Deutschland-Rückkehr von Abarth

Der Skorpion ist zurück

Nach der Einweihung der Firmenzentrale an historischer Stelle im Turiner Vorort Mirafiori kommt jetzt die Rückkehr von Abarth auf den deutschen Markt als eigenständige Marke.

 

RENNSEMMEL: Auch der neue Fiat 500 kommt in einer Abarth-Version

 

Mit 25 exklusiven Vertriebspartnern - den so genannten „Officine Abarth“ - startet der italienische Sportwagenhersteller mit dem legendären Skorpion im Wappen in Deutschland durch. Sie bieten das komplette Abarth Programm - Neufahrzeuge, Performancezubehör, Service, Accessoires - in eigens gestalteten Verkaufsräumen. Ergänzt wird das Netz der „Officine Abarth“ durch rund 50 Servicebetriebe, die so genannten „Preparatore“. Diese gewährleisten eine deutschlandweite Abdeckung mit qualifizierten Fachwerkstätten, die u. a. auch die Montage von Performance-Komponenten durchführen.

 

Das Abarth Modellprogramm umfasst zunächst den Grande Punto Abarth (114 kW/155 PS), den mit 132 kW/180 PS extrem sportlichen Grande Punto Abarth esseesse (italienische Abkürzung für Super Sport) und ab Juli den 500 Abarth, der mit 99 kW/135 PS. Eine zukünftige Erweiterung beispielsweise um eine von Markenpräsident Luca de Meo angekündigte esseesse-Version des 500 Abarth (rund 118 kW/160 PS) ist fest eingeplant.

 

Mit dem aktuellen Modellprogramm knüpft die Marke nahtlos an die von Carlo Abarth - auf dessen Sternzeichen sich das Skorpion-Logo bezieht - begründete Historie an. Der geborene Wiener, der 1938 nach Italien übersiedelte und seinen Vornamen von Karl in Carlo änderte, war auf den Bau kleinvolumiger Sportwagen auf Basis von Fiat Serienfahrzeugen spezialisiert. Bis zum Verkauf seiner Firma 1971 an Fiat baute Carlo Abarth über 200 verschiedene Modelle, die alle eins verband: die tiefe Leidenschaft eines Selfmade-Ingenieurs für sportliche Fahrzeuge. Und viele davon wurden im Rennsport eingesetzt. Mit tiefgreifend getunten Varianten von Fiat 500, Fiat 600 und Fiat 850 boten Privatfahrer den arrivierten Rennställen bei Tourenwagen-Rennen die Stirn. Gegen die großen Hersteller traten die Abarth Werkspiloten in komplett selbst konstruierten Fahrzeugen in den Prototypen-Kategorien an. Insgesamt mehr als 7.300 Siege erzielte Abarth zwischen 1956 und 1971 weltweit. Aber auch im normalen Straßenverkehr erfreute sich der Name Abarth schnell eines ausgezeichneten Rufs. Die von ihm entwickelten Sportauspuffanlagen, schon von weitem an den verchromten Endrohren und dem unverwechselbaren Sound zu erkennen, fanden reißenden Absatz (1962 verkauft Abarth rund 257.000 Stück) und waren die Vorboten einer gerade erst entstehenden Tuningbranche.

 

Das Comeback der Marke Abarth beruht auf den drei Geschäftsfeldern Business, Engineering & Manufacturing und Racing. In den Bereich Business Operations fallen der Vertrieb von kompletten Abarth Fahrzeugen sowie von Komponenten für Leistungssteigerung und Karosseriestyling. Zu den Aktivitäten zählen außerdem die Organisation der Vertriebsstruktur, das Lizenzwesen und die Entwicklung von Merchandising-Artikeln. Engineering & Manufacturing umfasst Entwicklung, Vertrieb und Service von Fahrzeugkomponenten für den Einsatz im Motorsport. Racing Operations schließlich ist für das Abarth Werksteam sowie für die Unterstützung von Kundenteams in verschiedenen internationalen Rallye-Meisterschaften verantwortlich. Und das mit großem Erfolg - weltweit sind momentan rund 40 Exemplare des Grande Punto Abarth Super 2000 (Zweiliter-Saugmotor mit rund 205 kW/280 PS, Allradantrieb) im Einsatz. Die stattliche Trophäensammlung im neuen Abarth Hauptquartier wurde u. a. um Titel in der Rallye-Europameisterschaft und in der Intercontinental Rally Challenge (IRC) erweitert. Racing Operations ist auch für die Konzeptionierung möglicher Markenpokal-Rennserien mit Abarth Fahrzeugen zuständig.

