Junior-Rallye BW: Noller rutscht aus - Köhler siegt

Als der führende Rainer Noller in der letzten Prüfung von der Strecke rutscht, gewinnt Fritz Köhler die Rallye Baden-Württemberg. Sein Sohn Sven Kress macht als Zweiter den Familienerfolg perfekt.

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Als der führende Rainer Noller in der letzten Prüfung von der Strecke rutscht, gewinnt Fritz Köhler die Rallye Baden-Württemberg. Sein Sohn Sven Kress macht als Zweiter den Familienerfolg perfekt.

Die Westalb hüllt sich in Nebel, als die 46 Teams der ADAC-Junior-Rallye BW am Morgen mit der Besichtigung der drei langen Start-Ziel-Prüfungen beginnen. Bis zum Start in Nattheim lichtet sich der Nebel zwar, so dass die Sicht für die Fahrer nicht ernsthaft beeinträchtigt ist, doch die Sonne lässt sich den ganzen Tag nicht blicken. 

Rainer Noller und Sarah Hess übernehmen auf der 11 km langen WP 1 bei Großkuchen sofort die Spitze mit dem Mitsubishi Evo 8. Fritz Köhler und Petra Hägele im BMW M3 Compact bleiben mit 2,5 Sekunden Rückstand dicht dran. Dahinter folgen Oliver Bliss und Alessandra Baumann im Evo 6 sowie Tobias Pohlner und Jasmin Santos, die mit ihrem Citroen DS3 R3T über die Auftaktprüfung fliegen und die Mitsubishi von Ralf und Lars Stütz und Frank und Inge Herrmann hinter sich lassen; die Herrmanns schleppen allerdings noch 50 Strafsekunden für fünf Minuten Verspätung am Start mit sich herum. Das Citroen-C2-Team Steffen Schmid und Anna-Carin Föhner lässt die beiden BMW 320is von Sven Kress und Carina Kohler sowie Kai und Nico Otterbach hinter sich, zwischen die beiden 320er schiebt sich der BMW M3 von Peter und Michael Wald.

Die zweite Prüfung mit der Ortsdurchfahrt Auernheim ist völlig neu. Noller fährt der Konkurrenz auf der 7 km lange Strecken um sieben Sekunden davon, die Verfolger Köhler, Otterbach und Kress liegen innerhalb einer Sekunde. Die dritte Prüfung „Nattheim“ ist – wie auch die WP 1 – noch aus DRM-Zeiten bekannt. Noller schlägt zu und nimmt Herrmann als 12 und Köhler 14 Sekunden ab; in der Halbzeitpause hat er bereits 24 Sekunden Vorsprung auf Köhler herausgefahren, der sich von nun an ohne Servolenkung über die verbleibenden Strecken quälen muss. Kress, Schmid und Stütz folgen, während Otterbach mit einer schwächeren Zeit auf Platz 6 abrutscht. Bliss stellt den Evo 6 mit technischen Problemen ab, Pohlner verliert sechs Minuten und fällt ans Ende des Feldes zurück.

"Ein dummer Fehler von mir"

Im zweiten Umlauf setzt Noller seinen Sturmlauf fort und führt nach zwei weiteren Bestzeiten schon mit 48 Sekunden vor Köhler. Doch auf der letzten Prüfung rutscht er in einer scharfen Rechtskurve geradeaus und hängt im Graben fest. „Ein dummer Fehler von mir“, kommentiert Noller den Ausfall, „ich kann mich nicht erinnern, wann mir so etwas zuletzt passiert ist. Als mich das MIC-Auto herausgezogen hatte, konnte ich mit dem fast unbeschädigtem Evo ins Ziel nach Nattheim fahren.“

Fritz Köhler kommt am Mitsubishi vorbei und fährt mit Petra Hägele zum Gesamtsieg der Rallye Baden-Württemberg, sein lang ersehnter erster Gesamtsieg in der Saison 2018. Die folgenden Fahrer aus der Spitzengruppe werden an der Unfallstelle gestoppt und erhalten als „faire Zeit“ faktisch ihre Fahrzeit vom ersten Durchgang, so dass es keine nennenswerten Änderungen mehr gibt. Sven Kress und Carina Kohler steigen als Zweite auf Podium und gewinnen das 2-Liter-Duell gegen Kai und Nico Otterbach diesmal klar. Jochen Böhringer und Astra-Pilot Jochen Vollmer belegen die nächsten Plätze in dieser starken Klasse. 

