Ekström: Knackpunkt für Rallycross kommt 2018

Hinter den Kulissen wird bereits kräftig an den Eckdaten für eine Elektro-Rallycross-WM gearbeitet, ab 2020 soll es dann zur Sache gehen. Für Audi-Pilot Mattias Ekström ein ganz entscheidender Schritt.

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Hinter den Kulissen wird bereits kräftig an den Eckdaten für eine Elektro-Rallycross-WM gearbeitet, ab 2020 soll es dann zur Sache gehen. Für Audi-Pilot Mattias Ekström ein ganz entscheidender Schritt.

Im Frühjahr will die FIA Tatsachen schaffen. Nachdem etliche Hersteller Interesse an einer Elektro-Rallycross-Weltmeisterschaft gezeigt haben, soll in ein paar Monaten das technische Reglement verabschiedet werden. Ex-Weltmeister Mattias Ekström hofft auf eine positive Entscheidung und natürlich einem klaren Bekenntnis seines aktuellen Arbeitgebers Audi und weiterer Hersteller.

„Ich denke mit einer eigenen Elektroserie kann Rallycross was richtig Großes werden. Davon bin ich überzeugt“, sagte der Schwede. „Unter der FIA-Dachmarke sind wir schon weit gekommen, aber mit herkömmlichen Benzinmotoren bleibt die Serie in der Nische. Um den nächsten Schritt zu machen, braucht man mehr Hersteller. Das heißt, Elektroautos sind nötig, um diese Hersteller in die Serie zu ziehen. Als Komplementär zur Formel E könnte Rallycross eine Vorreiterrolle im Elektrorennsport spielen. Das wäre gleichzeitig das Ende der Privatteams. Die schaffen nur X-Euros, da würde eine Menge Asche fehlen.“

Der Wechsel vom Verbrenner auf Elektro dürfte vielen Fans Sorge bereiten. Der Motorensound eines durchbeschleunigten RX-Supercars ist ein wichtiges Element beim Erlebnis vor Ort. Ekström sieht den Wegfall weniger dramatisch. „Wenn zu mir einer sagt, hör zu, du kannst in München, Berlin oder Barcelona mitten in der Stadt ein Rallycross-Rennen fahren, dann verzichte ich doch auf den Sound, wenn ich stattdessen eine coole Bühne habe, meinen Sport näher an die Menschen heranzubringen. Der E-Rennsport ist viel sexier als viele glauben“, sagte Ekström. Vertreter von anderen Herstellern verweisen bei dieser Diskussion bereits auf die Generation ‚YouTube’, die sich auf dem Handy eine schnelle Zusammenfassung der Rennen anschauen und dabei noch nicht einmal die Lautstärke hochdrehen.

Schneller als ein Formel1

Ekström selbst hat bereits 2014 Audi ein RX-Elektroauto vorgeschlagen („Damals war ich etwas zu früh dran“) und hofft nun auf positive Signale aus Ingolstadt um bald möglichst mit der Entwicklung zu beginnen. „Die Elektroautos, über die wir für Rallycross diskutieren, die würden schneller sein als die, die wir heute fahren. Das sind echte Burnerteile, die von 0 auf 100 schneller beschleunigen als ein F1“, fiebert er der ersten Ausfahrt entgegen. Allerdings bleibt auch für ihn noch ein ungelöstes Problem: „Das einzige Fragezeichen, das ich sehe ist, ob die Industrie Akkus bauen kann, deren Entwicklung und Entsorgung umweltgerecht ist. Ich kenne nicht jede Studie dazu, aber da bin ich noch skeptisch. Wenn man Energieaufwand und Umweltverträglichkeit beim Bau der Akkus schnell in den Griff bekommt, dann bin ich sicher, dass man die Lösung für einen langfristig erfolgreichen Elektro-Motorsport gefunden hat.“

Das ganze Interview mit Mattias Ekström gibt es in der neuen Ausgabe von 'rallye - Das Magazin'