Ostalb-Rallye

Geist-Triumph auf der Ostalb

Erst führt Rainer Noller, danach Fritz Köhler – doch im Ziel jubeln Jürgen Geist und Sebastian Glatzel über den Sieg bei der Ostalb-Rallye.

135 Starter bedeuten nicht nur deutschen Saisonrekord, sondern auch das beste Ergebnis für die Veranstaltergemeinschaft, die auf den anspruchsvollen Sträßchen rund um Abtsgmünd die 27. Ausgabe der ADAC-Ostalb-Rallye durchführt. Sonnenschein und trockene Pisten sorgen für optimale Bedingungen für Fahrer wie Zuschauer. Das aufwändige Konzept mit fünf verschiedenen Prüfungen – ohne Wiederholung – zahlt sich aus, als ein betagter CTC-Kadett auf der WP 1 heftig abfliegt. Obwohl Bergung und Hubschrauber-Transport eine einstündige Lücke ins Feld reißen, wird der Zeitplan nach der Regrouping-Pause wieder eingehalten. Die Verletzungen des Fahrers haben sich als weniger schwer erwiesen als zunächst befürchtet; er wird Ostern zu Hause verbringen können.

 

Vor dem Rallye-200-Feld wärmen 39 historische Fahrzeuge die Zuschauer auf. Die fünf Gleichmäßigkeitsprüfungen absolvieren Wilhelm Heim und Gunter Nägele (Saab 99) am exaktesten vor Thomas und Nico Meyer (Opel Corsa) sowie Jürgen Jochum und Rene Borsch (Lancia Delta)

 

Die Top-Fahrer der Sprint-Szene setzen sich sofort an die Spitze. Auf der knapp 7 km langen ersten Prüfung bei Zimmern fährt Rainer Noller im Gruppe-N-Mitsubishi die schnellste bei seinem ersten Start mit der wieder genesenen Kendra Stockmar als Copilotin. Michael Rausch benötigt im Opel Ascona 16V zwei Sekunden länger, danach folgen die BMW M3 von Fritz Köhler, Jürgen Geist und Werner Böhm. Der Hesse Stefan Göttig und der Schweizer Urs Flum fliegen als schnellste Allrad-Lenker durch die Lichtschranke, ehe mit Stephan Wild der nächste M3 auf Platz 8 fährt.

 

Am Start zur zweiten Prüfung bricht eine Antriebswelle in Nollers Differenzial, de Evo 9 des Schwaben fällt ebenso aus wie der Ascona von Michael Rausch. Zwischen Iggingen und Brackwang fliegen Fritz Köhler und Petra Hägele ihren M3-Kontrahenten Geist und Mühl um drei Sekunden davon, Klaus Otterbach im Opel C-Kadett, der später ausfällt, und Bernd Fruck im Gruppe-G-Audi TT RS landen auf den Verfolgerplätzen. Auf dem 10 km langen Rundkurs bei Heuchlingen setzt sich Köhler um weitere fünf Sekunden von Geist ab. Mühl verliert ein wenig den Anschluss, als er hinter Urs Flum und dem Schwarzwälder Oldie Axel Schlenker im Escort Cosworth nur die fünftschnellste Zeit schafft. Dennoch fahren drei BMW M3 als Spitzenreiter in die Pause ein.

 

Als es nach einer Stunde weiter geht, bricht ausgangs von Schönbrunn beim führenden Fritz Köhler das Heck aus, der Schwabe kreiselt von der Piste. Zwar erreicht er ohne Frontverkleidung und mit angeschlagenem M3 noch das Ziel, doch Platz 62 hat nur statistische Bedeutung. Urs und Cornelia Flum setzen in Untergröningen die Bestzeit und kommen bis auf 1,6 Sekunden an Werner Mühl und Sebastian Kröniger heran.

