Ford hilft Olsbergs beim neuen WRX-Fiesta

Mit großer Spannung wird der Saisonauftakt der Rallycross Weltmeisterschaft (WRX) in Barcelona erwartet. Obwohl Ford offiziell ausgestiegen ist, unterstützt man das Olsbergs-Team und hilft bei der Entwicklung des neuen Fiesta WRX. Neben den neuen Hyundais und Renaults ein weiterer willkommener Farbtupfer im Feld.

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Mit großer Spannung wird der Saisonauftakt der Rallycross Weltmeisterschaft (WRX) in Barcelona erwartet. Obwohl Ford offiziell ausgestiegen ist, unterstützt man das Olsbergs-Team und hilft bei der Entwicklung des neuen Fiesta WRX. Neben den neuen Hyundais und Renaults ein weiterer willkommener Farbtupfer im Feld.

An der Spitze blieb fast alles gleich. Das Weltmeisterteam von PSRX Volkswagen Schweden präsentiert sich mit Champion Johan Kristoffersson und Petter Solberg unverändert, bei Peugeot bleibt das Duo Sebastien Loeb und Timmy Hansen erhalten und im Audi sitzt Mattias Ekström. Neu an dessen Seite ist Andreas Bakkerud, der sich nach dem Ende des Ford-Teams von Ken Block einen neuen Arbeitgeber suchen musste.

Entgegen aller Befürchtungen bleibt Ford dem Rallycross aber in abgespeckter Form treu und unterstützte das Olsbergs-Team bei der Entwicklung des neuen Fiesta WRX. Während der einjährigen WM-Pause entwickelten die Schweden für das Auto ein neues Fahrwerk, eine verbesserte Aerodynamik und einen leistungsstärkeren Motor. Hinter dem Steuer sitzen Kevin Eriksson – Sohn von Teamchef Andreas Eriksson – und Robin Larsson.

Eine weitere Vater-Sohn-Kombination gibt es beim neuen Grönholm-Team, dort ließ Ex-Rallye-Weltmeister Marcus Grönholm zwei brandneue Hyundai i20 WRX entwickeln, die er für seinen Filius Niclas und dessen Teamkollegen Timur Timerzyanov einsetzt. Nicht weniger spannend wird der erste Auftritt der von Prodrive entwickelten Renault Megan RX sein, die Guerlain Chicherit und Jerome Grosset-Janin steuern.

Neue Herausforderung beim Auftakt

Wenn eine neue Strecke den Kalender bereichert, oder eine bestehende Piste deutlich verändert wird, hat das immer seinen besonderen Reiz. Sofern es neue Herausforderungen gibt, die für alle Fahrer gleichermaßen Neuland sind.

Der Circuit de Barcelona-Catalunya in Spanien hat auf den ersten Blick keine weltbewegenden Veränderungen erfahren. Allerdings wurden Start und Ziel auf die andere Seite des Rings verlegt. Startete man bisher in eine sehr langgezogene Asphaltkurve vor vollen Zuschauerrängen (Mattias Ekström: „Man nimmt diese Kurve fast voll“), liegt der Start nun auf der anderen Seite. Nach einer Geraden geht es in eine im Vergleich zum Vorjahr merklich engere Kurve. Kurz darauf liegt dann auch das Ziel auf einem geraden Teilstück, zuvor lag es ausgangs der Jokerlap. Dadurch wurde das Feld auf den letzten Metern auseinander gerissen, nun müssen die Fahrer nach der Jokerlap noch mehr als eine halbe Runde auf Asphalt und Schotter zurücklegen, bis sie die Zielflagge sehen. Die letzte Kurve auf dem Weg dahin spitzt sich sehr zu und wird mit Sicherheit für einige brisante Aktionen auf den letzten Metern sorgen.

Auch wenn mit Hyundai und Renault zwei neue interessante Marken in die WRX einstiegen, so rechnen viele eigentlich nur mit Audi oder Peugeot als ernstzunehmende VW-Konkurrenz. „Wo wir wirklich stehen, sehen wir erst in Barcelona. Schon deshalb ist es für mich das aufregendste Wochenende des Jahres“, fiebert Ekström den Start entgegen.

Promoter tritt auf Kostenbremse

Es gibt wichtige Veränderungen im Reglement. Die permanent eingeschriebenen WRX-Teilnehmer dürfen nicht mehr so viel testen wie bisher. Auf den WM-Strecken darf nur im Rahmen von offiziellen Tests gefahren werden. Vor der Saison fand je ein Test im französischen Loheac und in Silverstone statt, es ist ein weiterer Test in Riga geplant. Auf Strecken, die nicht zur Weltmeisterschaft gehören, darf allerdings weiterhin uneingeschränkt getestet werden.

Damit die Kosten gesenkt werden, müssen einige Fahrzeugteile deutlich länger als bisher eingesetzt werden. Konnten die Teams bislang drei Motoren einsetzen, sind es künftig nur noch zwei, anstatt wie bisher zwei Turbolader pro Veranstaltung, sind jetzt nur noch vier pro Jahr erlaubt. Die Getriebeübersetzungen (bisher frei wählbar) sind nun auf zwei Übersetzungen pro Jahr beschränkt. Auch die Aerodynamik am Heck ist für ein Jahr festgeschrieben.

Bei den Teams umstritten ist die Beschränkung der Reifen. Pro Veranstaltung ist die Verwendung von maximal zwölf Pneus erlaubt. Ab dem dritten WM-Lauf gibt es pro Veranstaltung nur noch acht neue Reifen. Die übrigen vier müssen von einer früheren Veranstaltung stammen.

Über Barcelona RX

Strecke Circuit de Barcelona-Catalunya, 25 km nördlich von Barcelona
Streckenlänge 1,135 km (Joker-Runde: 1,235 km)
Untergrund 60,4 % Asphalt, 39,6 % Schotter
Kurven 7 links, 4 rechts
Topspeed ca. 171 km/h 
Schnitt ca. 95 km/h
Weitester Sprung ca. 30 m
Rundenrekord Johan Kristoffersson (S), 42,791 Sek. (2017)
Sieger 2017 Mattias Ekström (S), 4.32,260 Min.
Rennlänge 4 Runden (Qualifying), 6 Runden (Halbfinale und Finale)

Zeitplan (MESZ)
Samstag, 14. April

09.00–11.40 Uhr Freies Training
12.00–13.40 Uhr Qualifying 1 (Q1)
14.30–16.00 Uhr Qualifying 2 (Q2)

Sonntag, 15. April
08.30–09.30 Uhr Warm-up
10.00–11.00 Uhr Qualifying 3 (Q3)
11.00–12.40 Uhr Qualifying 4 (Q4)
15.00–15.40 Uhr Halbfinale und Finale
15.50–15.55 Uhr Siegerehrung