WM-Läufe künftig ohne Shakedown?

Auf die Diskussionen um zusätzlichen Reifen für den Shakedown wollte FIA-Rallyedirektor Jarmo Mahonen nur halbherzig eingehen. Der Finne hat offenbar andere Pläne mit dem letzten Test vor einem WM-Lauf.

Autor: 
  • Mads Östberg fliegt über Colins Crest - Foto: RedBull Contentpool

Auf die Diskussionen um zusätzlichen Reifen für den Shakedown wollte FIA-Rallyedirektor Jarmo Mahonen nur halbherzig eingehen. Der Finne hat offenbar andere Pläne mit dem letzten Test vor einem WM-Lauf.

Für viele gehört der Shakedown zum festen Bestandteil ihres Rallye-WM-Wochenendes. Eine kurze Strecke, die Autos sind mehrfach zu sehen, das sind klare Vorteile für den Besuch der Testprüfung, die in der Regel am Donnerstag stattfindet. Auch die FIA hat den Unterhaltungswert des Shakedowns erkannt und verdonnerte die Fahrer dazu, ab sofort mindestens drei Durchgänge zu absolvieren.

Grundsätzlich freuen sich die Piloten über jede Testmöglichkeit, doch aktuell legen sie mehr Wert darauf, ihr beschränktes Reifenkontingent zu schonen. Das führt dazu, dass man ein gemächliches Tempo anschlägt, sehr zum Verdruss der angereisten Fans. „Ich bin gefahren, als ob ich beim Bäcker Brötchen hole“, gab Sebastien Ogier in Schweden unumwunden zu.

Viele befürchten, dass sich der Zustand bei den kommenden Schotter-Rallyes noch verschärfen wird. Dann lassen die Top-Piloten die härtesten Reifen aufziehen und werden selbst diese durch ein gemütliches Tempo schonen. 

Shakedown ohne Zukunft?

Die Nachfrage von etlichen Fahrern bei FIA-Rallyedirektor Jarmo Mahonen brachte wenig Erbauliches. Eine Regeländerung während der laufenden Saison lehnt der mächtige Finne ab, sprich es wird keinen Extra-Reifensatz für den Shakedown geben.

Mahonen legt offensichtlich wenig Wert auf den Shakedown und ist der Meinung, dass die Teams im Vorfeld eines Laufs genügend Zeit für Testfahrten hätten. Entsprechend weit oben steht die Test-Prüfung offenbar auf einer internen Streichliste. Das Format eines WM-Wochenendes soll künftig weiter gestrafft werden. Schon länger ist bekannt, dass die FIA eine Ausweitung des Kalenders anstrebt. Die Abschaffung des Shakedowns könnte dabei auch eine Maßnahme sein, um diese Pläne umzusetzen.