Sicherheitsventil klemmt

Polo R5 Brände: VW hat die Ursache gefunden

Mit dem Elektro-Rekord auf der Nordschleife wollte Volkswagen Motorsport in den letzten Tagen die Schlagzeilen bestimmen, doch die Probleme mit dem Polo R5 überschatteten den Erfolg. Diese sollen aber der Vergangenheit angehören.

Ausgerechnet der Polo R5 von Sebastien Loeb Racing brachte die Erkenntnis: Cédric Althaus bemerkte während der Rallye du Chablais auflodernde Flammen und stoppte rechtzeitig sein Fahrzeug. Im Gegensatz zu den bisherigen Polo R5, die den Flammen zum Opfer fielen, konnten Volkswagen-Techniker anschließend den Polo R5 intensiv untersuchen und fanden heraus, dass die Probleme durch das Überschlagsventil am Tank entstehen.

Dieses Ventil wird in die Tankentlüftung integriert, um ein Austreten von Kraftstoff bei hohen Kurvengeschwindigkeiten, beim Nachtanken oder im Falle eines Überschlages zu verhindern. Wenn das Ventil den Tank aber nicht richtig entlüftet, dann dehnt sich dieser wegen des Überdrucks aus. Dies kann in Kombination mit der Abwärme des Auspuffs zu einer Deformation der Tankabdeckung führen. Hierdurch kann es zu einem Kontakt mit der Kardanwelle und der Abgasanlage und anschließend zu Schäden am Tanksystem kommen.

Weil es während der Entwicklung des Polo R5 keine Probleme mit dem Ventil gab, vermuten die Techniker von Volkswagen Motorsport, dass es ein Zusammenhang mit der Einführung des neuen FIA-Sprits, der seit Jahresanfang von Total kommt, gibt.

Incêndio do VW Polo de Ole Christian Veiby no Vodafone Rali de Portugal

O momento do incêndio no VW Polo GTI R5 de Ole Christian Veiby / Jonas Andersson no troço do Marão esta manhã. Video de Carlos Machado

Gepostet von SportMotores.com am Samstag, 1. Juni 2019

Um die Probleme in den Griff zu bekommen, wird Volkswagen Motorsport die Tankabdeckung im Bereich der Kardanwelle und der Abgasanlage mit einer Stahlstütze verstärken und die Wärmedämmung optimieren. Das Tankentlüftungssystem wird überarbeitet, um einen möglichen Überdruck zuverlässig zu regulieren. Zudem wird der Abstand zwischen zentraler Abgasanlage und Kraftstoffbehälter vergrößert.

Test der neuen Teile schon am Sonntag

Am Sonntag soll Ex-WRC2-Weltmeister Pontus Tidemand die Veränderungen auf Schotterstrecken in Südfrankreich austesten und Polo R5-Vater Gerard Jan de Jongh macht sich anschließend persönlich auf den Weg nach Sardinien, um der verunsicherten Kundschaft beim nächsten WM-Lauf zur Seite zu stehen. „Wir stehen im ständigen Austausch mit unseren Kunden und klar ist: Sicherheit geht vor“, sagte VW-Motorsportchef Sven Smeets.

Unklar ist, ob de Jongh auf Sardinien überhaupt etwas zu tun bekommt. Unter anderem verzichtet Albert von Thurn und Taxis nach den letzten Vorfällen auf den Einsatz des Polo R5 und greift stattdessen zum Skoda Fabia R5. Andere Fahrer haben ähnliche Gedanken. Bis zum Wochenende will sich Ex-Europameister Kajetan Kajetanowicz entscheiden, ob auch er auf den Einsatz im Polo R5 verzichtet.

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