieren, wie die Konkurrenz aus Frankreich satte Punkte einfuhr, auf der letzten Prüfung - ironischerweise die kürzeste Prüfung des Marathon-Wochenendes - stoppte Dani Sordo weil der Keilriemen seiner Lichtmaschine riss. Das vorzeitige Aus kurz vor dem Ziel! Seinen dritten Platz erbte mit Portugal-Sieger Mads Östberg zwar ein Ford-Fahrer, aber das konnte für die Truppe von Malcolm Wilson nur ein schwacher Trost sein. "Mir tut es für sie wirklich leid, denn sie haben in diesem Jahr jede Menge Pech", zeigte Östberg Mitgefühl. "Dani Sordo fragte mich an der Zeitkontrolle ob ich mir das Problem mal anschauen könnte. So wie es aussah, war es der Keilriemen. Den wechselt man nicht schnell. Das ist eine größere Sache."

  

Die gesteigerten Distanzen in Argentinien forderten ihre Opfer. Fünf der Top-10-Fahrer kamen nur dank Rallye-2-Regel ins Ziel. Hinter Martin Prokop, der mit Platz vier sein bislang bestes WM-Ergebnis holte, schaffte es Thierry Neuville noch auf den fünften Rang. Der junge Belgier war bei seinem ersten Argentinien-Start am Freitag durch einen Fahrfehler weit zurückgefallen, kämpfte sich aber bravourös zurück und holte ebenfalls sein bis dato bestes WM-Ergebnis. Petter Solberg rettete sich mit einer ganzen Serie von Bestzeiten noch auf Platz sechs und holte mit dem Sieg auf der abschließenden Power-Stage drei Extrapunkte für die Fahrerwertung. 

 

Nicht ins Ziel kamen die beiden Mini-Werksfahrer Paulo Nobre und Armindo Araujo. Nach ersten Informationen brachen auch WP17 in beiden Autos die Spurstangen. Bereits zuvor musste Andreas Mikkelsen aufgeben. Sein Skoda Fabia S2000 hielt den Beanspruchungen nicht mehr stand, der linke Dämpfer des Vorderrads bohrte sich auf WP15 durch die Motorhaube. Damit war das beinharte Duell mit seinem Teamkollegen Sebastien Ogier vorzeitig entschieden. Nach dem späten Ausfall von Sordo erreichte Ogier das Ziel auf Platz sieben.

 

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