Atlantis-Rallye: Sieg für Schütte - Titel für Rostek

Dennis Rostek und Tobias Braun sichern sich als Zweite der Rallye Atlantis den Titel im DMSB Rallye Cup. Den Sieg in Holstein holen sich Martin Schütte und Kay Treder.

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Dennis Rostek und Tobias Braun sichern sich als Zweite der Rallye Atlantis den Titel im DMSB Rallye Cup. Den Sieg in Holstein holen sich Martin Schütte und Kay Treder.

41 Teams reisen zur 49. ADAC-Rallye Atlantis nach Kaltenkirchen, rund 20 km nördlich der Hamburger Stadtgrenze, zum Finale des DMSB-Rallye-Cups. Statt des gewohnten herbstlichen Schmuddelwetters finden die Fahrer in diesem Jahr trockene Pisten vor, die Sonne scheint, auch wenn es draußen ziemlich kalt bleibt. 69 WP-Kilometer mit 4 km Schotter sind in zwei Schleifen zu absolvieren, aufgeteilt in zwei eher einfache Rundkurse und zwei lange und anspruchsvolle Start-Ziel-Prüfungen.

Als Favorit rollt Vorjahressieger Martin Schütte, der sich bei 25 km Anreise wie zu Hause fühlt, durch den Startbogen; weil Stamm-Copilotin Kerstin David beruflich verhindert ist, steigt Kay Treder neben Schütte in den Evo 7, der hier in der Gruppe CTC startet. Die Cup-Leader Dennis Rostek und Tobias Braun (Evo 10) brauchen deshalb in der Gruppe F nur auf Uwe Broda und Janik Buck im Evo 9 zu achten. Hinter den drei Mitsubishi hoffen drei historische Hecktriebler auf einen Platz auf dem Podium: Andreas Dahms und Inka Lerch sowie Kai-Dieter Kölle und Theresa Bockwoldt mit ihren Porsche Carrera mit 3,2-Liter-Maschine, dazu Axel Potthast und Elmar Pernsch mit dem Ford Escort mit dem 16V-BDA-Motor. 

Schütte unterstreicht gleich auf dem ersten Rundkurs seine Favoritenstellung mit der Bestzeit, vier Sekunden vor Rostek und sieben Sekunden vor Dahms, während Potthast, Kölle und Broda schon mehr als zehn Sekunden einbüßen. Auf der langen WP 2 von Wittenborn nach Kükels bleibt die Reihenfolge der ersten Drei gleich, die Abstände wachsen kräftig an. Schütte gewinnt auch die dritte Prüfung vor Rostek, während sich Dahms verabschiedet. Er setzt den Porsche wie schon 2017 in den Graben und steckt fest, ohne Schaden zu nehmen. Heftiger ist der Baumkontakt eines einheimischen Junior-Teams: Beide Insassen werden verletzt – wenn auch nicht schwer – ins Krankenhaus gebracht.

Den Abschluss der ersten Schleife bildet der Rundkurs Stuvenborn, wo sich viele Zuschauer einfinden. Schütte deklassiert die Konkurrenz um mindestens 21 Sekunden und hat zur Halbzeit bereits ein Polster von 38 Sekunden auf Rostek. Broda, Kölle und Potthast liegen über eine Minute zurück. Die zweite Schleife verläuft ähnlich. Martin Schütte erzielt alle Bestzeiten und gewinnt mit Co Kay Treder die Atlantis-Rallye mit sattem Minutenvorsprung vor Dennis Rostek und Tobias Braun. Uwe Broda und Janik Buck komplettieren das Mitsubishi-Podium. Kai-Dieter Kölle und Theresa Bockwoldt erreichen im Porsche 911 als beste Fahrer ohne Allradantrieb und ohne Turbo-Power den vierten Rang, gefolgt von Axel Potthast und Elmar Pernsch im Escort BDA als Sieger der CTC-Autos bis Baujahr 1981.

Um Platz 6 streiten sich Steffi Zorn und Klaus Osterhaus, die den Sieg in der 2-Liter-Klasse der Gruppe F ausfechten. Steffi Zorn fährt im Renault Clio von Beginn an immer knapp schneller als Osterhaus im Toyota GT86, der durch einen Plattfuß auf der WP 6 den Anschluss verliert. Steffi Zorn – in diesem Jahr Gewinnerin des Rallye Cup Nord - und Thomas Puls fahren auf Rang 6 ins Ziel, Klaus Osterhaus und Dietmar Moch werden Neunte hinter Carsten und Marina Kratzin im Evo 9 und dem enttäuschenden Polo S2000 der Dänen Jan Petersen und Jeannette Kvick. Den letzten Platz in den Top Ten holt sich der erst 18-jährige Christian Lemke im Opel Adam R2 mit seinem 17-jährigen Copiloten Mika Jordan. 

