ADMV Rallye

Fünfter Osterburg-Sieg für Reindl und Ehrle

Die Favoriten Rudi Reindl und Michael Ehrle feiern in Ostthüringen einen überlegenen Gesamtsieg im Mitsubishi. Die beiden Opel Corsa Rally4-Crews Fabian Kreim und Frank Christian sowie Rainer Noller und Tanja Schlicht komplettieren das Podium.

Der Asphalt-Rallye rund um Weida eilt der Ruf voraus, besonders schnelle Landstraßen-WPs zu bieten. Kernstück ist der 8 km lange Klassiker Rohna-Schüptitz, der als WP 1 und 4 gefahren wird. Hier schraubt Rudi Reindl bei seinen Bestzeiten den Schnitt auf 124 km/h. Weil in diesem Jahr wegen Baustellen und Umleitungen nur zwei kurze –3 km und 4 km lange-- Sprints mit nur einem einzigen 90-Grad-Abzweig die Osterburg-Rallye auf 30 WP-Kilometer ergänzen, fahren Rudi Reindl und Michael Ehrle mit sechs Bestzeiten auch insgesamt einen stolzen Schnitt von 123 km/h.

Diese Streckencharakteristik lässt den hochkarätigen Corsa-Tretern keine Chance gegen den 100 PS stärkeren Mitsubishi Evo. Rainer Noller hat gehofft, wenigstens am Anfang mit Fabian Kreim mithalten zu können. Doch der dreimalige Deutsche Meister ist trotz drei Jahren Rallye-Abstinenz sofort voll da und fährt schon beim ersten Rohna-Schüptitz-Durchgang 5 Sekunden Vorsprung auf Noller heraus. Kreim und Christian gewinnen das Corsa-Duell mit 4:2 und mit 10 Sekunden Vorsprung auf Noller. Fabian Kreim: „Das hat heute einen Riesenspaß gemacht. Ich komme nächstes Jahr wieder!“ Rainer Noller und Tanja Schlicht ziehen im Endspurt noch am KitCar-Golf von Sebastian Zimmermann vorbei auf Platz 3.

Zimmermann, der als Mechaniker die Werks-Hyundai in der WRC betreut und deshalb nur selten den Golf bewegen kann, legt dank Heimvorteil einen tollen Start hin und gewinnt mit Co René Meier die Klasse NC2. Sein Konkurrent Tony Bayer ist zum ersten Mal hier am Start und zeigt sein Potenzial und das seinen Compact-M3, als in der WP 3+6 nur Reindl schneller fährt. Tony Bayer und Dominik Buß landen auf Gesamtrang 5 und lassen ihre oberfränkischen Allrad-Turbo-Landsleute Dominik Honke (Impreza) und Roland Macht (Evo 9) hinter sich, die nur eine Zehntel auseinander liegen und wiederum eine Zehntel vor dem Ehepaar Jan und Ivonne Horlbeck im Ford Fiesta Rally4 das Ziel erreichen.

Spannung bis zum letzten Meter bietet die 2-Liter-Klasse mit 26 Startern. Bernd Knüpfer und sein Sohn Paul setzen die ersten fünf Klassenbestzeiten mit dem Opel Astra OPC und starten mit einem 7-Sekunden-Polster zum letzten 4-km-Sprint. Doch in der Ortsdurchfahrt Hainsberg kracht Knüpfer in die Schikane, büßt knapp 8 Sekunden ein und muss sich mit drei Zehntel Rückstand mit Platz 2 begnügen. Die überraschenden Sieger heißen Bernd Michel und Karsten Bendig; Michel hat bei der Osterburg-Rallye zwar schon 3 Gesamt- und 11 Klassensiege erzielt, doch nach drei Jahren Rallye-Pause und mit einem betagten Opel Kadett GSi stand er nur in der zweiten Reihe der Favoriten. Die Clio-Crew Christian Bauer und Dominic Gräbner hängt an den Stoßstangen von Michel und Knüpfer und landet auf Klassenrang 3, nur zwei Sekunden zurück und jetzt an der Spitze der Sächsischen Meisterschaft. Hinter Helmut Hodel (Golf), Stephan Dammaschke (Escort) und Silvio März (Golf) erreichen Yannnik Keller und Lilly Kunz (Fiesta) auf Rang 7 das Ziel und verteidigen damit ihre Führung im ADMV-Pokal und in der U25-Wertung.

