Werra-Meißner-Rallye: Glück für Leschhorn - Pech für Schuhej

Evo-Pilot Jörg Schuhej setzt bei der Werra-Meißner-Rallye sechs von acht Bestzeiten. Doch ganz oben auf dem Treppchen steht Nico Leschhorn, der mit seinem Peugeot 207 Super 2000 in Nordhessen vor dem Sachsen Mario Czok gewinnt.

Evo-Pilot Jörg Schuhej setzt bei der Werra-Meißner-Rallye sechs von acht Bestzeiten. Doch ganz oben auf dem Treppchen steht Nico Leschhorn, der mit seinem Peugeot 207 Super 2000 in Nordhessen vor dem Sachsen Mario Czok gewinnt.

Die Region Nord des von HJS gesponsorten DMSB Rallye Cups beginnt in der nordhessischen Kleinstadt Sontra mit der ADAC-Werra-Meißner-Rallye. Zwei aus 2017 bekannte Sprints - Breitau-Grandenborn auf der Landstraße und Weißenborn-Langenhain mit anspruchsvollen Feldwegen und schneller Landstraße - und ein neuer Rundkurs auf Wirtschaftswegen bei Sontra bilden eine Schleife, die dreimal zu absolvieren ist. Belag: 100% Asphalt.

Nach 37, 33 und 30 Startern in den vergangenen drei Jahren schnellt die Teilnehmerzahl – vor allem durch den attraktiven HJS-DRC – hoch auf 68. Mit der Startnummer 1 auf dem Evo 9 werden Jörg Schuhej, Sieger von 2016 und 2017, und seine Copilotin Lara Quast ihrer Favoritenrolle gerecht und führen nach Bestzeiten auf den beiden Sprints schon mit 14 Sekunden vor Nico Leschhorn und Lara Hain im Peugeot 207 Super 2000 sowie mit 22 Sekunden vor Chris Gropengießer und Natalie Solbach-Schmidt, ebenfalls Evo 9. Doch auf dem Rundkurs löst sich der Turboschlauch am Lancer, so dass Schuhej rund 35 Sekunden verliert und Leschhorn als Spitzenreiter in die erste Pause fährt.

In der zweiten Schleife setzt Jörg Schuhej alle drei Bestzeiten und verringert den Rückstand auf Leschhorn. Gropengießer fällt mit einem Schaden an der Kraftübertragung aus. Dann zieht ein heftiger Gewittersturm über das Meißner-Gebirge. Im strömenden Regen teilen sich Leschhorn und Schuhej die beiden Sprint-Bestzeiten der dritten Schleife, der abschließende Rundkurs wird nach wenigen Autos aus Sicherheitsgründen – kein sicheres Funknetz bei Gewitter – abgebrochen und nicht gewertet. 

So feiern Super-2000-Pilot Nico Leschhorn und seine Copilotin Jara Hain den Werra-Meißner-Gesamtsieg mit sattem Vorsprung auf die sächsischen Gäste Mario Czok und Andy Tänczyk. Sie werden im Evo 9 „best of the rest“, weil Schuhej für ein zu frühes Stempeln eine 60-Sekunden-Strafe bekommt und deshalb auf den dritten Platz zurückfällt. Auf Platz 4 landen als besten Thüringer Fahrer Martin Wagner und Alexander Rödiger in einem Evo 7. 

Drei relativ seltene Autos belegen – innerhalb von nur 2,2 Sekunden – die Ränge 5 bis 7. Das Renault-interne Duell um den Sieg bei den Gruppe-G-Fahrzeugen der Klasse NC6 entscheiden Erik Sindermann und Matthias Pätzold zu ihren Gunsten gegen Steffen Oppel und Nadine Dittrich, beide unterwegs mit den frontgetriebenen und turbobefeuerten Mégane. Dazwischen liegt das beste norddeutsche Team, Andreas Dahms und Inka Lerch im historischen Porsche Carrera mit der 3,2-Liter-Maschine. Auf Platz 8 kommt der erst 18-jährige Christian Lemke, 18, und im Opel Adam ins Ziel gewinnt mit Co Mika Jordan somit auch die Klasse RC4, während ihre Konkurrenten Nico Knacker (Motor) und Olaf Müller (Rad) vorzeitig aufladen müssen.