In der Gruppe N profitieren Markus Drümmer und Peter Kroll im „alten“ Subaru von Ulf Semmelhaacks Rundenfehlern im neuen Subaru und gewinnen die Klasse 8 deutlich vor den Markenkollegen Timo Pöhls und Vanessa Dagge. In der Klasse 10 fahren die Junioren Jan Potthast und Julius Simon im BMW 318is der Konkurrenz auf und davon, bis Potthast den BMW in der letzten Prüfung - mit fast zwei Minuten Vorsprung – in den Graben setzt und durch Bergung und Plattfuß vier Minuten verliert. So geht der Sieg an ein anderes Junior-Team: Timo von Appen und Lisa Brodhagen gewinnen im Peugeot 206 die Klasse vor dem früheren DMSB-Cup-Sieger Günter Vogt im Fiat Punto. 33 der 41 gestarteten Teams sehen die Zielrampe in Kaltenkirchen.

DMSB Rallye Cup

Dennis Rostek aus Bückeburg in Niedersachsen und sein Co Tobias Braun aus Maikammer in der Pfalz holen sich den Titel im DMSB Rallye Cup. Mit dem Gaßner-Evo 10 haben sie konsequent den Cup-Sieg angepeilt, obwohl das Punktesammeln in der Klasse F1 nicht einfach ist, weil sie immer gegen die Gesamtsieg-Favoriten antreten müssen. Am Ende hat der Vorsprung aus den Vorläufen zum Sieg gereicht, für 2019 möchten sie in der DRM mitmischen. Den zweiten Platz schaffen die Thüringer Polo-Fahrer Mirko Dulleck und Roy Rüttinger im Gruppe-F-Polo; der Hobby-Pilot und „Späteinsteiger“ Dulleck hat sich im Laufe der Saison deutlich gesteigert.

Auf dem dritten Platz landet der erst 20-jährige Jan Potthast, der im BMW 318is E36 sicherlich als die Entdeckung der Saison gilt. Ein Kuriosum: Trotz des Ausritts in der letzten Prüfung, der ihn von Platz 1 auf Platz 5 in der Klasse G10 zurückwarf, hat er die vollen DRC-Punkte behalten, weil die vom ihm Platzierten nicht wertungsberechtigt sind. Hier müssen die Regeln des DRC - wie auch in anderen Punkten - dringend auf den Prüfstand.

Aus der Region Süd sind nur zwei Fahrer in Holstein angetreten: Der Pfälzer Werner Selmikeit hat mit dem 2-Liter-Honda in der zusammengelegten CTC-Klasse 7/18 keine Chance, der Schwabe Marcus Leibbrandt im Evo 10 bekommt gegen die drei Subaru aus dem Norden keinen Stich. Siegfried Röger, im Golf II aus der Klasse G11 mit 109 Punkten in den Vorläufen der erfolgreichste Fahrer, startet nicht beim Finallauf.

Ergebnis 49. ADAC-Rallye Atlantis 

1. Martin Schütte / Kay Treder Mitsubishi Evo 7 C18 39:20,3
2. Dennis Rostek / Tobias Braun Mitsubishi Evo 10 F1 +1:13,4
3. Uwe Broda / Janik Buck Mitsubishi Evo 9 F1 +2:18,7
4. Kai-Dieter Kölle / Theresa Bockwoldt Porsche 911 Carrera C18 +2:53,8
5. Axel Potthast / Elmar Pernsch Ford Escort RS 1800 C14 +3:11,1
6. Stephanie Zorn / Thomas Puls Renault Clio II RS F5 +3:31,9
7. Carsten Kratzin / Marina Kratzin Mitsubishi Evo 9 F1 +3:35,4
8. Jan Petersen / Jeannette Kvick VW Polo S2000 RC2 +3:49,6
9. Klaus Osterhaus / Dietmar Moch Toyota GT86 F5 +4:44,1
10. Christian Lemke / Mika Jordan Opel Adam R2 RC4 +4:44,2
11. Hannes Arndt / Christof Wagner Ford Fiesta ST F5 +4:46,5
12. Axel Schütt / Klaus Finke Ford Escort RS 2000 C14 +4:47,1 


DMSB Rallye Cup – inoffizieller Endstand: 
1. Rostek/Braun, Mitsubishi, 141, 2. Dulleck, VW Polo, 134, 3. Potthast, BMW 318, 129 , 4. Selmikeit, Honda Civic, 114, 5. Leibbrandt, Mitsubishi, 114, 6. Arndt, Ford Fiesta, 87, 7. Zorn/Puls, Renault Clio, 86, 8. Osterhaus, Toyota, 79

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