Das Vater-Sohn-Team Ralf und Lars Stütz schafft Rang 3, Steffen Schmid und Anna-Carin Föhner kommen als beste Fronttriebler im Citroen C2 auf Platz 4. Frank und Inge Herrmann wären ohne die Start-Verspätung auf Platz 2 statt auf Platz 5 gelandet. Klassensiege holen sich u.a. Michael Weiss und Jochen Rheinwalt (Fiat 500, RC3), Kai-Uwe und Tochter Tamara Lutz (Subaru Impreza, G8), Marc Schütze und Nadja Hilsenbeck (Honda Civic Vtec, F6) sowie Sven Glass und Moritz Kramm (Opel Corsa, G11). 37 von 46 gestarteten Teams erreichen das Ziel. 

DMSB Rallye Cup

Die Kandidaten vom DMSB Rallye Cup reißen auf der Schwäbischen Alb keine Bäume aus. Die Tabellenführer Siegfried und Franziska Röger im G11-Golf büßen auf der letzten Prüfung eine Minute ein, fallen dadurch vom zweiten auf den fünften Klassenrang zurück und kassieren nur 10 Punkte für den Cup. Der Pfälzer Oliver Selmikeit (Honda Civic) muss sich bei den 2-Liter-CTC-Fahrzeugen dem BMW von Erhard und Maren Kohler beugen und nimmt nur 15 Punkte mit, weil auch der Stütz-Evo-8 in der Cup-Wertung mitgerechnet wird.

Marcus Leibbrand und Angelika Hornung (Evo 10) erhalten für den zweiten Platz in der Gruppe G nur 9 Punkte, weil keine drei Fahrzeuge in der Klasse G8 starten, so dass die Punktzahl halbiert wird. Mit diesem Schicksal kennen sich Matthias Schenzle und Peter Stifel bestens aus. Ihr Mercedes 450 SLC fährt schon die ganze Saison als „Einzelkind“ in der Klasse C15 oder muss sich – wenn eine Zusammenlegung mit der 2-Liter-Klasse C14 erfolgt – hinter den flinkeren Ford Escort 2000 RS anstellen.

Ergebnis ADAC-Junior-Rallye BW 

1. Fritz Köhler / Petra Hägele BMW M3 E46 Comp. F2 38:29,7
2. Sven Kress / Carina Kohler BMW 320is E30 F5 +23,8
3. Ralf Stütz / Lars Stütz Mitsubishi Evo 8 C18 +31,3
4. Steffen Schmid / Anna-Carin Föhner Citroen C2 R2 Max RC4 +48,3
5. Kai Otterbach / Nico Otterbach BMW 320is E30 F5 +52,2
6. Frank Herrmann / Inge Herrmann Mitsubishi Evo 9 F1 +1:02,4
7. Peter Wald / Michel Wald BMW M3 E36 F2 +1:21,4
8. Jochen Böhringer / Roland Bürk BMW 318is E30 F5 +1:40,7
9. Darius Gitzel / Melissa Schuster Skoda Octavia Turbo F4 +1:42,3
10. Michael Weiss / Jochen Rheinwalt Fiat 500 Abarth RC3 +2:12,7

Endstand DMSB Rallye Cup – Region Süd: 1. Röger, Golf, 103 Punkte; 2. Selmikeit, Honda, 84; 3. Schenzle, Mercedes, 79; 4. Leibhardt, Mitsubishi 78; 5. Stütz, Mitsubishi, 75; 6. Kurz, und Köhler, BMW, 62; 8. Schulz, Suzuki, 61.

Endlauf: Rallye Atlantis am 17. November

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