RX Mettet: Erster Saisonsieg von Sebastien Loeb

Die Löwen beißen wieder: Sebastien Loeb bricht die Dominanz von Volkswagen und trotz des Qualifikationssieg gibt es keinen Podestplatz für Mattias Ekström.

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Die Löwen beißen wieder: Sebastien Loeb bricht die Dominanz von Volkswagen und trotz des Qualifikationssieg gibt es keinen Podestplatz für Mattias Ekström.

An der Spitze wird es enger: Mattias Ekström trat im belgischen Mettet ganz klar mit dem Auftrag an, der Dominanz der VW endlich etwas entgegen zu setzen. Doch zunächst blieb alles beim Alten: Vizeweltmeister Petter Solberg markierte am Samstag die erste Bestzeit und machte deutlich, dass niemand sich so ohne weiteres heranpirschen kann. Doch Ekström konterte bereits im zweiten Qualifikationslauf. Bestzeit für den Schweden, der sich dadurch an die Fersen von Solberg heftete.

Es wurde jedoch schnell klar, dass es an diesem Wochenende nicht nur ein Duell zwischen Ekström und Solberg werden sollte - dem Duo waren nämlich die Peugeots auf die Pelle gerückt. Sebastien Loeb unterstrich seine Ambitionen mit der zweitschnellsten Zeit in Q1, sein Teamkollege Timmy Hansen tat es ihm in Q2 nach. Solbergs Teamgefährte, Weltmeister Johan Kristoffersson, blieb zunächst hinter den Erwartungen zurück, am Samstag reichten seine Zeiten noch nicht für die Top-Drei und auch Ekströms zweiter Mann im Team, Andreas Bakkerud, fehlte der letzte Dreh für eine Bestzeit.

Am Sonntag verschlechterte sich das Wetter, die Fans hatten am Vortag noch die Sonne genossen, doch nun hüllten sie sich in ihre wetterfesten Umhänge und verfolgten gespannt, wie die Jagd auf der Piste weitergehen würde. Kristoffersson kam mit den Witterungsverhältnissen gut zurecht, er verbesserte sich - aber eine Bestzeit blieb ihm an diesem Wochenende verwehrt. Dafür geigte Timmy Hansen mit der Bestzeit in Q3 auf - waren die Peugeot damit etwa schon an der Spitze dran? Loeb verlor in Q3 zwar etwas an Boden, doch in Q4 wurde er Zweitschnellster und damit standen beide Peugeot in ihrem Semifinale in der ersten Startreihe.

Im ersten Semifinale trafen Ekström, Solberg und Kristoffersson aufeinander. Hier konnte schnell etwas schief laufen, denn nur drei der sechs Teilnehmer rücken ins Finale auf. Die Polos sausen nach Blitzstart auf und davon, während Ekström nicht so gut in Fahrt kommt und sogar Robin Larsson ziehen lassen muss. Der scheidet kurz darauf nach Kontakt mit einem Reifenstapel aus und Ekström gelingt als Drittem der Sprung ins Finale.

Das Rennen seines Lebens

Noch spannender wurde es im zweiten Semifinale, dass Bakkerud mit einem Fehlstart anging. Ein Desaster für den Norweger, denn er musste nun zweimal den Umweg durch die Jokerlap nehmen - in einem Finale denkbar ungünstig. Während Loeb davon rast, drückt und quetscht sich ein Quartett Kontrahenten nebeneinander in die erste Kurve, es knirscht und qualmt, dann schießt Timmy Hansen rückwärts aus dem Pulk. Das Knäuel entwirrt sich, verliert Zeit aber alle können die Fahrt fortsetzen. Inzwischen hat sich Bakkerud auf die Jagd nach Loeb gemacht. Gefährden wird er ihn nicht können, denn er muss zweimal jokern. Doch es könnte reichen für den Einzug ins Finale. Dahinter fährt Timmy Hansen das Rennen seines Lebens, an diversen möglichen und unmöglichen Stellen setzt er Überholmanöver an, drei Kontrahenten kann er auf diese Weise hinter sich lassen. Das kostete Zeit und half Bakkerud, der seinen zweiten Platz ins Ziel retten konnte.

Kristoffersson auf zwei Rädern

Es folgt ein Finale mit ausschließlich werksunterstützten Fahrzeugen. Zwei VW, zwei Audi und zwei Peugeot gehen in die letzten Runden. Wieder gelingt Loeb ein genialer Start, Kristoffersson geht der Platz aus und er klettert die Bande hoch, auf zwei Rädern schießt er Tür an Tür mit seinem Teamkameraden Solberg in und durch die erste Kurve. Alles geht gut und als sich in der letzten Runde das Feld sortiert, liegt Ekström vorn. „Ich sah Ekström und dachte, ich habe verloren, doch plötzlich, huch, war ich doch Erster“, beschreibt ein über beide Ohren grinsender Loeb die letzten Meter vor dem Ziel. Ekström hatte sich den Joker für die letzte Runde aufgehoben und als er die Alternativroute nahm, zogen Loeb, Solberg und Timmy Hansen an ihm vorbei.

Zuletzt siegte Loeb 2016 in Riga, Peugeot holte im vergangenen Jahr keinen einzigen Finalsieg - nun beißen die Löwen wieder und im dritten Rennen der Saison wird klar, dass die Meisterschaft noch lange nicht entschieden und die Saison besonders spannend wird.

Ergebnis RX Mettet

1. Sébastien Loeb (Peugeot)
2. Petter Solberg (Volkswagen)
3. Timmy Hansen (Peugeot)
4. Mattias Ekström (Audi)
5. Johan Kristoffersson (Volkswagen)
6. Andreas Bakkerud (Audi)

Fahrer-WM

1. Kristoffersson 75
2. Loeb 66
3. Solberg 65
4. Bakkerud 61
5. Ekström 59
5. T. Hansen 59