Turbulente Stormarn-Rallye

Martin Schütte hat den sicheren Sieg bei der Stormarn-Rallye vor Augen. Doch auf der letzten Wertungsprüfung stoppt ihn die Technik und beschert Axel Nörenberg im BMW M3 den Sieg.

Martin Schütte hat den sicheren Sieg bei der Stormarn-Rallye vor Augen. Doch auf der letzten Wertungsprüfung stoppt ihn die Technik und beschert Axel Nörenberg im BMW M3 den Sieg.

Martin Schütte und Kerstin David übernehmen mit ihrem Gruppe-F-Evo 7 sofort die Führung. Nach drei Bestzeiten auf den drei kurzen Sprints – zwischen 2,5 und 3,7 km lang – haben sie im ersten Regrouping schon einen Vorsprung von neun Sekunden auf die Verfolger. Martin Christ – nach fast zwei Jahren Pause auf Anhieb schnell – und Norman Jakobs führen im Evo 9 den Pulk an. Dennis Rostek und Frank Christian (Evo 10), Vorjahressieger Andreas Dahms und Inka Lerch (Porsche 911 Carrera) sowie Axel Nörenberg und Silvia Haupt – eine Debütantin – können mit dem sprichwörtlichen Handtuch zugedeckt werden. 

Die zweite Schleife rund um Trittau verläuft ähnlich: drei Bestzeiten für Schütte, drei zweite Plätze für Christ, der fast das Tempo von Schütte schafft und sich von den drei Verfolgern um sechs Sekunden absetzen kann. Nörenberg zieht an Dahms und Rostek vorbei. Als Ulf Semmelhaack seinen Gruppe-G-Subaru auf der Mollhagen-Prüfung vor einen Baum knallt – beide Fahrer bleiben unverletzt -, muss die WP 5 abgebrochen und fair gewertet werden; die 30-Minuten-Lücke wird im zweiten Regrouping geschlossen.

Die dritte Schleife umfasst den dritten Durchgang auf der WP 1 und den Rundkurs bei Stemwarde, mit 10,5 Kilometer die mit Abstand längste Prüfung. Während die Sprints bei Sprenge und Mollhagen als anspruchsvoll gelten, ist Stemwarde eine „typisch norddeutsche“ Strecke: geradeaus, Abzweig, geradeaus, Schikane, geradeaus.

Nach sieben Bestzeiten startet Schütte mit einem Polster von 13 Sekunden auf Christ und 17 Sekunden auf Nörenberg ins Finale. Doch kurz nach dem Start fliegt die Riemenscheibe der Wasserpumpe auseinander – ein bitterer Ausfall für den dominierenden Fahrer. Christ führt zwar, doch Nörenberg drückt mächtig. Ein Dreher kostet einige Sekunden, so dass Martin Christ und Norman Jakobs mit Rang 2 vorlieb nehmen müssen. Axel Nörenberg aber lässt den PS-gewaltigen BMW M3 so richtig fliegen, fährt dem Nächstschnellsten um zehn Sekunden davon und holt sich mit Silvia Haupt den Stormarn-Gesamtsieg.

Platz 3 sichern sich Andreas Dahms und Inka Lerch im Finale gegen Dennis Rostek und Frank Christian. Hinter dem Evo 9 von Uwe Broda und Jannik Buck fahren Rallye-Bauer Kai-Dieter Kölle und Copilotin Theresa Bockwoldt im Carrera mit 2,7-Liter-Maschine im Endspurt auf Platz 6 und gewinnen die Klasse NC2. Einen Platz dahinter erreicht der Sieger der Klasse NC3 das Ziel. Nach zwei technischen Ausfällen in Folge fahren sich Matthias Rathkamp und Larissa Knacker den Frust vom Hals und gewinnen mit 15 Sekunden Vorsprung auf den Clio von Stephanie Zorn und Thomas Puls, die ihrerseits den Vorjahres-Klassensiegern Jens Brandes und Peter Sebralla sowie Stefan Weigel und Frederike Sandberg (Honda Civic) die Rücklichter zeigen. 

1.900 statt 1.800 - Wertungsausschluss

Lokalmatador Dirk Bieber gewinnt die 1600-cm³-Klasse NC4 mit der betagten Corolla AE86, in der Gruppe G erringt die Familie Schnelle beide Klassensiege. Thomas Schnelle und Christine Hagen (Evo 9) setzen sich in der Klasse NC6 gegen Thomas Klüver und Kerstin Heintze im erstmals eingesetzten Audi S3 durch. Junior Patrick Schnelle und sein Co Dirk Reulicke (318 Compact) stehen als Erste in der Liste der Klasse NC8, vor den BMW-Markenkollegen Wolfgang Kurtz und Erik Prysiaznik (323i) sowie Alexander Brase und Sabrina Hey (318 E46).

Jan Potthast und Julius Simon (318 E36) liegen nach acht Prüfungen zwar zehn Sekunden vor Schnelle, werden aber nach der Schlussabnahme aus der Wertung genommen, weil ein 1.900-cm³-Motor statt des eingetragenen 1.800-cm³-Motors unter der Haube steckt. Wegen eingelegter Berufung ist das Klassenergebnis vorläufig. Dadurch findet auch die Siegerehrung mit zwei Stunden Verspätung statt, während die Rallye nach 33 Asphalt-Kilometern pünktlich im Ziel ankommt – bei schönstem Frühlingswetter. 


Mit einer Überraschung endet die Retro-Rallye, zu der 16 Teams starten. Max und Leonie Stieren aus Berlin, Vater und Tochter, verweisen in ihrem Alfa Romeo 33 die beiden favorisierten Golf-Teams auf die Plätze; dabei liegen Wolfgang Rosteck und Hannes Kramer knapp vor Meike Peters und Hans Röhrs.

Ergebnis 36. Storman-Rallye 2019
1. Axel Nörenberg / Silvia Haupt BMW M3 CSL NC1 18:48,2
2. Martin Christ / Norman Jakobs Mitsubishi Evo 9 NC1 +7,2
3. Andreas Dahms / Inka Lerch Porsche 911 NC1 +21,2
4. Dennis Rostek / Frank Christian Mitsubishi Evo 10 NC1 +26,8
5. Uwe Broda / Jannik Buck Mitsubishi Evo 9 NC1 +41,8
6. Kai-Dieter Kölle / Theresa Bockwoldt Porsche 911 NC2 +50,0
7. Matthias Rathkamp / Larissa Knacker Ford Fiesta ST NC3 +56,2
8. Rolf Petersen / Jürgen Krabbenhöft Mitsubishi Evo 8 NC1 +1:03,0
9. Stephanie Zorn / Thomas Puls Renault Clio II RS NC3 +1:10,8
10. Jens Brandes / Peter Sebralla Renault Clio III RS NC3 +1:17,5