ADMV

Sprinter-Treff unter der Osterburg

Tieffliegen ist angesagt bei der 51. ADMV-Osterburg-Rallye, die am Wochenende rund um Weida ausgetragen wird – mit erstklassiger Besetzung: In neun von 95 Fahrzeugen sitzen Fahrer, die die Osterburg-Rallye schon mal gewonnen haben. Außerdem startet der dreimalige Champion Fabian Kreim in Ostthüringen.

Die Osterburg-Rallye hat eine einzigartige Geschichte. Sie ist die einzige Veranstaltung der früheren DDR-Bezirksmeisterschaften, die die Wende überlebt hat und seitdem als Rallye 200 bzw. Rallye 35 fortbesteht. Die Traditions-WP von Rohna nach Schüptitz wurde bereits 1977 in der DDR-Rallyemeisterschaft gefahren, im Vorjahr durchflog Rudi Reindl die mittlerweile ausgebauten Landstraßen mit einem 122er Schnitt! Die Rallye zählt zum ADMV-Pokal und zu den Regionalmeisterschaften von Sachsen, Thüringen, Berlin-Brandenburg und Oberfranken.

Mit 95 Nennungen für die Rallye 35 und 20 Nennungen für die Histo-GLP verzeichnet der MC Weida ein volles Feld. Angeführt wird das Feld von Rudi Reindl und Michael Ehrle im Mitsubishi, die die Osterburg-Rallye schon viermal zwischen 2012 und 2023 gewannen. Als erste Verfolger starten die Lokalmatadoren Nick Heilborn und Benjamin Melde im Compact-M3, die Sieger von 2022. 

Zehn Jahre nach seinem Osterburg-Sieg 2014 kehrt auch Rainer Noller nach Weida zurück, im Opel Corsa Rally4 statt im Porsche 996 GT3. „Die halbe Zylinderzahl, ein Drittel vom Hubraum und halb soviel PS“, meint Noller, der mit Tanja Schlicht auf dem heißen Sitz trotzdem das Podium anpeilt. Ebenfalls im Corsa tritt der dreimalige deutsche Meister Fabian Kreim an, der Frank Christian als Co dabei hat. „Ich plane kein Comeback“, sagt der jetzt in Zwickau lebende Hesse, „aber nach drei Jahren Rallye-Abstinenz habe ich einfach Lust, mal wieder im Rallyeauto zu sitzen.“ Mit Jan Horlbeck im Fiesta Rally4 ist ein weiterer ehemaliger Osterburg-Sieger (2010 im Sierra) in der Klasse RC4 am Start.

Zum Kreis der Osterburg-Sieger zählen auch Dirk Richter, 2007 und 2009 im Escort WRC erfolgreich und jetzt mit dem historischen Mitsubishi Evo 6 unterwegs, und Lars Barchfeld, der 2005 als Co von Norbert Moufang oben auf dem Treppchen stand und heute am Lenkrad eines 50 Jahre alten Escort RS 1600 kurbelt. Raphael Ramonat, Sieger von 2013, fährt im Evo 10 mit der „0“ vorneweg.

Seit 1990 kommen alljährlich die oberfränkischen Rallye-Asse nach Weida. Reinhard Honke gewann 1991 und peilt jetzt den Gruppe-G-Sieg an. Der dreimalige Osterburg-Sieger Bernd Michel hat den Rücktritt nicht lange ausgehalten und taucht – „just for fun“ – in einem Opel Kadett GSi auf, mit dem er in der 2-Liter-Klasse auf seinen Landsmann Helmut Hodel im Golf trifft sowie auf Christian Bauer im Clio, Bernd Knüpfer im Astra und weitere 22 Crews in der NC3. Auch die 1600-cm³-Klasse NC4 ist mit 19 Fahrzeugen bestens besetzt. Und natürlich gibt es auch die Klasse NC5 mit 7 Nennungen, darunter 5 Trabant – so viele sind seit 2016 nicht mehr zusammengekommen.

Dreh- und Angelpunkt ist auch 2024 wieder der kleine Ort Steinsdorf, 4 km südlich von Weida. Der Show-Start erfolgt am Samstag ab 12:30 Uhr auf dem Marktplatz mitten in Weida, zur Pause stoppt das Feld ab 13:45 Uhr bei Aldi Weida und ab 16 Uhr wird das Ziel in Steinsdorf erreicht. Programmhefte können die Fans an den drei Tankstellen in Weida kaufen.

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