Wieder kein Loeb-Sieg in Frankreich

Sebastien Loeb blieb erneut ein Heimsieg verwehrt und Dauersieger Johan Kristoffersson holt den fünften Sieg in Folge. Die Audis zeigen, dass sie mithalten können.

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Sebastien Loeb blieb erneut ein Heimsieg verwehrt und Dauersieger Johan Kristoffersson holt den fünften Sieg in Folge. Die Audis zeigen, dass sie mithalten können.

An Johan Kristoffersson führt kein Weg vorbei. Viele hatten im Vorfeld gehofft, dass Sebastien Loeb bei seinem Heimauftritt ein imposanter Auftritt gelingt oder überhaupt irgendetwas geschieht, was noch etwas Spannung in die Endphase der Weltmeisterschaft bringen könnte. Nichts dergleichen geschah.

Weltmeister Kristoffersson holte drei Bestzeiten und gewann die Qualifikation. Einzig Mattias Ekström war in der Lage, neben dem Weltmeister eine Bestzeit in die Tabellen zu schreiben. Eine Überraschung gelang Liam Doran, der als Gaststarter im Team von GC Kompetition deren Renault Megane zu einer zweitschnellsten Zeit katapultierte. Doch schließlich stand doch wieder Kristoffersson als Sieger da, nun zum fünften Mal in Folge. Sieben der bisher acht Finalläufe hat er für sich entschieden. Für diese Saison scheinen daher alle Messen gelesen. 

Woran lag es diesmal? Loeb hatte technische Probleme im zweiten Qualifikationslauf, diese bremsten ihn kurz ein und so fand er sich am Sonntag in einer der frühen Startgruppen für Q3. Das Problem: die Strecke war gewässert worden und äußerst schlüpfrig. Timo Scheider schleuderte es nach einem Startgerangel sogar in die Bande. Da die Jokerlap asphaltiert war und die reguläre Strecke eine lange Schotterpassage beinhaltete, war die Jokerlap in den ersten Rennen tatsächlich mal ein Joker: man konnte prima abkürzen und wer zuerst in die Jokerlap stieß, kam plötzlich am anderen Ende als Führender heraus. Dies änderte sich rasch, da der Bereich nach jedem Rennen weiter trocken gefahren wurde. Doch für diejenigen, die unter diesen Bedingungen starten mussten, waren mit bestem Willen keine guten Zeiten einzufahren.


Loeb hatte Glück im Unglück, weil er mit Platz zwölf in der Qualifikation wenigstens noch die Teilnahme an einem Semifinale in der Tasche hatte. Aus der letzten Position musste er sich danach unter die Top-Drei kämpfen, um in das Finale einzuziehen. Unter dem tosenden Applaus der Zuschauer legte Loeb dann ein Rennen hin, das für Gänsehaut sorgte. In der Startphase herrschten Staub und Getümmel - daraus löste sich Loeb als Dritter. Nachdem die Jokerlap passiert war, schoss Solberg heran und küsste Loebs Heck. Eine Schrecksekunde für die Fans, doch Loeb setzt sich durch, bleibt Zweiter und heftet sich an die Fersen von Andreas Bakkerud. In der letzten Runde legt Loeb noch einen mächtigen Drift hin und staubt die Anlage so richtig voll - den Franzosen stockt der Atem - doch das Manöver geht gut und Loeb zieht ins Finale ein. 

Audis jokern in letzter Runde

Für das letzte Rennen des Tages hatten sich ohne große Mühen bereits Ekström, Kristoffersson und Timmy Hansen qualifiziert. Wieder zeigte Ekström mit einem Sieg über Kristoffersson im ersten Semifinale, dass der amtierende Weltmeister doch nicht ganz unschlagbar ist.

In einem ausschließlich mit Werksfahrern bestückten Finale schien es lange Zeit so, dass den Audis eine Überraschung gelingen könnte. Rundenlang hielten sie die Führung, doch die Volkswagen mit Solberg und Kristoffersson hatten früh gejokert. In der letzten Runde war es dann soweit: Bakkerud, Ekström und Timmy Hansen sausen in die Jokerlap, die Polos mit Loeb im Schlepptau parallel dazu auf der Außenbahn der regulären Strecke. Alle halten den Atem an und suchen Deckung und Fluchtwege, denn wenn die beiden Trios mit vollen Speed ausgangs der Jokerlap aufeinander treffen, kann das niemals gut gehen. Tut es aber doch, es gibt kein Kleinholz, sondern die Protagonisten reihen sich nahezu ohne Feindberührung in einem vorbildlich durchgeführten Reisverschlussverfahren ein. Für Kristoffersson reicht es zum Sieg, Bakkerud folgt ihm und sein Teamgefährte Solberg komplettiert das Trio.

So lief es in der Europameisterschaft

In der Europameisterschaft büßt Reinis Nitiss einige Pünktchen ein, doch hat er auch weiterhin einen komfortablen Vorsprung, der es ihm ermöglichen sollte, in zwei Wochen auf seiner Heimstrecke in Riga beim Finallauf der ERX den Titel einzufahren. René Münnich hatte sich mit konstant guten Ergebnissen als Zehnter qualifiziert und nur knapp den Einzug in das Finale der schnellsten sechs verpasst. Im Zweiten Semifinale hätte mehr als Platz fünf drin sein können, aber es führte letztlich kein fairer Weg an Mario Barbosa vorbei.

Ergebnis RX Loheac

1. Johan Kristoffersson 3:44.787
2. Andreas Bakkerud 3:45.127
3. Petter Solberg 3:45.571
4. Mattias Ekström 3:45.945
5. Kevin Hansen 3:46.210
6. Sébastien Loeb 3:46.362

RX Fahrerwertung

1. Kristoffersson 224
2. Bakkerud 165
3. Solberg 160
4. Hansen 158
5. Ekström 157
6. Loeb 151