"Anstrengender und extremer"

Auch Mahonen will mehr Abenteuer

Die aktuelle Krise der Rallye-WM verzögert den tiefgreifenden Umbau, den FIA-Präsident Jean Todt plant. Künftig sollen die Läufe wieder deutlich länger werden, der Weltverband wünscht sich das Abenteuer zurück. Auch Rallye-Kommissionschef Jarmo Mahonen teilt die Auffassung, warnt aber gleichzeitig vor falschen Veränderungen.

<strong>VERÄNDERUNG:</strong> Die WM-Läufe sollen in Zukunft wieder länger werden

Weg von Europa und wieder deutlich mehr Wertungskilometer. So stellt sich Jean Todt die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft vor. Die Teams gehen bereits auf die Barrikaden und warnen vor einer Kostenexplosion. Einzig die aktuelle Promoter-Krise hat diesen tiefgreifenden Wandel etwas aus dem Mittelpunkt der Diskussionen gerückt. Vom Tisch ist er deswegen noch lange nicht. Die FIA setzt die Vorbereitungen für den Umbau unverändert fort.

 

"Ich teile die Vision von Jean Todt, aber wir müssen aufpassen, ob der Zeitpunkt der richtige ist", erklärt Rallye-Kommissions-Präsident Jarmo Mahonen gegenüber Autosport und warnt vor überschnellen Entscheidungen: "Wir brauchen zwar das Abenteuer zurück, aber wenn das die Weltmeisterschaft nicht aufwertet, warum sollten wir es dann tun? Wir müssen praktisch und pragmatisch darüber denken. Wenn wir Abenteuer kreieren wollen, aber die Fans das nicht mögen, dann wären wir doch dumm das zu tun. Wir sollten auch nicht vergessen, dass wir mitten in der Wirtschaftskrise stecken und wenn wir etwas schaffen, dass die Kosten erhöht, dann wäre es im Moment nicht richtig."

 

Mahonen, der in Finnland einen der besten WM-Läufe des gesamten Kalenders organisiert, betont auch die wichtige Rolle der Veranstalter: "Wir müssen daran denken, dass die Organisatoren ihr Geschäft kennen. Wenn wir die Organisatoren ihr Ding machen lassen, dann wird es ein besseres Business. Warum soll es die FIA besser wissen, als die Organisatoren der Schweden-Rallye, was dort gebraucht wird? Deshalb haben wir die Regeln von 300 auf 500 Wertungskilometer erweitert. Uns ist aber bewusst, dass wir die Probleme der Organisatoren nicht durch die Erhöhung der Distanz lösen können."

 

Dennoch möchte auch Mahonen zügig Veränderungen einführen, damit das von seinem Chef Jean Todt oft beschworene "Abenteuer" wieder zurückkommt. "Wir können nicht die DNA des Sports vergessen, dann könnten die Dinge sehr schnell schief laufen. In der Vergangenheit waren Rallyes anstrengender, ein wenig extremer, aber nicht so extrem wie der Marathonsport. Derzeit ist es wie ein Tag im Büro. Man arbeitet am Vormittag, hat eine lange Mittagspause, arbeitet etwas mehr am Nachmittag und geht dann ins Hotel und schaut fern", sagte der Finne.

 

Ein großes Interview mit Jarmo Mahonen gibt es in der kommenden Ausgabe von "rallye -  Das Magazin", die ab 3. März überall im Handel erhältlich ist. Abonnenten profitieren von der kostenlosen Vorablieferung am 2. März.

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