Hunsrück Junior Rallye

Endspurt-Sieg für Noller im Hunsrück

Die Evo-Routiniers Rainer Noller und Frank Färber liefern sich im Hunsrück einen spannenden Kampf, der sich erst auf der letzten Prüfung entscheidet. Während Färber nach einem Reifenschaden aufgibt, feiern Rainer Noller und Tanja Schlicht ihren zweiten Hunsrück-Erfolg.

Zur 22. Hunsrück-Junior-Rallye trifft bei trockenem Wetter sich ein Riesenfeld von 108 Fahrzeugen in Hettenrodt bei Idar-Oberstein. Zwei Wertungsprüfungen haben die Rallyemacher vom Sportfahrer-Team Hunsrück ausgesucht, den 8,3 km langen Sprint „Werzbacher Bruch“ und den ebenso langen Rundkurs „Maggada Ründchen“ – ins Hochdeutsche übersetzt: Mackenrodter Rundkurs. Die Besonderheit: 30% Schotteranteil auf den 33 WP-Kilometern – sehr ungewöhnlich für eine Rallye in den alten Bundesländern.

Sieben Mitsubishi Lancer sind unter den ersten Zehn gesetzt, doch Ausfälle dezimieren die Evo-Armada schnell. Frank Schlinck fliegt auf WP 1 ab, verkeilt sich an einer schmalen Stelle und reißt ein 37-Minuten-Loch ins Feld. Wenig später kommt das Ehepaar Herrmann von der Strecke ab und sorgt für den Abbruch der WP 1, weil die Beifahrerin vorsichtshalber zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht wird. Technische Defekte stoppen die Brocker-Brüder, Andreas in WP 1 und Hanno in WP 2.

Noller gewinnt den Auftakt im Werzbacher Bruch mit einer Sekunde Vorsprung auf Bliss und mit drei Sekunden Vorsprung auf Färber. Doch auf dem Rundkurs können die Vorjahressieger Frank Färber und Peter Schaaf kontern, fahren um zwei Sekunden schneller als Rainer Noller und Tanja Schlicht, die in der Halbzeitpause nur knapp vor Färber liegen. Oliver Bliss und Stefan Grundmann liegen elf, Patrick Fank und André Foxius als Vierte bereits 19 Sekunden zurück.

In der zweiten Schleife fährt Noller im Steinbruch erneut die schnellste Zeit und startet mit einem 4-Sekunden-Polster in den abschließenden Rundkurs. Färber kämpft verbissen, bis er sich – offenbar beim Cutten – einen Plattfuß einfängt und aufgibt. Rainer Noller und Tanja Schlicht holen sich nach 2017 ihren zweiten Hunsrück-Junior-Sieg mit klarem Abstand zu Oliver Bliss und Stefan Grundmann sowie Patrick Fank und André Foxius, die ihren dritten Rang aus dem Vorjahr freudestrahlend wiederholen.

Als bester Nicht-Allradler wird der kleine Citroen C2 R2 von Steffen Schmid und Anna-Carin Föhner auf den vierten Platz geprügelt. Schmid, der 1985 den Peugeot-205-Cup gewann und danach drei Jahre Werks-Peugeot steuerte, unterstreicht damit sein Können auf derartigen Mischprüfungen. Den BMW fehlt es auf Schotter naturgemäß an Traktion; während Fritz Köhler nach der WP 1 mit zwei platten Reifen – und nur einem Reserverad – ausrollt, wuchten Dirk Krüger und Alexander Schneider den BMW M3 auf Platz 5 und zum Klassensieg in der 3-Liter-Klasse NC2. Knapp dahinter beenden Karlheinz und Edwin Braun die Rallye auf Platz 6. Patrick Scherer und Heike Damm (M3 E46) erzielen mit Platz 8 ein sehr achtbares Ergebnis.

Für eine Riesenüberraschung sorgt der 23-jährige Franke Alexander Merkel. In seiner dritten Rallyesaison platzt offensichtlich der Knoten: Merkel und seine Copilotin Jana Hufgard lassen mit dem Renault Clio die Favoriten der 2-Liter-Klasse NC3 deutlich hinter sich – Platz 7 und Klassensieg vor dem luxemburgisch-deutschen Astra-Team Andy Schaus und Jens-Erik Brack sowie den Einheimischen Udo Schmidt und Tim Klein im BMW 320is. Genau so glanzvoll geigt der 19-jährige Saarland-Junior Timo Schulz im Suzuki Swift auf. Mit Marco Breidt als Co gewinnt er die 1600-cm³-Klasse NC4 mit rund 50 Sekunden Vorsprung vor seinen Landsleuten Steven Zimmer und Katrin Holz (Citroen C2) und erreicht einen tollen Rang 11 in der Gesamtwertung.

In der Gruppe G holen sich Marcus Leibbrandt und Angelika Hornung (Evo 10, NC 6) sowie Jonas Ertz und Nina Blumreich (BMW 318 Compact, NC 8) die Klassensiege. Nach dem Ausfall des Golf-Piloten Udo Schütt dominieren Darius Drzensla und Manfred Schoder im Ford Escort RS 2000 recht deutlich die anderen 16 Youngtimer-Teams. Die Ostbelgier Michael Küches und Frederic Adams (Opel Ascona 400) verweisen die Titeltelverteidiger Heinz-Robert und Martin Jansen (Opel Manta B) auf Platz 3.

Trotz des Favoritensterbens bleibt die Ausfallquote mit 26% im normalen Rahmen: Von den 108 Teams stehen 80 im Parc Fermé. Im Schotter-entwöhnten Westen empfinden viele Fahrer die Strecken zu hart. Der Veranstalter reagiert bei der Siegerehrung mit der Zusage, dass er 2020 – ohne den Charakter der Hunsrück-Junior-Rallye wesentlich zu ändern – eine weniger harte Variante der Steinbruch-Prüfung bieten könne.

Ergebnis Hunsrück Junior Rallye 2019
1.Rainer Noller / Tanja SchlichtMitsubishi Evo 8NC125:27,1
2.Oliver Bliss / Stefan GeundmannMitsubishi Evo 6NC1+23,2
3.Patrick Fank / André FoxiusMitsubishi Evo 6NC1+43,5
4.Steffen Schmid / Anna-Carin FöhnerCitroen C2 R2 MaxRC4+1:02,2
5.Dirk Krüger / Alexander SchneiderBMW M3 E36NC2+1:30,3
6.Karlheinz Braun / Edwin BraunBMW M3 E36NC1+1:37,9
7.Alexander Merkel / Jana HufgardRenault Clio III RSNC3+2:07,1
8.Patrick Scherer / Heike DammBMW M3 E46NC1+2:07,3
9.Tim Buchhaus / Helen SattlerSubaru Impreza STINC1+2:11,0
10.Andy Schaus / Jens-Erik BrackOpel Astra GSiNC3+2:19,0
11.Timo Schlz / Marco BreidtSuzuki Swift SportNC4+2:25,3
12.Gerd Tabbert / Mandy LitziusBMW 330ix E36NC1+2:33,0
13.Udo Schmidt / Tim KleinBMW 320is E30NC3+2:33,3
14.Darius Drzensla / Manfred SchoderFord Escort RS 2000Y2+2:33,6
15.Stefan Petto / Selina ThomasOpel Corsa D OPCNC2+2:34,0
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