Neue Pläne

Citroën-Abu Dhabi sucht Talente

Das Gerücht des Sommers blieb ein solches, Citroën Racing wurde nicht von Investoren aus Katar übernommen. Stattdessen bleibt die Rennabteilung im Haus und gewinnt für 2013 einen anderen Golfstaat als Titelsponsor für die Rallye-WM: Abu Dhabi. Gemeinsam hat man konkrete Pläne.

<strong>LOEB DIKTIERT DIE ZUKUNFT:</strong> Citroen schaut sich auf Wunsch des Rekordweltmeisters die WTCC an

Yves Matton bekam von Citroën-Chef  Frédéric Branzet einen klaren Auftrag. Trotz enormer Budgetkürzung sollte er das Überleben von Citroën Racing sichern und gleichzeitig Rekordweltmeister Sebastien Loeb trotz dessen Amtsmüdigkeit weiterhin an die Marke binden.

 

"Dank unserer komfortablen Führung in der Rallye-WM konnten wir uns frühzeitig auf die anderen Handlungsfelder konzentrieren, vor allem die Situation von Sebastien", erklärte Matton. "Wir wussten, dass er seine Karriere schrittweise beenden will und ich glaube, das ausgedünnte Programm gibt ihm dafür einen würdigen Rahmen. Er steht nächstes Jahr nicht unter dem Druck, den Titel gewinnen zu müssen, und jeder seiner Auftritte wird ein Genuss für seine Fans werden. Ich glaube, mit diesem Vorgehen können wir alle leben, denn wenn er bei einem Event auf Siegkurs liegen sollte, kann er unseren Gegnern Punkte wegnehmen."

 

Die deutlich ausgedünnte Kriegskasse wird der neue Hauptsponsor Abu Dhabi wieder auffüllen. "Unser Abkommen läuft über die nächsten drei Jahre plus Option für zwei weitere", berichtet Matton. "Das heißt aber nicht, dass wir uns 2013 von Red Bull trennen werden. Wir befinden uns noch in Verhandlungen."

 

"Unsere Vereinbarung mit Abu Dhabi geht über die Rallye-WM hinaus, denn wir werden über Abu Dhabi Racing – die die Vermarktung übernehmen – auch in der Meisterschaft des Mittleren Ostens (MERC) zusammenarbeiten. Außerdem legen wir gemeinsam die Young Driver Abu Dhabi Academy auf. Durch dieses Programm möchten wir neue Talente entdecken", verrät Matton weiter.

 

Das Emirat kehrt damit nach kurzer Auszeit in die Königsklasse zurück, nachdem Abu Dhabi bereits drei Jahre lang das Ford World Rally Team unterstützt hatte. Khalid Al-Qassimi wird bei ausgewählten WM-Läufen einen Citroën DS3 WRC steuern, für die MERC ist die abgespeckte Regional Rally Car-Variante namens DS3 RRC vorgesehen.

 

"Abgesehen von Mikko Hirvonen, der 2013 die komplette WM-Saison für uns bestreiten wird, haben wir noch keine endgültigen Programme und Fahrer zu verkünden. Citroën Racing wird jedenfalls drei DS3 WRC einsetzen und Mikko fährt einen davon. Wen wir neben ihm für die Herstellerwertung nominieren, entscheiden wir von Rallye zu Rallye."

 

Bezüglich eines möglichen Engagements von Citroën in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) gab Yves Matton nicht allzu viel preis. "Wir möchten erst die neuen Regeln sehen, bevor wir konkrete Pläne schmieden. Rallye-WM und WTCC haben einige Gemeinsamkeiten, vor allem die Motorkonzepte. Sollten wir bei den Tourenwagen antreten, dann wahrscheinlich mit einem Modell aus der DS-Baureihe. Aber das ist auch schon alles, was ich im Moment dazu sagen kann. Fest steht aber, dass ein Start in der WTCC 2014 oder 2015 nicht zwangsläufig parallel zur Rallye-WM passieren müsste."

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