Westerwald-Rallye: Bieg dicht an Noller, doch es reicht nicht

Wo immer Rainer Noller startet, trägt er auch die Favoritenrolle. So ist es auch bei der Westerwald-Rallye rund um Altenkirchen: Rainer Noller kommt, sieht und siegt. Allerdings leistet Michael Bieg erbitterten Widerstand und büßt auf den 31 WP-Kilometern nur neun Sekunden ein.

Wo immer Rainer Noller startet, trägt er auch die Favoritenrolle. So ist es auch bei der Westerwald-Rallye rund um Altenkirchen: Rainer Noller kommt, sieht und siegt. Allerdings leistet Michael Bieg erbitterten Widerstand und büßt auf den 31 WP-Kilometern nur neun Sekunden ein.

Es ist nicht der Wind, der über die Höhen des Westerwaldes pfeift, es ist der Luftzug der Mitsubishi von Rainer Noller und Michael Bieg, der den Zuschauer – bei strahlend blauem Frühlingshimmel - um die Ohren weht. Der dritte Favorit Frank Färber hat am Donnerstag wegen fehlender Teile für seinen Evo 8 absagen müssen.

Die beiden Sprints von Helmenzen nach Kettenhausen (Asphaltwege) und von Marienthal nach Racksen (Landstraße) gewinnen Noller und Copilotin Tanja Schlicht jeweils mit einer Sekunde Vorsprung auf Bieg, dem diesmal Helmut Beckmanns Tochter Svenja das Gebetbuch vorliest. Auf dem Rundkurs mit der Ortsdurchfahrt Eichelhardt leistet sich Bieg einen kleinen Fehler, so dass Noller mit sechs Sekunden Vorsprung die Halbzeitpause in Altenkirchen erreicht. Dirk Krüger, im BMW M3 Klassenbester der NC2, führt ein Verfolger-Quartett an, das bereits eine halbe Minute Rückstand aufweist; die Mitsubishi-Piloten Frank Schlinck, Helmut Beckmann und Philip Schwarz folgen dichtauf.

Erik Sindermann hat auf der ersten Prüfung die letzte Rolle einer Bremsschikane pulverisiert und dabei die Front des Gruppe-N-Mégane verformt. Den ersatzweise aufgestellten Pylonen missachten viele Fahrer, so dass zahlreiche 10-Sekunden-Strafen fällig sind. Mehrere Ausritte – allesamt nur Blechschäden - reißen weitere Lücken ins Feld; daraufhin wird die Pause verlängert, die zweite Schleife verläuft dann wie am Schnürchen. 


Rainer Noller vergrößert mit der vierten Bestzeit seinen Vorsprung gegenüber Michael Bieg auf zehn Sekunden, nimmt danach schon ein wenig das Gas weg und überlässt Bieg die Bestzeiten auf den beiden letzten Prüfungen. Am Sieg von Rainer Noller und Tanja Schlicht ändert das nichts. Michael Bieg und Svenja Beckmann holen Rang 2, wobei der 9-Sekunden-Rückstand wegen zehn Schikanen-Strafsekunden auf 19 Sekunden wächst. Die Schikane spielt auch beim Kampf um Platz 3 eine wichtige Rolle, denn Beckmann und Schlinck kassieren ebenfalls zehn Sekunden. Helmut Beckmann und Frank Gehrmann retten den dritten Platz auf dem Podium hauchdünn mit nur einer Zehntelsekunde vor den Nordhessen Philip Schwarz und Louisa Geitz, während Frank Schlinck und Hans-Peter Loth auf Platz 5 zurückrutschen. Deren Südpfälzer Nachbarn Karlheinz und Edwin Braun fahren den 3200-cm³-BMW M3 als bestes Nicht-Mitsubishi–Team auf Platz 6.

Dirk Krüger rutscht mit seinem BMW M3 kurz vor dem Ziel der WP 5 in den Graben; dadurch können Stefan Petto und Selina Thomas im Opel Corsa OPC die Klasse NC2 gewinnen. Schneller sind allerdings die ersten drei Teams aus der 2-Liter-Klasse NC3. Ohne Schikanenfehler holen sich die Schwaben Tom Hettenbach und Robin Zaiß im BMW 318is den Klassensieg vor Lokalmatador Ralf Weller - mit Dietmar Lücker im Ford Fiesta - und dem Holländer Robert Kleinlugtenbeld im ultraleichten Ford Escort Mk1. Udo Schmidt und Kim Oliver Rieth (BMW 320is) sowie Yannic Lüdcke und Sabrina Enkirch (VW Golf II) belegen die nächsten Plätze in der mit 33 Startern besetzten Klasse.


Die 1600-cm³-Klasse NC4 ist fest in hessischer Hand: Steffen Weber und Janika Schwehn (Honda Civic) gewinnen mit 34 Sekunden Vorsprung auf Joachim Hischke und Patrick Pietzonka (Opel Corsa A). In der Gruppe G liegen Maximilian und Udo Mathias im Evo 10 weit vor der Konkurrenz, die leistungsschwächere Klasse NC8 sieht Jens Hofmann und Andrea Becker Kraft im BMW 318is vorn, mit 13 Sekunden Abstand gefolgt von den Pfälzern Werner Selmikeit, der Ostern seinen 65.Geburtstag feiern wird, und Peter Molter im VW Golf 4 Turbo.

Zum zweiten Lauf der Youngtimer-Rallye-Trophy sind 16 Teams in den Westerwald gereist, die alle das Ziel sehen! An der Spitze liefern sich Darius Drzensla und Manfred Schoder im Ford Escort RS 2000 einen offenen Schlagabtausch mit Udo Schütt und Helmut Spangenberg im VW Golf GTI. Dreimal liegt Drzensla vorn, dreimal Schütt – am Ende siegt das Ford-Team mit zwei Sekunden Vorsprung. Auf den Verfolgerplätzen erreichen die beiden Ascona von Heinz-Robert und Martin Jansen sowie Dirk Strauch und Iris Paulussen das Ziel.

Von den 93 gestarteten Fahrzeugen bleiben nur 13 auf der Strecke, 79 stehen im Parc Fermé am Hotel Glockenspitze. Rainer Noller fasst seine Eindrücke treffend zusammen: „Anspruchsvolle Strecken, Top-Rallyezentrum, Top-Organisation.“

Ergebnis Westerwald-Rallye

1. Rainer Noller / Tanja Schlicht Mitsubishi Evo 8 NC1 20:34,4
2. Michael Bieg / Svenja Beckmann Mitsubishi Evo 9 NC1 +19,2
3. Helmut Beckmann / Frank Gehrmann Mitsubishi Evo 8 NC1 +1:02,0
4. Philip Schwarz / Louisa Geitz Mitsubishi Evo 6 NC1 +1:02,1
5. Frank Schlinck / Hans-Peter Loth Mitsubishi Evo 8 NC1 +1:05,8
6. Karlheinz Braun / Edwin Braun BMW M3 E36 NC1 +1:20,2
7. Uwe Kiehm / Andrea Bemmann Mitsubishi Evo 6 NC1 +1:49,4
8. Julian Klingspor / Bastian Discher Mitsubishi Evo 8 NC1 +1:54,9
9. Tom Hettenbach / Robin Zaiß BMW 318is E30 NC3 +2:08,4
10. Ralf Weller / Dietmar Lücker Ford Fiesta ST NC3 +2:13,1
11. Darius Drzensla / Manfred Schoder Ford Escort RS YT +2:13,1
12. Udo Schütt / Helmut Spangenberg VW Golf I GTI YT +2:15,2

Galerie: Westerwald-Rallye


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