Rallycross-WM Kanada: Chance vertan

Wenn die Verfolger Weltmeister Johan Kristoffersson noch einholen wollen, müssen sie sich sputen. Alle kamen erholt aus der Sommerpause, Sebastien Loeb und Mattias Ekström machten zunächst auch alles richtig – bis zum Sonntag.

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Wenn die Verfolger Weltmeister Johan Kristoffersson noch einholen wollen, müssen sie sich sputen. Alle kamen erholt aus der Sommerpause, Sebastien Loeb und Mattias Ekström machten zunächst auch alles richtig – bis zum Sonntag.

Am Samstag sah es so aus, als könnte es doch noch spannend werden im Kampf um die Weltmeisterschaft. Dauersieger Johan Kristoffersson sah sich am Abend nach den ersten beiden Qualifikationsläufen als Neunter in der Tabelle – ein ungewohntes Bild für den Tabellenführer mit komfortablem Vorsprung. Sebastien Loeb hatte derweil zwei Bestzeiten markiert und schien auf dem Weg zur Idealpunktzahl zu sein. Ekström folgte mit zwei zweiten Plätzen und Petter Solberg wurde zwei Mal Dritter. Die Verfolger spulten ein souveränes Programm ab und ließen niemanden zwischen sich. War Kristoffersson etwa müde geworden? Fuhr er auf Sicherheit und wollte lieber kleine Punkte sammeln und nichts riskieren? 

Am Sonntag wendete sich das Blatt und das Imperium schlug zurück: Kristoffersson setzte zwei Bestzeiten und holte schließlich aus der Qualifikation ein einziges Pünktchen mehr als Loeb, der sonst die Quali gewonnen und die meisten Punkte eingestrichen hätte. Die Verfolger standen sich wieder einmal selbst im Weg, denn ausgerechnet Ekström und Loeb waren in Q3 ausgangs der Jokerlap aneinander geraten. Ekström blieb dabei auf der Strecke, Loeb konnte immerhin nach 20 Sekunden Parken die Fahrt fortsetzen. Ein heftiger Dämpfer für die beiden, die dadurch den kostbaren Vorsprung einbüßten. Es war wohl die Schlüsselszene am Wochenende, wären Loeb und Ekström einträchtig hintereinander her gefahren, hätte Kristoffersson sie nicht vom Thron verdrängen können. 

Aber auch in den Finalläufen hatte Kristoffersson leichtes Spiel und die Verfolger jede Menge Probleme. Im ersten Semifinale rauschen Kristoffersson und Solberg beinahe zum Doppelsieg für Volkswagen, aber Ekström setzt sich in letzter Sekunde dazwischen. Das zweite Semifinale bot ebenfalls jede Menge Action. Lange führte Andreas Bakkerud, bis dahin Tabellenzweiter und Stammgast in den Finalläufen. Ekströms Teamkollege war auf dem besten Weg, doch dann führt ein Kontakt mit Loeb dazu, dass ein Hinterrad den Dienst quittiert. Aufhängungsschaden, der Audi wird nahezu unlenkbar. Wacker kämpft Bakkerud um seine Position, doch einer nach dem anderen zieht vorbei und als das Rennen gelaufen ist, war Bakkerud auf den undankbaren vierten Platz zurück gefallen. „So kann man dann nicht gegen die besten der Rallycross Weltmeisterschaft kämpfen“, erklärte ein niedergeschlagener Bakkerud, dessen Blitzstart nicht mit einem Finaleinzug belohnt wurde. 

Im Finale trumpften die Peugeot auf. Zwar war gegen Kristoffersson einmal mehr kein Kraut gewachsen, doch Timmy Hansen und Sebastien Loeb folgten dem Weltmeister auf das Podest. Ein wertvoller Schritt für die beiden Löwenbändiger, denn nun stehen sie – punktgleich mit jeweils 140 Zählern übrigens – auf den Positionen zwei und drei in der Tabelle. Wie spannend es trotz der Dominanz des Weltmeisters bleibt, zeigt ein weiterer Blick auf den Punktestand der Meisterschaft: hinter den Peugeot lauern Andreas Bakkerud und Petter Solberg – ebenfalls punktgleich, mit jeweils 139 Zählern. Spannender könnte es kaum zugehen.

Ergebnis WRX 7. Lauf, Trois-Rivières

1. Johan Kristoffersson, Volkswagen 5.00,190 Min.
2. Timmy Hansen, Peugeot + 0,696 Sek.
3. Sébastien Loeb, Peugeot + 2,147 Sek.
4. Mattias Ekström, Audi + 3,366 Sek.
5. Petter Solberg, Volkswagen + 4,038 Sek.
6. Janis Baumanis, Ford + 9,950 Sek.

Fahrerwertung nach 7 von 12 Läufen

1. Johan Kristoffersson, Volkswagen 195 Pkt. 2. Sébastien Loeb, Peugeot 140 Pkt. 3. Timmy Hansen, Peugeot 140 Pkt. 4. Andreas Bakkerud, Audi 139 Pkt. 5. Petter Solberg, Volkswagen 139 Pkt. 6. Mattias Ekström, Audi 134 Pkt.