Schneebergland-Rallye

Eine anspruchsvolle Aufgabe

Bereits zum dritten Mal gehört die Schneebergland-Rallye zur Staatsmeisterschaft. Die Verantwortlichen, mit Gerwald Grössing als Initiator an der Spitze haben der Rallye ein neues Gesicht verpasst.

<strong>NEUER ANSTRICH:</strong> Die Schneebergland-Rallye wurde von den Machern gründlich überarbeitet

Die Schneebergland Rallye (13. bis 14. Juli) Nummer 3 hat mit der bisherigen Veranstaltung nicht mehr sehr viel gemeinsam. Geblieben ist aber mit Rohr im Gebirge der Start- und Zielort. Man wird diesmal 15 Prüfungen zu bewältigen haben. Der Schotteranteil liegt bei 88 %, nur 12 % werden auf Asphalt gefahren werden. "Es wird materialschonende, wunderschöne Schotterabschnitte geben, darüber hinaus wurde die gefürchtete Prüfung Haraseben aus dem Programm gestrichen", so die Organisatoren.

 

Die Rallye selbst zählt nicht nur zur heimischen Meisterschaft, sondern auch als zweite Station zum neu geschaffenen Schotter Rallye Cup, der seine Premiere in Ungarn hatte.

 

Mit drei Siegen in den vier bislang gefahrenen Meisterschaftsläufen und dem dementsprechenden Selbstvertrauen im Gepäck kommt Raimund Baumschlager ins Schneebergland. Dorthin, wo er im Vorjahr wegen einem Rippenbruch nach einem unglücklichen Mountainbike-Sturz kurz vor dem Start absagen musste. Aber auch dorthin, wo er vor zwei Jahren, bei der Premiere, gewinnen und sich so vorzeitig den Rallyetitel 2010 sichern konnte.

 

Dass er in der Rolle des Gejagten ist, bringt einen neunfachen Staatsmeister nicht mehr wirklich aus der Ruhe. "Ich lass alles auf mich zukommen", meint der Skoda-Pilot und warnt sich praktisch selbst. "Die Schneebergland-Rallye ist enorm anspruchsvoll. Da kann immer was passieren."

 

Leider nur zu gut kennt diesen Satz Beppo Harrach. Der amtierende Champion hat 2011 den Lauf rund um Rohr im Gebirge  klar dominiert, ehe er im Auslauf der vorletzten Prüfung einen Baumstumpf zu spät gesehen hat und seinen Mitsubishi zum Dreiradler degradierte. "Eigentlich hab‘ ich mit dieser Rallye noch zwei Rechnungen offen. Zumal wir auch ein Jahr zuvor das schnellste Auto im Feld waren, aber damals durch eine Zeitstrafe um den Sieg gebracht worden sind. Aber vielleicht ist uns dafür das Glück heuer hold."

 

Nutznießer von Harrachs Pech im Vorjahr war Manfred Stohl. Als hartnäckigster Verfolger des Spitzenreiters konnte er gleich im ersten Rennen mit seinem Erdgas-Mitsubishi einen Sieg feiern und ist somit Titelverteidiger. Momentan liegt Stohl in der heimischen Meisterschaft auf dem zweiten Platz. Seine unbestrittene Klasse bewies er kürzlich beim WM-Lauf in Neuseeland, wo er mit Copilotin Ilka Minor nicht nur sensationell auf Platz 10 fuhr, sondern so auch ein perfektes Schottertraining für die Schneebergland-Rallye abhalten konnte. Ein Umstand, dessentwegen ihn etwa Raimund Baumschlager auch heuer zum Sieganwärter Nummer 1 zählt.

 

Kris Rosenberger, zuletzt Zweiter im VW Polo S2000 bei der Bosch-Rallye, feiert seine Schneebergland-Rallye-Premiere: "Ich bin dort noch nie gefahren, freue mich aber umso mehr darauf, weil ich Schotter einfach liebe. Soviel ich gehört habe, soll ja heuer streckentechnisch sehr viel neu sein, deshalb hoffe ich, dass sich der Vorteil meiner Konkurrenten in Grenzen hält. Ziel ist es natürlich, dort fortzusetzen, wo man zuletzt aufgehört hat. Also habe ich das Podest im Visier." 

 

Für Mario Saibel, der ebenfalls letztes Jahr hier gefehlt hat, weil sein Mitsubishi Evo X gerade auf ein R4-Gefährt umgerüstet wurde, ist der heurige Lauf eine Geburtstags-Rallye. Der Wiener wird am 15. Juli 38 Jahre jung. Was wäre ein Geschenk für ihn? "Schwer zu sagen. Normalerweise setzt man sich immer das Podium zum Ziel. Aber so realistisch bin ich, dass ich bei dieser Rallye andere in der Favoritenrolle sehe. Ich möchte einfach eine gute Fahrt auf Schotter genießen." Als Schotter-Freak sieht sich auch Christian Mrlik. Der Waldviertler im Subaru bedauert, "dass es die Prüfung Haraseben nicht mehr gibt. Aber die Rallye wird auch so spektakulär genug sein. Und wer weiß, vielleicht ist ja sogar eine Überraschung meinerseits drinnen."

 

Für eine Überraschung sorgte heuer im Rebenland Hermann Neubauer mit Platz drei, ehe er dann im Lavanttal ausschied und in Pinggau einen Riesen-Crash fabrizierte, der für seinen Copiloten Berhard Ettl im Spital endete. Der Subaru-Pilot aus Salzburg gibt sich deshalb vorsichtig: "Nach so einem Erlebnis wie zuletzt muss man erst wieder Vertrauen zum Auto finden. Deshalb zählt für mich in erster Linie einmal eine Zielankunft."

 

Weitere Kandidaten für die Top-10 sind neben den Subaru-Routiniers Willi Stengg und Walter Mayer auch der Oberösterreicher Jörg Rigger (Mitsubishi Evo X), der Niederösterreicher Robert Zitta (Subaru) sowie der Salzburger Manfred Pfeiffenberger (Mitsubishi Evo IX).

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