Fürst Carl Rallye: Kübler siegt knapp vor Plum

Ein spektakulärer Zweikampf entfachte zwischen den Mitsubishi-Paarungen Ulrich Kübler / Mathias Klotz und den Brüdern Thomas & Max Plum. Nach fast jeder Wertungsprüfung wechselte die Führung hin und her.

Ein spektakulärer Zweikampf entfachte zwischen den Mitsubishi-Paarungen Ulrich Kübler / Mathias Klotz und den Brüdern Thomas & Max Plum. Nach fast jeder Wertungsprüfung wechselte die Führung hin und her.

Die 17. Fürst Carl Rallye des MSC Jura mit Start- und Ziel vor der prächtigen Kulisse am Schloss in Ellingen begann nach Einbruch der Dunkelheit am Freitagabend mit dem Rundkurs „Massenbach“ über 7,7 Kilometer. Ulrich Kübler und Matthias Klotz markierten die erste Bestzeit vor den Newcomer Thomas und Max Plum. Auf dem dritten Rang folgten die Gesamtsieger der Rallye Zorn Marc und Thomas Oest auf BMW M3 E36.

Der Restart erfolgte am Samstagmorgen um 11 Uhr mit der beliebten Prüfung „Sandseee I“, die mit 95 Prozent Schotteranteil und einer fast komplett neuen Streckenführung für Begeisterung, aber auch für großen Respekt beim gesamten Teilnehmerfeld sorgte. Bei der sehr schnellen Streckenführung, die ständig bergauf und wieder runter führte, gab es dutzende Möglichkeiten seinen Wagen nachhaltig ins Aus zu befördern. „So etwas haben wir noch nie gesehen - hier traust du Dich teilweise nicht mit dem Mountainbike hinunter zu fahren“, erklärten Thomas und Max Plum ihrer Mutter noch kurz vor dem Start die Streckencharakteristik. Mit einer 5:10,79 schenkten die Brüder ihrem Hauptkonkurrenten Ulrich Kübler / Matthias Klotz satte 13,31 Sekunden ein. Marc und Thomas Oest kassierten gleich auf dem ersten Kilometer einen Plattfuß vorne links und kämpften sich damit über die gesamte Strecke.

Danach ging es zur Wertungsprüfung „Bergen I“, die mit einem kleinen Rundkurs und langer Ausfahrt über wechselnde Untergründe ebenfalls durchweg gelobt wurde. Der Rundenteiler erwies sich mit seinem Graben am Kurvenausgang  als besonders heikle Stelle heraus. Hier konterte Ulli Kübler und verringerte den Abstand auf die Plum-Brothers auf unter einer Sekunde.


Beim zweiten Durchgang steigerten sich die Protagonisten und blieben im fürstlichen Wald unter der fünf Minuten Schallmauer. Erneut lagen die Plum-Brüder vorne, aber Kübler folgte dieses Mal nur 3,19 Sekunden dahinter. Auf der abschließenden Prüfung „Bergen II“ fuhren Ulrich Kübler und Matthias Klotz mit der dritten Bestzeit an die Spitze und zum zweiten Gesamtsieg nach 2015. „Natürlich ist es ärgerlich nach der Rallye Zorn zum zweiten Mal in Führung liegend letztlich doch nicht den ersten Gesamtsieg einzufahren. Aber wir sind dennoch sehr zufrieden – im Gegensatz zur Konkurrenz fahren wir noch mit deutlich weniger Leistung“, resümierten Thomas und Max das Geschehen im Ziel.  Auf den dritten Gesamtrang fuhren mit einer konstant guten Vorstellung die amtierenden DAM-Meister Torsten Michel und Anna Hinrichs. Große Freude auch bei Wilfried Brunken und Manuela Dietrich, die nach einer Pannenserie mit drei Motorschäden auf Gesamtrang vier vor Bernd Herler und Thomas Bratfisch-Beltz (alle Mitsubishi) ins Ziel fuhren.

Marc und Thomas Oest errangen trotz ihres Zeitverlustes in WP2 den Sieg in der Klasse 10 vor Rene und Maria Eckert (BMW E36 compact) und Marcus Ederer und Michael Hoffmann im spektakulär bewegten BMW 535i. Sicherlich profitierten diese Teams vom unfallbedingten Ausfall des Teams Volker Sticher und Tim Rauber, die mit tollen Zeiten im BMW M3 um einen Podiumsplatz fuhren. Die tollkühne Fahrt endete jedoch auf WP 4, als sie im Staub des Vordermanns den perfekten Einlenkpunkt in eine links drei rollt verpassten, die Bäume touchierten und letztlich auf dem Dach zum Liegen kamen.

Für viel Furore sorgten einmal mehr Günther Werner und Dieter Walterscheidt, die im BMW 318is  auf einen sensationellen fünften Gesamtrang drifteten und damit den Sieg in der mit 33 Teilnehmern am stärksten besetzten Klasse 9 feierten. Große Spannung gab es dahinter um die verbliebenen Podiumsplätze: Jürgen Spieß und Axel Wythe setzten sich im Opel Ascona B mit einem Wimpernschlag von 0,06 Sekunden vor dem Ehepaar Tina und Tobias Glatzel im VW Golf durch. Toll was die junge Dame im frontgetrieben Golf gerade auf den Schotterpassagen der versammelten männlichen Konkurrenz an Zeiten aufdrückte. Mit einem weiteren Wimpernschlag von nur 0,04 Sekunden landeten André Gasteyer und Pia Deribo im orangefarbenen BMW E30 auf dem undankbaren vierten Platz.


Mit großem Herz und einem schweren rechten Fuß geigten Andi Schweiger und Jennifer Bauer im Suzuki Swift in der Klasse 8 groß auf. Mit einem Vorsprung von über 1:30 Minute verwiesen sie Peter Verhorst / Hans Joachim Mark (Toyota Corolla AE86) und Christian Junk / Thomas Schmitz auf die Ränge. Sven Behl und Mario Trott setzt sich mit ihrem Suzuki Swift in der kleinsten der verbesserten Klasse 7 gegen die Klassenprimusse Rainer und Daniel Thiel im Fiat Panda durch. In der seriennahen Gruppe 1 triumphierten Christian Funk und Enrico Schnelle im BMW E36 Coupe vor dem besonders auf den Schotterpassagen stark auftrumpfenden österreichischen Duo Thomas Haider und Walter Schuen im Audi Quattro. In der kleinsten Klasse 4 gingen Josef Oberneder und Christina Krenn im VW Golf 2 einmal mehr als überlegene Sieger hervor.

Ergebnis Fürst-Carl-Rallye

01. Kübler Ulrich / Klotz Matthias Mitsubishi Evo VIII 26:28,8
02. Plum Thomas / Plum Max Mitsubishi Evo V +0:06,5
03. Michel Torsten / Hinrichs Anna Mitsubishi Evo  +1:03,6
04. Brunken Wilfried / Dietrich Manuela Mitsubishi Evo X +1:31,2
05. Werner Günther / Walterscheidt Dieter BMW 318is +1:36,5
06. Herler Bernd / Bratfisch-Beltz Thomas Mitsubishi Evo VIII +1:39,0
07. Oest Marc / Oest Thomas BMW M3 E36 +1:40,9
08. Schweiger Andi / Bauer Jennifer Suzuki Swift +2:32,6
09. Spieß Jürgen / Wythe Axel Opel Ascona B +2:46,4
10. Glatzel Tina / Glatzel Tobias VW Golf 2 16V +2:46,4