WRX Kanada

Bakkerud im Glück

Zum Saisonende wird es enger in der Tabelle, die Top-6 rückt mehr und mehr zusammen. In Kanada strauchelten die Spitzenreiter und die Verfolger legten mächtig nach.

Schon am Samstag zeichnete sich ab, dass die Gebrüder Hansen beim siebten von zehn Läufen zur WRX straucheln könnten. Die erste Bestzeit holte Andreas Bakkerud, der als Tabellendritter ohnehin alles daransetzen musste, vor den Hansens ins Ziel zu kommen, um deren Vorsprung einzuschmelzen. Niclas Grönholm holte die Bestzeit in Q2. Für Timmy und Kevin Hansen blieben nur die Positionen elf und zwölf – zu diesem Zeitpunkt schien sogar deren Teilnahme an den Semifinals in Gefahr. Und das, obwohl nur sechzehn Fahrer nach Kanada gekommen waren und jeder in den Punkten landen würde, der keine goldenen Löffel stiehlt oder sich eine komplette Disqualifikation einhandelt.

Hyundai mit Bestzeiten

Am Sonntag sicherte sich Grönholm eine weitere Bestzeit und schließlich den Sieg in der Qualifikation, sein Teamkollege Timur Timerzyanov legte die letzte Bestzeit der Qualifikation hin. Bakkerud konzentrierte sich darauf, keine Fehler zu machen und stand als Zweiter in der Quali fest, mit einigen Zählern Vorsprung auf die Hansens, denn Kevin hatte nur als Neunter abgeschlossen und sein älterer Bruder Timmy strandete auf Rang dreizehn. Er verpasste damit das Semifinale, ein herber Rückschlag für den Schweden, der seinen zweiten Tabellenplatz damit kaum noch halten konnte, schließlich würde Bakkerud in den Finalläufen sein Punktekonto weiter auffüllen.

Hansen war mit völlig zerstörtem Auto aus dem letzten Qualifikationslauf hervorgegangen, schon beim Start hatte es heftig gerumst, aber alle hatten weiterfahren können. Später bildeten Doran, Timmy Hansen und Timerzyanov ein weiteres Blechknäuel und verstopften Sekundenlang die Piste, der Hansen Peugeot wurde dabei so stark beschädigt, dass er sich gerade noch ins Ziel schleppen konnte - mit einer entsprechend miesen Zeit. Glückspilz Bakkerud überholte so kurzerhand drei direkte Konkurrenten, denn er hatte dem Feld nach dem Startgerangel hinterhereilen müssen.

Durchmarsch in den Finalläufen

Bakkeruds Glückssträhne riss auch in den Finalläufen nicht ab, problemlos siegte er in seinem Semifinale, während Favorit Grönholm mit Rang vier den Einzug unter die besten sechs vermasselte. Kevin Hansen betrieb Schadensbegrenzung, indem er gerade so als Dritter aus seinem Semifinale hervorging und Bakkerud ins Finale folgte. Nun hatte Bakkerud bereits Timmy Hansen vom zweiten Tabellenplatz verdrängt und davon beflügelt ließ er auch im Finale nichts mehr anbrennen.

Mit seinem ersten Saisonsieg machte er zudem eine fette Punktebeute – und schmolz seinen Rückstand auf den Tabellenführer von zuvor 22 auf nur noch fünf Punkte ein. Hinter ihm lauert der zweite Hansen mit ebenfalls geringem Abstand (9 Punkte). Ein wenig Schützenhilfe gab es noch durch die Stewards, die Kevin für einen Rempler gegen Anton Marklund disqualifizierten, wodurch er für das Finale keine Punkte erhielt. Selbst Grönholm und Janis Baumanis können sich noch berechtigte Hoffnungen auf die Medaillenränge machen, wenn sie weiterhin so souverän dabei sind, wie sie es an diesem Wochenende gezeigt haben.

50.000 Euro Strafe für Skoda-Team

Auch wenn die Papiertiger mit ihren Pfoten erneut in den Finalergebnissen herumgefummelt haben, blieben sie an diesem Wochenende mit nur vier Entscheidungen verhältnismäßig handzahm. Bakkerud knöpften sie noch 500 Euro für einen kleineren Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften ab, Paasonen erhielt eine Verwarnung und ES Motorsport muss offenbar 50.000 Euro für das Schwänzen des siebten Laufes berappen.

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