 

HEISSE KISTE: 135 PS leistet der 1.4 Liter Motor des 500er

 

Dass sie das Zeug zum Rennauto haben, beweisen Grande Punto Abarth und 500 Abarth bereits im Serienzustand. Das Vierventil-Turbotriebwerk des Grande Punto Abarth mobilisiert aus 1.4 Liter Hubraum 114 kW (155 PS). Damit beschleunigt der kompakte Dreitürer in 8,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 208 km/h. Der sportlichen Leistung angepasst sind Fahrwerk (zehn Millimeter tiefer gelegt, vergrößerter Stabilisator, härtere Federn hinten, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen) und Bremsen (vorne innenbelüftet mit rot lackierten Vierkolben-Festsätteln von Brembo). Noch dynamischer wird der Grande Punto Abarth mit dem Super Sport-Nachrüstsatz esseesse. Die Leistung des Turbomotors steigt damit auf 132 kW (180 PS). Der Grande Punto Abarth esseesse absolviert in 7,7 Sekunden den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h. Komplettiert wird das Performance-Kit durch 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, ein um zusätzliche 20 Millimeter abgesenktes Fahrwerk und eine Hochleistungsbremsanlage mit gelochten Scheiben an der Vorder- und Hinterachse.

 

Unter der Haube des neuen 500 Abarth arbeitet ebenfalls der 1.4-Liter-Vierventil-Turbobenziner, der in diesem Fahrzeug 99 kW (135 PS) leistet. Für optimale Übertragung der Motorkraft auf die Fahrbahn sorgt ein Vorderachsdifferenzial mit elektronisch gesteuerter Torque Transfer Control (TTC). Es verhindert z. B. bei schneller Kurvenfahrt oder voller Beschleunigung das Durchdrehen der Antriebsräder. Wie beim Grande Punto Abarth werden auch beim 500 Abarth mit gezielten Veränderungen der Basis-Karosserie die Aerodynamik verbessert und die Funktionalität gesteigert. Charakteristisch sind der nach hinten verlängerte Dachaufbau samt großem Spoiler und der als Diffusor konzipierte hintere Stoßfänger. Runde, doppelwandige Auspuffendrohre links und rechts sind Ausdruck der sportlichen Fahrleistungen.

 

Die Front des 500 Abarth formen funktionale und sportliche Elemente zu einem Gesicht, das stark an den Seriensieger Fiat 1000 Abarth TC aus den 60er Jahren erinnert. Sie wird geprägt von einer spezifischen Spoilerstoßstange mit großen Kühllufteinlässen sowie der kraftvoll gewölbten Motorhaube. Neben der Scheinwerfergalerie fungiert das mittig platzierte Abarth Markenlogo als krönendes Element. Seitenschweller, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen (optional 17-Zoll) in speziellem Design, mit dem Skorpion-Logo verzierte Radnabenabdeckungen, rot lackierte Bremssättel und Außenspiegel sowie ein durchgehend roter Seitenstreifen mit Abarth Schriftzug erinnern auch in der Seitenansicht an die legendären Abarth Tourenwagen der 60er und 70er Jahre. Auch den Innenraum des 500 Abarth prägen Details mit Bezug zum Rennsport. Sportsitze, das Cockpit mit speziell konzipierten Instrumenten, Ladedruckanzeige, Dreispeichen-Sportlenkrad, Ganganzeige mit LED-Signal für optimalen Schaltzeitpunkt, Aluminium-Pedale im Racing-Look sowie der mit Leder bezogene Schalthebel unterstreichen den sportlichen Charakter des kleinsten Abarth Modells.

« zurück