Kristoffersson erneut unschlagbar

Johan Kristoffersson siegt im norwegischen Hell, Petter Solberg schafft es vor heimischer Kulisse endlich aufs Podest und Mattias Ekström wird trotz einiger Schrecksekunden Zweiter.

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Johan Kristoffersson siegt im norwegischen Hell, Petter Solberg schafft es vor heimischer Kulisse endlich aufs Podest und Mattias Ekström wird trotz einiger Schrecksekunden Zweiter.

Johan Kristoffersson ist unschlagbar geworden, so lautet das Fazit nach dem fünften Lauf zur Rallycross Weltmeisterschaft (WRX). Mit vier Bestzeiten ließ er bereits in der Qualifikation keinen Zweifel daran aufkommen, wer hier in den norwegischen Bergen das Sagen haben würde.

Niemand konnte ihm das Wasser reichen oder auch nur im Geringsten gefährlich werden. Mit einem Sieg in seinem Semifinale und dem Erfolg im Finale holt er die Idealpunktzahl und baut die Tabellenführung weiter aus - manch einem lag die Gratulation zur Titelverteidigung schon auf der Zunge. „Ich bin selbst erstaunt, wieviel die Kleinigkeiten bewirken, die wir geändert haben. Es passt einfach alles“, freute sich der Weltmeister. 

Loeb vergisst zu jokern

Man muss allerdings anerkennen, dass sich die Konkurrenz nach Kräften mühte und nichts unversucht ließ, Kristoffersson nahe zu kommen. Mit fairen Mitteln war da allerdings nichts zu machen und die Verfolger hatten auch noch Pech. Sebastien Loeb war auf einem guten Weg, bis er in Q3 die Jokerlap vergaß, deshalb 30 Strafsekunden kassiert und zurückfällt. Man sieht ihn im Auto vor Wut toben, als er zurück ins Fahrerlager fährt. Auch Mattias Ekström muss einiges wegstecken. Als er sich in Q3 gemeinsam mit Solberg in die Jokerlap begibt, wird es dort eng für die beiden. Der Lackaustausch wird von den Offiziellen dann Ekström angekreidet - er erhält fünf Strafsekunden, die ihn zurück werfen. In Q4 zwingt ihn ein technisches Problem zum Aufgeben, ohne dass er ein paar Meter gefahren wäre - so spült es ihn die Qualifikationswertung hinab auf Position zehn.

Nach diesem Qualifikationsergebnis zweifelte niemand mehr an einem Sieg Kristoffersson. Im Semifinale stand er neben Solberg - das war beim Finale in England noch schiefgelaufen, aber diesmal spulten beide ein lupenreines Rennen ab. Für Loeb war in diesem Semi bereits Endstation, nachdem er bisher jedes Rennen mit einem Podestplatz abschließen konnte. Er mühte sich nach Kräften, aber nachdem alle gejokert hatten, blieb ihm nur Rang vier - Andreas Bakkerud schob sich zwischen die beiden Polos von Kristoffersson und Solberg. Im zweiten Semifinale schien der Bann bei Ekström endlich gebrochen. Aus der hinteren Reihe schoss er nach vorn und sortierte sich bei der Zieldurchfahrt zwischen die beiden Hansen Brüder Timmy und Kevin.

Weltmeisterliches Finale

Somit standen alle Rallycross-Weltmeister im Finale, flankiert von den Gebrüdern Hansen und Andreas Bakkerud. Dass es auch ein reines Champions-Podium geben sollte, wurde bereits in der ersten Kurve entschieden, als Timmy Hansen und Bakkerud gemeinsam über die Curbes flogen, sich verknoteten und dann zum Stillstand kamen. Zwar können sie die wilde Fahrt fortsetzen, aber mit der Entscheidung hatten sie dann nichts mehr zu tun. Die drei Weltmeister zeigten sich bei der Pressekonferenz durchweg zufrieden: Kristoffersson holt den vierten Sieg im fünften Rennen, Ekström schafft es trotz Ausfall und Strafsekunden auf das Podium und auch Solberg ist erleichtert, dass er in seinem Heimatland für eine Spitzenposition gut ist.

„Von mir aus kann es morgen mit Höljes weitergehen“, scherzt Kristoffersson zum Abschluss - doch da muss er noch warten. Das Rallycross Festival in Schweden wird erst in zwanzig Tagen angepfiffen.

Ergebnis WRX Norwegen

1. Johan Kristoffersson Volkswagen Polo R 3:54.906
2. Mattias Ekstrom Audi S1 +0.788
3. Petter Solberg Volkswagen Polo R +2.516
4. Kevin Hansen Peugeot 208 +3.665
5. Timmy Hansen Peugeot 208 +9.302
6. Andreas Bakkerud Audi S1 +11.257

WM-Wertung

1. Johan Kristoffersson Volkswagen Polo R 135
2. Sebastien Loeb Peugeot 208 104
3. Petter Solberg Volkswagen Polo R 102
4. Andreas Bakkerud Audi S1 101
5. Mattias Ekstrom Audi S1 97
6. Timmy Hansen Peugeot 208 94