Rallye Lutherstadt Wittenberg: Hattrick für Liebehenschel

Zum dritten Mal in Folge gewinnt Dark Liebehenschel im Mitsubishi die Rallye Lutherstadt Wittenberg. Beim Auftakt zu den ADMV-Meisterschaften und zum Schotter-Cup erreicht er das Ziel klar vor Marc Bach und Ken Milde.

Zum dritten Mal in Folge gewinnt Dark Liebehenschel im Mitsubishi die Rallye Lutherstadt Wittenberg. Beim Auftakt zu den ADMV-Meisterschaften und zum Schotter-Cup erreicht er das Ziel klar vor Marc Bach und Ken Milde.

Zur 56. ADMV-Rallye Lutherstadt Wittenberg starten 48 Teams in der Rallye 35 und drei in der Histo-GLP. Der Auftakt führt über die klassische Prüfung am Gallunberg, 8 Kilometer mit nur 3% Asphalt; weil sie diesmal in Apollensdorf beginnt und in Braunsdorf endet, ist die Strecke praktisch für alle Fahrer neu. Dass Dark Liebehenschel mit seinem blauen Evo 7 die erste Bestzeit setzt, überrascht nicht. Aber der 18-jährige Jan Eriksson aus dem niedersächsischen Wendland setzt ein dickes Ausrufezeichen, als er mit seinem Subaru Impreza mit nur 2,6 Sekunden Rückstand als Zweiter durchs Ziel donnert.

Dahinter reihen sich Marc Bach (Evo 9) mit 11 Sekunden Rückstand, Ken Milde (Evo 8) mit 17, Stefan Schulze (Impreza) mit 19, Sven Senglaub (Evo 6) mit 20 und Lazar Kan (Evo 9) mit 21 Sekunden Abstand. Bei den „Zweiradlern“ übernimmt Hannes Arndt (Fiesta) das Kommando vor Thomas Schultz (Clio) und Frank Zischkale (BMW 318), während die Mitfavoriten Jeffrey Wiesner (Volvo 940) und Bernd Knüpfer (Astra OPC) mit Motorproblemen aufgeben.

Die zweite Prüfung führt über 9 Kilometer – einschließlich 2,5 km Asphalt – von Grabo über Mochau nach Reinsdorf. An der spektakulären Flugkuppe liegen Liebehenschel und Eriksson dicht beisammen, doch 500 Meter weiter verschätzt sich der Youngster und feuert den Subaru ausgangs einer Linkskurve heftig in den Wald. Die drei nachfolgenden Teams stoppen an der Unfallstelle und kümmern sich um die Fahrer, die außer einem Schock unverletzt wirken. Das bestätigt sich nach kurzem Check im Krankenhaus; bei der Siegerehrung sitzen Jan Eriksson und Jan-Eric Bemmann in der Exerzierhalle. Unter Berücksichtigung der fairen Zeiten für Liebehenschel, Milde und Schulze führt Liebehenschel vor Bach, Milde, Schulze, Senglaub und Andreas Rink im Subaru.

In der zweiten Schleife markiert Liebehenschel erneut die Bestzeit in Apollensdorf, während Ken Milde mit der zweitbesten Zeit den Abstand zu Marc Bach verkürzt. Stefan Schulze und Lisa Kuhn müssen den Subaru kurz vor dem Ziel mit abgerissener Antriebswelle abstellen. Mit der abschließenden Bestzeit auf der Mochau-Prüfung vergrößert Dark Liebehenschel den Vorsprung zu den Konkurrenten auf 50 Sekunden und kann in Wittenberg einen lupenreinen Hattrick feiern. Für seinen Copiloten Markus Drüge, der am Lenkrad eines Suzuki Swift 2018 die ADAC-Masters-Serie gewonnen hat, bedeutet der Erfolg den zweiten Gesamtsieg in Wittenberg. Marc Bach und André Seelisch sowie Ken Milde und Jean Ihlefeldt machen das reine Mitsubishi-Podium komplett. Mit Sven Senglaub und Lydia Eschenhorn sowie Andreas Rink und Claudia Kreuzer folgen zwei weitere Allrad-Turbo-Teams auf den nächsten Plätzen. 

Björn Becker und Dirk Mürkens strahlen im Ziel, weil ihr Audi 90 Quattro – mit 200 PS und Allradantrieb von der Papierform das stärkste Auto in der 2-Liter-Klasse – zum ersten Mal ohne technische Probleme läuft. Die beiden Wülfrather fahren auf Gesamtrang 6 und gewinnen die Klasse NC3 vor den beiden besten Fronttrieblern. Hannes Arndt und Christof Wagner glänzen mit zwei Klassen- und drei 2WD-Bestzeiten; doch ein ausgehängtes Schaltseil zwingt die Thüringer Meister auf WP 3 zu 3 km Fahrt im 2. Gang; der halbminütige Zeitverlust verhilft dem stark fahrenden Ehepaar Thomas und Melanie Schultz im Clio den Sieg bei den Fronttrieblern. Bemerkenswert: Sie haben ihr Heimspiel bei der Rallye Zorn gestrichen und sind stattdessen zum Schotter-Cup-Start nach Wittenberg gefahren – es hat sich gelohnt!

