Regeln 2019 - Teil 3: Gelbe Flagge

Umlernen müssen Fahrer und Veranstalter bei den Flaggensignalen im Rallyesport. Ab 2019 gibt es in Deutschland zwei Flaggen, die rote Flagge für Neutralisation und die gelbe Flagge zur Warnung vor Gefahren.

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Umlernen müssen Fahrer und Veranstalter bei den Flaggensignalen im Rallyesport. Ab 2019 gibt es in Deutschland zwei Flaggen, die rote Flagge für Neutralisation und die gelbe Flagge zur Warnung vor Gefahren.

Jeder Zuschauer, jeder Streckenposten, jeder Fahrer kennt die gelbe Flagge. Sie warnt vor Gefahrenstellen. In den letzten Jahren bekam GELB jedoch auch eine zusätzliche Bedeutung: Wem GELB gezeigt wurde, für den wurde die Wertungsprüfung neutralisiert; er hatte mit reduzierter Geschwindigkeit weiter zu fahren und erhielt eine „faire Zeit“.

Was als Mehr an Sicherheit gedacht war (nämlich das langsame Vorbeifahren an Gefahrenstellen) führte zu einem Weniger an Sicherheit, weil die – in der Regel gut geschulten - Streckenposten oft keine gelben Flaggen mehr erhielten und somit nicht effektiv warnen konnten. Ersatzweise wurde mal mit den Armen gerudert, mal ein Warndreieck geschwenkt, mal eine weiße Flagge mit rotem Dreieck gezeigt. Damit ist jetzt Schluss.

Auf Deutschlands Rallyepisten wird die gelbe Flagge 2019 wieder so eingesetzt wie früher: Jeder Streckenposten kann bei plötzlichen Gefahren GELB zeigen, zum Beispiel wenn ein Fahrzeug im Graben steckt, eine Ölspur erkannt wird oder Personen auf der Strecke sind. GELB ist nur eine Gefahrenanzeige, sie bedeutet nicht die Neutralisierung der Wertungsprüfung. Der Fahrer muss sich bei GELB auf ein Hindernis einstellen, fährt aber ansonsten (sofern nicht die Strecke blockiert ist) die Wertungsprüfung auf Bestzeit – also ohne „faire Zeit“ - zu Ende. 

Selbstverständlich bleiben die Vorschriften zum Verhalten bei einem Unfall, die im Artikel 40.2 und 40.3 geregelt sind, davon unberührt. Hier hat die Hilfeleistung eindeutig Vorrang. Die betroffenen Fahrer erhalten dann eine „faire Zeit“. 

Diese GELB-Regel ist eine nationale Regel im DMSB-Bereich, die bei Rallyes mit FIA-Prädikat und bei Rallyes im Ausland nicht gilt. In der Ausschreibung einer Rallye wird festgelegt, ob die nationale DMSB-Regel oder die internationale FIA-Regel für Flaggenzeichen gilt (Art. 40.5).

Im Wortlaut: Rallye-Reglement Art. 40.5.2 – Gelbe Flagge

„Für DMSB-genehmigte Veranstaltungen … gelten die nachfolgenden Regelungen. Jeder Standort der Sportwarte der Streckensicherung sollte mit mindestens einer gelben Flagge ausgerüstet sein.“

„Passiert ein Fahrer eine geschwenkte oder stillgehalten gezeigte gelbe Flagge und/oder ein entsprechender Warnhinweis wird elektronisch durch das Tracking System im Fahrzeug angezeigt, ist davon auszugehen, dass eine Gefahr auf oder neben der Strecke besteht. Die Flaggen werden von gekennzeichneten Sportwarten jeweils vor dem betreffenden Ereignis gezeigt und/oder ein entsprechender Warnhinweis den betroffenen Fahrern elektronisch durch das Tracking System im Fahrzeug angezeigt.“

„Die Art. 40.2 und 40.3. bleiben von dieser Regelung unberührt.“

Die rote Flagge wird in Teil 4 unserer Serie erläutert.

Das komplette Rallye-Reglement kann von der Downloadseite des DMSB unter www.dmsb.de oder unter „Regeln“ bei www.schotter-cup.de heruntergeladen werden.