Kristoffersson macht Rallycross-WM zur One-Man-Show

Der neunte Lauf zur Rallycross-Weltmeisterschaft war eine Wiederholung des Vorjahres. Johan Kristoffersson sorgt in der WRX für Eintönigkeit.

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Der neunte Lauf zur Rallycross-Weltmeisterschaft war eine Wiederholung des Vorjahres. Johan Kristoffersson sorgt in der WRX für Eintönigkeit.

Niemand hegte auch nur den leisesten Zweifel daran, dass Johan Kristoffersson in Riga gewinnen würde. Samstags zwei Bestzeiten und in jedem Rennen schien Kristoffersson bereits in der ersten Kurve uneinholbar. Fast ungläubig verfolgten die Zuschauer, wie er anschließend auf der Geraden beschleunigte und sich sofort eine Lücke zwischen ihm und den Verfolgern bildete. Keinem gelang es so recht, diese Lücke zu schließen.

Nur Mattias Ekström und Sebastien Loeb schienen überhaupt in der Lage, dem Tabellenführer einigermaßen folgen zu können. Es blieb fast unbemerkt, dass Kristoffersson dann am Sonntag nur Dritter im Q3 wurde. Doch als er Q4 mit einer weiteren Bestzeit abschloss, hatte erneut die Qualifikation für sich entschieden.

Das Qualifikationsergebnis glich dem des Vorjahres: Kristoffersson vorn, gefolgt von Loeb und Ekström. Im Finale zog Loeb auch 2017 den Kürzeren gegen Ekström, nun musste er sich dem Schweden erneut geschlagen geben. Übrigens haben die drei auch in den Semifinals die Resultate wiederholt: Loeb gewann schon 2017 sein Semifinale ebenso wie Kristoffersson und hinter ihm wurde Ekström damals Zweiter.

Selbst ein Solberg-Unfall wiederholte sich an gleicher Stelle, allerdings ging es diesmal glimpflicher für den Norweger aus. Er konnte seine Fahrt fortsetzen und musste nicht geborgen und neu verschraubt werden wie im Vorjahr, als er sich das Schlüsselbein brach und mit dieser schmerzhaften Verletzung den Rest der Saison bewältigt hatte. Eine Finalteilnahme verpasste er dadurch - Genauso wie in diesem Jahr.

Das einzige, was sich nicht wiederholte, war die vorzeitige Krönung Kristofferssons - trotz seines prall gefüllten Punktekontos. Im Vorjahr hatte er den Titel bereits sicher, doch in diesem Jahr stehen noch drei Läufe aus. „Wir haben noch dreimal die Chance, ihn zu schlagen, dann werden wir das auch noch dreimal versuchen“, zeigte sich Ekström anschließend kämpferisch. 

Manfred Stohl sauer

Trotz aller Unterstützung der heimischen Fans fehlte Lokalmatador Janis Baumanis nach vier durchwachsenen Vorläufen letztendlich ein einziger Punkt, um die Halbfinal-Phase zu erreichen. Seinem Teamchef Manfred Stohl, der eigentlich als eher ruhiger Zeitgenosse bekannt ist, konnte nach einem Zwischenfall nur noch mit dem Kopf schütteln: „Liam Doran ist Janis in zwei Kurven gleich drei Mal hinten ins Auto gefahren und hat ihn quergestellt. Diese Fahrweise wurde auch nachträglich von den Stewards untersucht, aber dann ohne weitere Folgen für den Briten eingestellt, weil Janis angeblich zu früh gebremst haben soll. Das ist eine Entscheidung die wir zwar zur Kenntnis nehmen müssen, nachvollziehen kann ich sie aber leider überhaupt nicht.“ Doppelt ärgerlich: Liam Doran hatte schlussendlich genau jenen Punkt mehr am Konto, der Janis Baumanis für den Einzug ins Semifinale fehlte.

Nitiss wird Europameister

Die Europameisterschaft kürte erwartungsgemäß den Lokalhelden Reinis Nitiss zum Meister. Er ließ sich vor heimischem Publikum ausgiebig feiern und seine Ehrenrunde brachte den Herzschlag der IMG-Verantwortlichen zum Rasen, schließlich wollten die unbedingt im Zeitplan bleiben. Mit René Münnich hatte es auch ein Deutscher ins Finale geschafft. Er gehörte das gesamte Rennwochenende zu den Top-Fahrern, zeigte sich bestens aufgelegt und erreichte Platz zwei im Semifinale. Der Einzug ins Finale war damit geschafft, mit etwas Glück konnte sogar ein Podestplatz drin sein.

Beinahe wäre das auch geglückt, durch geschicktes Jokern lag Münnich an aussichtsreicher Position, schloß sogar noch auf den Dritten Anton Marklund auf, der plötzlich technische Probleme bekam und merklich langsamer wurde. Zu diesem Zeitpunkt war die Renndistanz jedoch schon fast absolviert, für Münnich reichte es daher am Ende doch nur für Platz vier. Eine Runde mehr und auch sein Rennanzug hätte nach Champagner gerochen.

Ergebnis Finale in Riga

1. Johan Kristoffersson, Volkswagen Polo R
2. Mattias Ekström, Audi S1
3. Sébastien Loeb, Peugeot 208 WRX
4. Niclas Grönholm, Hyundai i20
5. Timmy Hansen, Peugeot 208 WRX
6. Kevin Hansen, Peugeot 208 WRX

Stand Fahrerwertung

1. Johan Kristoffersson, Volkswagen Polo R, 254 Punkte
2. Mattias Ekström, Audi S1, 181
3. Andreas Bakkerud, Audi S1, 179
4. Sébastien Loeb, Peugeot 208 WRX, 176
5. Petter Solberg, Volkswagen Polo R, 175
6. Timmy Hansen, Peugeot 208 WRX, 163
7. Niclas Grönholm, Hyundai i20, 112
8. Kevin Hansen, Peugeot 208 WRX, 98
9. Timur Timerzyanov, Hyundai i20, 73
10. Janis Baumanis, Ford Fiesta, 71