Bei den Hecktrieblern liefern sich Jürgen Neumann und Lokalmatador Frank Zischkale, beide im BMW 318, ein beinhartes Duell um jede Sekunde. Am Schluss können Jürgen Neumann und Gordon Pfarr (Compact) jubeln, weil Frank Zischkale und Dirk Eißner eine 10-Sekunden-Strafe für einen Frühstart erhalten. Mit Ronny Broda sowie Tobias Gutewort landen zwei weitere einheimische BMW-Fahrer auf den nächsten Plätzen. 

Junior Maximilian Irmer und sein Vater Mike Schütte gewinnen im Audi 90 Quattro die Klasse NC 2, der Wittenberger Uwe Joachim – sein 25. Start beim Heimspiel – im Polo die Klasse NC4 mit Thomas Scheer als Co. Auch die Klasse NC5 bis 1400 cm³ erlebt einen Favoritensieg durch Jan Rößner und Doreen Schreiber im Suzuki Swift. Thomas Grimm und Aaron Jungnickel gewinnen nicht nur den Pokal für den besten Trabant, sie holen auch den zweiten Pokal in der NC5, weil sie zwei Micra und ihre beiden Trabi-Kollegen deutlich hinter sich lasseIn der Gruppe G ist der Berliner Routinier Thomas Leonhardt mit dem schweren Audi S4 Avant klar vorn – ein schönes Rallyedebüt für „Leos“ Ehefrau Tanja auf dem heißen Sitz.

In der Klasse NC8 (LG-Klasse 3) haben Pierre Günther und Markus Ernst den sicheren Sieg vor Augen, doch auf der letzten Prüfung bleibt der Allrad-Vectra stehen. Bis der Fehler, ein abgefallener Kerzenstecker, behoben ist, sind Jan Patrick Buys und Robin Bödeker im Seat Ibiza Cupra vorbei und beenden ihre zweite Rallye mit dem ersten Klassensieg. Erwartungsgemäß setzen sich Patrick Rodewald und Jacqueline Kaiser im Volvo 940 in der schwächsten G-Klasse NC9 durch, die zweitplatzierten Ruppiner Sören Nicolaus und Normen Standke halten in ihrem betagten Golf II relativ gut mit. Im kleinen Feld der Histo-GLP-Teilnehmer setzen sich Christoph Fischer und Christoph Köcher im Golf II durch.

Mit dem Wetter – vor zwölf Monaten extrem ungünstig - haben die Wittenberger diesmal Glück; nach einer regnerischen Woche bleibt es während der Rallye trocken; drei Minuten nach der Parc-Fermé-Einfahrt des letzten Autos fegt ein Gewittersturm mit Blitz, Hagel und Starkregen über die Lutherstadt! Die Fahrer beurteilen die stellenweise sehr schnellen, an einzelnen Ecken – wie immer – ausgefahrenen Sand- und Schotterpisten im Fläming als „von den Strecken her die beste Wittenberg seit Jahren“. Das schlägt sich auch in der Ausfallquote von weniger als 20% nieder: Von 48 gestarteten Fahrzeugen sehen 39 das Ziel. 

Gesamtsieger Dark Liebehenschel ist auch erster Spitzenreiter im Schotter-Cup (bisher 51 Einschreibungen) und im ADMV-Rallye-Pokal (derzeit 44 Einschreibungen), bei dem jedoch bei späterer Einschreibung auch rückwirkend Punkte zugeteilt werden. Nächste Veranstaltung für beide Serien: ADAC-Roland-Rallye in Nordhausen am 13. April.

Ergebnis 56. ADMV-Rallye Lutherstadt Wittenberg 

1. Dark Liebehenschel / Markus Drüge Mitsubishi Evo 7 NC1 21:03,4
2. Marc Bach / André Seelisch Mitsubishi Evo 9 NC1 50,7
3. Ken Milde / Jean Ihlefeldt Mitsubishi Evo 8 NC1 +1:06,3
4. Sven Senglaub / Lydia Eschenhorn Mitsubishi Evo 6 NC1 +1:26,3
5. Andreas Rink / Claudia Kreuzer Subaru Impreza NC1 +1:29,3
6. Björn Becker / Dirk Mürkens Audi 90 Quattro 2.0 NC3 +2:36,6
7. Thomas Schultz / Melanie Schultz Renault Clio III RS NC3 +3:04,5
8. Hannes Arndt / Christof Wagner Ford Fiesta ST NC3 +3:14,5
9. Jürgen Neumann / Gordon Pfarr BMW 318ti E36 NC3 +3:29,1
10. Maximilian Irmer / Mike Schütte Audi 90 Quattro V6 NC2 +3:36,0
11. Frank Zischkale / Dirk Eißner BMW 318is E30 NC3 +3:36,5
12. Ingmar Wandner / Hendrik Wandner Mitsubishi Evo 7 NC1 +3:37,4
13. Uwe Joachim / Thomas Scheer VW Polo GTI NC4 +3:43,7
14. Torsten Brunke / Yasmine Fritzsche VW Golf III GTI NC3 +3:44,1
15. Ronny Broda / Mario Geike BMW 318is E36 NC3 +3:53,8

Zwischenstand ADMV-Rallye-Pokal: 1. Liebehenschel 675, 2. Becker 673, 3.Rößner 650, 4. Joachim+Rodewald 625, 6. Milde 575

Zwischenstand Schotter-Cup: 1. Liebehenschel 539, 2. Schultz 511, 3. Bach 499, 4. Becker 486, 5. Joachim 485, 6.Rößner 479, 7. Arndt 469, 7. Rodewald 467, 9. Milde 459, 10. Neumann 457