In der 1600-cm³-Klasse fährt Veit König im Suzuki alle sechs Bestzeiten, fliegt aber aus der Wertung, weil die Reifen nicht korrekt eingetragen sind. Vor der letzten Prüfung liegen die Polo von Schramm und Meyer nur eine Zehntel auseinander. Im Endspurt siegen Lars Meyer und Jan Franke mit einer Sekunde vor Andreas Schramm und Sindy Schneider. Pierre Günther holt sich im Honda Civic den dritten Platz vor den beiden Opel Adam von Axel Bayer und Torsten Reimann.

Fünf Trabant und zwei „andere“ Autos starten in der kleinsten Klasse NC5. Erwartungsgemäß siegen Mario Keller – sein neunter Erfolg in Weida – und Max Decker im 70 PS starken Zweitakter. Steffen Günl und Ingmar Schau freuen sich über Platz 2 im Nissan Micra. Selbst in der Gruppe G gibt es drei volle Klassen. Bei den „Großen“ setzen sich Reinhard Honke und Thomas Tenzler im BMW M140 gegen ihre Markenkollegen Adrian Distler und Nils Heusing (M235) durch. In der „mittleren“ Klasse NC8 retten Kilian Nierenz und Milena Raithel (Polo GTI) eine winzige Zehntelsekunde Vorsprung ins Ziel vor Chris Eibisch und Lena Wolanski (Seat Ibiza TDI). Und es gibt sogar eine Klasse NC9 mit vier Startern, die den Favoritensieg von Frank Hornfeck und Moritz Kramm (Kadett GSi) erlebt.

19 Crews starten nach dem Rallye-35-Feld auf dem Marktplatz in Weida – und sehen allesamt auch das Ziel in Steinsdorf. Am exaktesten meistern Patrick Querner und Sebastian Geisler im Fiat Cinquecento die Lichtschranken, gefolgt von Thomas Spöhrer und Michael Senf im Trabant 601 und den Hessen Walter Lenz und Erhard Walenda im Porsche 911.

Bei Sonnenschein und trockenen Straßen läuft die Osterburg-Rallye wie am Schnürchen. Selbst ein Ausritt mit Überschlag – aber ohne Verletzte – auf WP1 sowie ein Motorbrand am Start der WP4 kosten lediglich drei Minuten Verzug. Rallyeleiter Remo Palm, der das Amt erst zwei Tage vor dem Start übernommen hat, freut sich über den pünktlichen und reibungslosen Ablauf und die Tatsache, dass nur 11 der 110 gestarteten Crews die Zielkontrolle nicht erreichen – und dementsprechend herrscht bei der Siegerehrung in der Steinsdorfer Festscheune eine Bombenstimmung.

Ergebnis 51. ADMV-Osterburg-Rallye Weida 2024
1.Rudi Reindl / Michael EhrleMitsubishi Evo 9NC114:14,5
2.Fabian Kreim / Frank ChristianOpel Corsa Rally4RC4+ 32,6
3.Rainer Noller / Tanja SchlichtOpel Corsa Rally4RC4+ 42,4
4.Sebastian Zimmermann / René Meier VW Golf 3 Kit CarNC2+ 43,1
5.Tony Bayer / Dominik Buß BMW M3 CompactNC2+ 49,9
6.Dominik Honke / Melanie KalinkeSubaru Impreza GTNC1+ 58,5
7.Roland Macht / Klaus RoßdeutscherMitsubishi Evo 9NC1+ 58,6
8.Jan Horlbeck / Ivonne HorlbeckFord Fiesta Rally4RC4+ 58,7
9.Reinhard Honke / Thomas TenzlerBMW M140 xDriveNC 6+ 1:01,6
10.Lars Anders / Steffen SchrönMitsubishi Evo 6NC1+ 1:11,5

Stand ADMV-Pokal: 1. Yannik Keller 2642, 2. Axel Bayer 2219, 3. Christian Bauer 2143, 4. René Kunze 2015, 5. Fabian Schulze 1827, 6. Stefan Weigel 1811

Nächster Lauf:Rallye Bergring Teterow am 20. Juli

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