Die letzten beiden Top-10-Plätze belegen die schnellsten 2-Liter-Fahrzeuge der Klasse N3. Dabei überrascht der 23-jährige Nordhesse Maurice Naumann und sein 20-jähriger Co Yannik Günther mit dem Klassensieg gegen die niedersächsischen Routiniers Axel Potthast und Elmar Pernsch, denn bei annähernd gleicher PS-Leistung schleppt Naumanns Honda Civic R rund 200 kg mehr mit sich herum als Potthasts historischer Gruppe-4-Escort. Auch auf dem dritten Klassenrang landet ein Junior, der ebenfalls 23-jährige Bernard Moufang im BMW 320. Mit Respektsabstand folgen in dieser starken Klasse mit 25 Startern Kai Rode (Fiesta), Stephanie Zorn (Clio) und Sebastian Lang (Fiesta). Wegen technischer Defekte ausgefallen sind Klaus Osterhaus (Toyota) und Matthias Rathkamp (Fiesta).

Nach dem frühen Ausfall des Favoriten Steffen Weber (Honda Civic) gewinnen Joachim Hischke und Patrick Pietzonka in einem betagten Opel Corsa A die 1600-cm³-Klasse NC4 vor Martin Ritschel und Sabrina Türk (Suzuki Swift) sowie Vorjahres-Vize Mirko Dulleck und Roy Rüttinger (Polo). Spannend verläuft das Duell um den Sieg in der mit neun Fahrzeugen bestückten Klasse NC8 (bisher Gruppe G, LG 3). Mit genau einer Sekunde Vorsprung setzen sich die Norddeutschen Jan Potthast, 20 Jahre jung, und Sarah Nolte im BMW 318is gegen die Nordhessen Philip Schwarz und Andre Riedel im Mitsubishi Colt durch. Als Klassendritte liegen Sascha Dung und Jana Döhne im Seat Ibiza bereits zweieinhalb Minuten zurück.

25 Teams starten zur Retro-Rallye, die nur über zwei Schleifen, also sechs Prüfungen, führt. Die Geschwister Martin und Carolin Bernhardt (Opel Manta) durchfahren die sechs Ziel-Lichtschranken mit nur 0,62 Sekunden Abweichung. Auch die beiden nächsten Teams bleiben noch unter der 1-Sekunde-Marke: Rainer Schlesinger und Horst Diemer im BMW 2002 sowie Reiner Weste und Tanja Kiphenn im Volvo 740.

Trotz kleiner Ausrutscher verläuft die Werra-Meißner-Rallye ohne Unfall. Relativ hoch ist allerdings die Ausfallquote durch technische Schäden von exakt 25% - bei 100% Asphalt!

Starke HJS-DRC-Junioren

Erster Spitzenreiter in der Nord-Region des HJS-DRC ist Maurice Naumann. Mit Naumann, Jan Potthast, Bernard Moufang, Martin Ritschel und Christian Lemke haben sich fünf Junioren in die Top 10 gefahren. Nächster Lauf in der Region Nord ist die Rallye Buten un Binnen am 30. März.

Ergebnis ADAC-Werra-Meißner-Rallye

1. Nico Leschhorn / Jara Hain Peugeot 207 S.2000 RC3 31:38,9
2. Mario Czok / Andy Tänczyk Mitsubishi Evo 9 NC1 +57,1
3. Jörg Schuhej / Lara Quast Mitsubishi Evo 9 NC1 +1:08,3
4. Martin Wagner / Alexander Rödiger Mitsubishi Evo 7 NC1 +1:58,0
5. Erik Sindermann / Matthias Pätzold Renault Mégane Turbo NC6 +2:05,4
6. Andreas Dahms / Inka Lerch Porsche 911 Carrera NC1 +2:07,2
7. Steffen Oppel / Nadine Dittrich Renault Mégane Turbo NC6 +2:08,0
8. Christian Lemke / Mika Jordan Opel Adam R2 RC4 +2:29,4
9. Maurice Naumann / Yannik Günther Honda Civic R NC3 +2:37,9
10. Axel Potthast / Elmar Pernsch Ford Escort RS 1800 NC3 +3:20,9
11. Timo Grätsch / Alexandra Gawlick BMW M3 E30 NC2 +3:38,2
12. Bernard Moufang / Tobias Wagner BMW 320i E36 NC3 +3:47,6
13. Kevin Heiderich / Thorsten Wentow BMW M3 E36 NC1 +4:21,5
14. Timo Pöhls / Vanessa Dagge Subaru Impreza 2.5 NC6 +4:27,5
15. Sven Schumann / Torsten Hopfer Audi 90 Quattro NC2 +4:29,0

Stand HJS-DRC Region Nord: 1. Naumann 980, 2. J.Potthast 950, 3. A.Potthast 940, 4. Sindermann 917, 5. Moufang+Grätsch 900, 7. Schwarz+Ritschel 850, 9. Lemke 833, 10. Zorn 820