WRX Abu Dhabi: Grönholm siegt und verliert doch

Niclas Grönholm gewinnt den Saisonstart der Rallycross-Weltmeisterschaft, doch dann wird er zu den Rennkommissaren gebeten. Die anschließende Verhandlung am grünen Tisch geht für den Hyundai-Piloten nicht gut aus.

Niclas Grönholm gewinnt den Saisonstart der Rallycross-Weltmeisterschaft, doch dann wird er zu den Rennkommissaren gebeten. Die anschließende Verhandlung am grünen Tisch geht für den Hyundai-Piloten nicht gut aus.

Eigentlich war es das Duell, das alle erwartet hatten. Nach zwei von vier Qualifikationsläufen zeichnete sich ab, dass die erste Startreihe im Finale Timmy Hansen und Andreas Bakkerud vorbehalten sein müsste. Mit schnellen Zeiten unterstrichen der Peugeot - und Audi-Pilot ihre Favoritenrolle. Im dritten Vorlauf rollten sie nebeneinander in die Startaufstellung. Das direkte Duell der beiden Skandinavier um den Sieg in der Qualifikation konnte beginnen - und es fand ein jähes Ende. 

Timmy spulte seine Runden ab und Bakkerud erledigte frühzeitig die Jokerlap. Als Timmy den Umweg in der vorletzten Runde nimmt, kommt es ausgangs der Jokerlap zum Showdown: Bakkerud jagt mit soviel Schwung heran, dass er kaum die nächste Kurve heil überstehen könnte. Hansen prescht aus der Jokerlap und dann knallt es heftig zwischen den beiden Favoriten. Bakkerud strandet mit abgerissenem Vorderrad, Hansen schleppt sich noch ins Ziel.

Vorzeitiges Aus für Hansen trotz Bestzeiten 

Nach drei Qualifikationsläufen führt Hansen dennoch das Feld an, aber sein Überollkäfig wurde auf der Fahrerseite so sehr beschädigt, dass ihm eine weitere Teilnahme an dem Rennen aus Sicherheitsgründen verwehrt wurde. Bakkerud schafft es in allerletzter Sekunde mit halbwegs repariertem Audi zum Startgrid, mehr als eine vorsichtige Ausfahrt und in der Endabrechnung Platz 13 war für ihn jedoch nicht drin.

So qualifizierte sich nur Timmy für das Semifinale, doch dort nahm die Konkurrenz seine Position ein, schließlich war es auf die Schnelle unmöglich, dem Peugeot eine neue Sicherheitszelle zu verpassen. Das Regelwerk sieht vor, dass Ausfälle durch Nachrücker kompensiert werden, damit die Finalläufe voll besetzt sind und so profitierte Reinis Nitiss von Hansens Ausfall. 

Mit Timmys Bruder Kevin ging doch noch ein Hansen als Sieger aus der Qualifikation hervor. Der 20-jährige brillierte beim Saisonauftakt und verwies Niclas Grönholm und Timo Scheider auf die Plätze. Ein sehr interessantes Ergebnis, nicht nur für die deutschen Fans, die einige Schrecksekunden mit Scheider erleben mussten. Mal wurde es am Start eng für den Fahrer aus dem Team von René Münnich, dann schob Liam Doran unsanft von hinten. Nun hofften viele, dass Scheider seinen Erfolg aus 2017 wiederholen könnte, als er beim Saisonauftakt in Barcelona mit Rang zwei im Finale überraschen konnte. Aber mit Niclas Grönholm stand immerhin der beste Privatfahrer aus der vergangenen Saison in den Top 3. 

Scheiders Weg ins Finale 

In seinem Semifinale hätte Grönholm die Finalteilnahme beinahe verpatzt. Die Kupplung funktionierte nicht optimal und so versaute er den Start, er wurde aus der Pole-Position bis auf Platz vier zurück gespült. Mit Mühe, Konzentration und etwas Glück kämpft er sich aber wieder bis nach vorn und erobert so einen Platz in der ersten Reihe des Finallaufs. Das andere Semifinale sieht einen beeindruckenden Sprung von Nitiss, der die hohen, pyramidenförmigen Curbes so unglücklich erwischt, dass er hochfliegt und auf dem Dach des Renault Megane von Anton Marklund landet. Wieder auch eine Schrecksekunde für die deutschen Fans, denn Scheider steckt mit in dem Pulk. Doch er kommt heil aus der Sache heraus, erobert sogar noch Rang zwei und einen Platz im Finale, rammt aber noch mit viel Schwung die Streckenbegrenzung. 

Ergebniskorrektur am grünen Tisch

Sechs Nationen mit fünf verschiedenen Fahrzeugen - so stellt sich das Finale auf. Hansen und Grönholm jagen davon, Scheider wird von den Audis in die Zange genommen. Doch Krisztian Szabo und Liam Doran können Scheider zunächst nichts anhaben, der Deutsche bleibt auf Podiumskurs. Inzwischen wagt Grönholm einen kleinen Schubser an das Heck von Hansen, der gerät ins Trudeln und Grönholm zieht vorbei. Scheider wird langsamer und fällt auf Position sechs zurück. Grönholm holt sich derweil den ersten Sieg in der noch jungen Saison, erhält später für seine Aktion aber noch eine drei Strafsekunden, die ihn schließlich auf Position zwei zurückfallen lässt. So gewinnt Kevin Hansen und Liam Doran erklimmt als überraschender Dritter das Podium.

Ergebnis WRX Abu Dhabi

1. Kevin Hansen (Peugeot) 4:39.467
2. Niclas Grönholm (Hyundai) 4:36.946
3. Liam Doran (Audi) 4:40.195
4. Krisztián Szabó (Audi) 4:43.117
5. Janis Baumanis (Ford) 4:41.694
6. Timo Scheider (Seat) 5:09.084

WRX-Stand: 1. Kevin Hansen 30; 2. Niclas Grönholm 26; 3. Janis Baumanis 20; 4. Timo Scheider 20; 5. Krisztián Szabó 18; 6. Anton Marklund 14