Rallye Portugal

Bertelli beklagt Notfallversorgung

Weil er nach seinem Unfall über drei Stunden auf medizinische Hilfe warten musste, geht Lorenzo Bertelli mit dem portugiesischen Veranstalter hart ins Gericht.

Auf der zehnten Prüfung der Rallye Portugal überschlägt sich Lorenzo Bertelli mit seinem Ford Fiesta WRC. Weil es ihm und Beifahrer Giovanni Bernachini im ersten Moment gut geht, drückt der Copilot den entsprechenden grünen Knopf im Armaturenbrett und stellt das OK-Schuld am Streckenrand auf.

Etwa 20 Minuten fühlt sich Bertelli jedoch deutlich schlechter – er war beim Abflug mit seinem Helm gegen den Überrollkäfig des Autos geknallt. Der Italiener bittet seinen Beifahrer, dass er medizinische Hilfe anfordert. Bernachini schaltet das Notsignal ein und spricht per Mobiltelefon mit dem Rallyearzt. Dieser erkundigt sich nach den Symptomen bei Bertelli und entscheidet daraufhin, dass weder eine Unterbrechung der Wertungsprüfung noch die sofortige Notwendigkeit einer sofortigen medizinischen Versorgung bestünden.

Als wenig später ein Sanitäter aus dem Zuschauerbereich den Zustand von Bertelli überprüft, telefoniert auch dieser mit dem Arzt, der sich jedoch weiterhin gegen den Einsatz einer Ambulanz ausspricht. Nach über drei Stunden Wartezeit trifft schließlich ein Krankenwagen am Unfallort ein und bringt Bertelli ins Krankenhaus nach Porto. Die dortige Untersuchung schließt gesundheitliche Probleme nicht aus und Bertelli muss die Nacht im Krankenhaus verbringen, das er erst am Sonntag wieder verlassen kann. 

„Man ist sprachlos über den Umgang mit dem Verletzten und das Verhalten der offiziellen Mediziner der Rallye Portugal“, heißt es anschließend von Seiten des Teams.

Eine Fortsetzung dieser Nummer scheint durchaus nicht ausgeschlossen, denn Bertellis Eltern – Besitzer des weltberühmten Prada-Modekonzerns - weilten vor Ort und waren alles andere als begeistert, wie mit dem Notsignal ihres Sohns umgegangen wurde.

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