 

Zum Finale bei Pommertsweiler spielt der 2013er DRS-Champion Jürgen Geist seine ganze Schnelligkeit und Routine aus. Mit der Bestzeit krönen Geist und sein Co Sebastian Glatzel ihre Siegesfahrt auf def Ostalb und rollen mit einem 15-Sekunden-Vorsprung über die Zielrampe in Abtsgmünd. Die Franken Mühl und Kröniger holen das Letzte aus dem Compact-BMW heraus und gewinnen das Duell gegen das Ehepaar Flum um den zweiten Platz.

 

Lokalmatador Bernd Fruck und seine Copilotin Diana Siewert zeigen mit dem restriktorlosen Audi TT RS einmal mehr eine bemekenswerte Leistung. Zwar müssen sie im Finale nach Stephan Wild und Axel Schlenker den Vortritt lassen, doch als Sechste gewinnen sie die Gruppe G vor ihrem Markenkollegen Jochen Baumhauer. Zwischen den Audi liegen drei weitere BMW: Swen Dörre liefert sich im „langen“ M3 einen spannenden Zweikampf mit Markus Löffelhardt im „kurzen“ M3, den Dörre am Ende knapp gewinnt. Dahinter kommt Jochen Böhringer im 318is auf Rang 9 ins Ziel - das einzige 2-Liter-Auto in den Top Ten. Der Winzer aus Pfedelbach zeigt eine überragende Leistung und gewinnt mit Roland Bürk mit 40 Sekunden Vorsprung die mit 36 Fahrzeugen besetzte Klasse 8 vor Bastian Limpert (318) und Jochen Vollmer (Astra). In der 2-Liter-Klasse der Gruppe H setzt sich Thomas Lorenz im Skoda Octavia gegen Franz Kohler (Golf III), Gerrit Schmitt (Kadett GSi) und Jochen Kurz (Opel Manta) durch. Bei den 1600ern holen sich die Klassensiege Thomas Schober mit seinem Golf in der Gruppe H und – nach einer Zeitenkorrektur – Wolfgang Wittmann im Escort TC vor Marc Schütze im Honda Civic bei den Gruppe-F-Autos. Die kleinste Klasse G18 sieht Jürgen und Sven Glass, Vater und Sohn, im Corsa vorn, während die Klassenzweiten Oliver Hanselmann und Julia Wüst die Sonderwertung für den Golf-2-Cup gewinnen.

 

Von den 135 gestarteten Teams erreichen 100 das Ziel in Abtsgmünd in Wertung. Mit hervorragender Organisation - im Internet fehlen aussagekräftige Ergebnislisten -, sehr guten Strecken, einem Riesenfeld und großem Zuschaueraufkommen zählt die Ostalb-Rallye zu den Premium-Veranstaltungen in der Rallye-200-Szene.

 

Ergebnis 27. ADAC-Ostalb-Rallye am 12. April 2014:

01. Jürgen Geist/Sebastian Glatzel, BMW M3 E36, H15, 21:25,5

02. Werner Mühl/Sebastian Kröniger, BMW M3 Compact, H15, +15,3

03. Urs Flum/Cornelia Flum, Mitsubishi Evo 6, F3A, +18,1

04. Stephan Wild/Detlef Ruf, BMW M3 E36, H15, +32,6

05. Axel Schlenker/Michael Schmidt, Ford Escort Cosworth, H16, +42,4

06. Bernd Fruck/Diana Siewert, Audi TT RS, G21, +44,1

07. Swen Dörre/Jochen Traub, BMW M3 E36, F3B, +46,6

08. Markus Löffelhardt/Sarah Hess, BMW M3 Compact, F3B, +49,5

09. Jochen Böhringer/Roland Bürk, BMW 318is, F8, +1:05,3

10. Jochen Baumhauer/Michaela Sprindler, Audi TT RS, G21, +1:08,9

 

GALERIE: Die Bilder der Ostalb-Rallye 2014 ...

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