Ärger um Castrol-Rallye

Politik kontra Rallyesport

Die Castrol Rallye muss sich nächstes Jahr einen neuen Austragungsort suchen. Grund sind nicht mehr akzeptable Behördenauflagen.

<strong>ABSAGE:</strong> Der Rundkurs durch Judenburg findet nicht wie geplant statt

Der Rallyesport scheint in der Judenburg-Pölstal Region, einschließlich der Gegend rund um den früheren A1-Ring, einfach nicht mehr willkommen zu sein. Obwohl man in dieser Gegend seit vielen Jahren Rallyes gefahren ist, wirft man dem Veranstalter von Seiten der genehmigenden Behörden heuer enorme Prügel vor die Füße.

 

Dies in einer Region, in der man seit 2003 darum kämpft, wieder in Spielberg Motorsport  betreiben zu können. Der Rallye Zirkus ist natürlich nicht so groß wie die Rundstreckenszene, trotzdem hinterlassen die Übernachtungsziffern und die Konsumation der vielen Teams aus dem In- und Ausland in der Rallyewoche in dieser Gegend spürbar positive Bilanzen.

 

Da die Zuständigen der steirischen Landesregierung Fachabteilung 18e, Herr Dr. Peter Weiß keine Verantwortung bei der Genehmigung übernehmen wollten, wurde auf Kosten des Veranstalters ein unabhängiger Sachverständiger beauftragt ein dementsprechendes Gutachten zu erstellen. Die Kosten dafür betrugen € 1.000. Dieses Gutachten war positiv für den Veranstalter MSC Wolfsberg, man durfte daher auf einen dementsprechenden  Bescheid seitens der steirischen Landesregierung hoffen.

 

Aber siehe da, man irrte sich diesbezüglich gewaltig. Drei Tage vor dem Start der Rallye hat man das Herzstück der Veranstaltung, den Stadtkurs in Judenburg, der als  SP 6 am Freitag gefahren worden wäre, kurzerhand abgesagt, wie Obmann Gerhard Leeb leidvoll feststellte: „So kann man einfach nicht arbeiten. Einen Stadtkurs abzusichern, ist teuer und fordert viele Ordner und Materialien, die wir natürlich schon besorgt haben. Sportlich gesehen ist dieser Stadt-Rundkurs in Judenburg das Herzstück der Rallye, wo in den letzten Jahren zehntausende Fans gezählt wurden. Obwohl wir von den regionalen Behörden und Tourismusverbänden vor einigen Jahren sehr positiv aufgenommen wurden, zwingt mich nun die Landesregierung mit ihrer Vorgangsweise, für die kommenden Jahre eine neue Austragungsstätte zu suchen. Die Absage der Prüfung ist mit enormen Kosten verbunden, die wir jetzt nutzlos zahlen müssen.“

 

Die Sonderprüfung 6 wird jetzt, um den Zeitplan aus Sicherheitsgründen nicht zu gefährden, neutralisiert im Konvoi zur angegeben Zeit gefahren. Dabei haben die Zuschauer im Anschluss die Möglichkeit, sich mit den Fahrern und Teams auf dem Hauptplatz in Judenburg ausführlich zu unterhalten und die negative Situation zu besprechen.

 

Es blieb aber nicht nur bei der Absage der Stadtsonderprüfung, sondern es wurden noch weitere Auflagen gefordert. So zum Beispiel die Tatsache, dass dem Veranstalter auferlegt wurde, mittels Presseinformation die Öffentlichkeit zu verständigen, dass, wenn sich Anrainer vom Lärm der Rallyeautos belästigt fühlen, es die Möglichkeit gibt, Ohrstöpsel zu erhalten – beim Start jeder Sonderprüfung, sowie bei der Rallyeleitung in der Aichfeldhalle. Dies in einer Gegend wo jeden Tag viele Düsenjets des Bundesheeres starten und landen.

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