Reckenberg-Rallye

Hessen dominieren in Westfalen

Stefan Göttig aus Hessen und Andreas von Skopnik aus Westfalen feiern den Gesamtsieg bei der Reckenberg-Rallye vor Hajo Koske und Axel Beinke.

<strong>SIEG:</strong> Stefan Göttig und Andreas von Skopnik gewinnen die Reckenberg-Rallye

Weil die ostwestfälischen Lokalmatadoren Walter Gromöller (Sieger 2009 und 2010) und Holger Knöbel (Sieger 2011) nach den technischen schäden bei der Ostsee-Rallye ihre Fahrzeuge noch nicht wieder einsetzen können, trägt der Sieger von 2007, Stefan Göttig aus Kassel, die Nummer 1 auf seinem grellbunten 2-Liter-Escort im Maxi-Format. Seinen Mitsubishi hat Göttig in der Garage gelassen, Ostwestfalen bleibt eine Mitsubishi-freie Zone. Göttig gewinnt den Auftakt auf dem britischen Militärflugplatz vor zwei hessischen Landsleuten im BMW; Hans-Joachim Koske im Compact-E36 und Udo Schiffmann im E30. Auf der nächsten Sprintprüfung kontert Schiffmann, nimmt Göttig drei Sekunden ab und schiebt sich bis auf eine Sekunden an ihn heran.

 

Das hessische Duell endet jäh auf der WP 3, dem populären Rundkurs bei Lintel. Hinter der Flugkuppe versetzt Schiffmanns BMW, trifft einen Baum und wird über die Strecke geschleudert; dabei erleidet Udo Schiffmann einen Beinbruch. Die Wertungsprüfung wird abgebrochen, alle Teams werden mit Göttigs Zeit – er hat die Prüfung als einziger beendet – gewertet. Der zweite Durchgang, als WP6 geplant, fällt wegen der notwendigen Bergungs- und Nacharbeiten aus.

 

Die vierte Prüfung sieht Michael Bieg im BMW 320 mit einer Zehntelsekunde vor Axel Beinke vorn, der im Opel Ascona 400 als einziger Ostwestfale in der Spitzengruppe mitmischt. Mit einer Bestzeit auf der WP 5, zuvor als WP 2 gefahren, sichern sich Stefan Göttig und Andreas von Skopnik den Gesamtsieg in Rheda-Wiedenbrück. Platz 2 ist heftig umkämpft, nur 2,3 Sekunden trennen den Zweiten vom Vierten. Das Ehepaar Koske setzt sich schließlich gegen die Familie Beinke (Onkel und Nichte) durch. Auf Rang 4 fahren die Holsteiner Helge Tamm und Bianca Hutzfeldt ihren BMW M3 ins Ziel und holen sich die Gruppe F vor Lokalmatador Matthias Jung, der im betagten Kadett die 2-Liter-Klasse vor Holger Stamm (BMW 318) gewinnt. ADAC-Junior Marcel Wendt braucht bei den 1600ern keinen Gegner zu fürchten und fährt bis auf Gesamtrang 21 nach vorn. Ebenso überlegen gewinnt Uwe Kriegeskotte im Subaru Impreza die Gruppe G, während sich Jens Brandes im Opel Astra den Klassensieg bei den „Kleinen“ sichert. Im Volvo-Cup baut der Lokalmatador Werner Löseke seine Tabellenführung durch einen Tagessieg weiter aus, Ralf Schmidt fährt auf Platz 2.

 

Mit 21 Teams stellt die Youngtimer-Rallye-Trophy einen respektablen Anteil am Feld. Erneut fährt der Niedersachse Axel Potthast im Escort mit Heckantrieb seinen westdeutschen Kollegen davon. Paul Jerlitschka bringt seinen „modernen Youngtimer“, einen Ford Sierra Cosworth ohne Allradantrieb, auf den zweiten Platz, während Heinz Robert Jansen seinen 2-Liter-Manta auf den dritten Platz fährt.

 

Eine gute Organisation, ein sehr gut geeignetes neues Rallyezentrum im Wiedenbrücker Berufskolleg und ein volles Feld zeichnen die Reckenberg-Rallye aus. So bleibt die Stimmung bei trockenem Wetter unter den Aktiven bis zuletzt gut, auch wenn unfallbedingt nur rund 15 WP-Kilometer absolviert werden können. Von den 92 Teams – darunter sieben aus den Niederlanden – sehen 73 das Ziel. Abgerundet wird die Rallye durch die historische Gleichmäßigkeitsprüfung mit weiteren 37 Teams. Auch hier liegen die Teilnehmer aus Hessen vorn: Rainer Schlesinger und Sabine Rade (BMW 1602) feiern den Erfolg vor Paul und Ramona Saar (Opel Kadett C) und Michael Rudolph und Horst Diemer im Opel Rallye-Kadett B.

 

Ergebnis 31. ADAC-Reckenberg-Rallye

01. Stefan Göttig/Andreas von Skopnik, Ford Escort Maxi, H14, 20:24,7

02. Hans-Joachim+Alexa Koske, BMW M3 Compact, H15 +6,4

03. Axel Beinke/Josefine Beinke, Opel Ascona 400, H15, +7,2

04. Helge Tamm/Bianca Hutzfeldt, BMW M3 E36, F3B +8,7

05. Michael Bieg/Dieter Voß, BMW 320is, H14, +16,6

06. Michel Schmiemann/Horst Feldmann, Opel Kadett C, H15, +19,2

07. Lars Tietjen/Anja Lange, VW Golf II 16V, H14, +21,4

08. Matthias Homuth/Matthias Jung, Opel Kadett GSi, F8, +23,1

09. Axel Potthast/Elmar Pernsch, Ford Escort RS 2000, C24, +24,3

10. Friedrich+Hannes Neumann, BMW M3 E36, H15, +29,8

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