Rostek-Sieg im Grönegau

Der Grönegau bleibt fest in Evo-10-Hand: Nach zwei Erfolgen des Holländers Bas van Kamperdijk setzen in diesem Jahr Dennis Rostek und Tobias Braun die Siegesserie fort.

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Der Grönegau bleibt fest in Evo-10-Hand: Nach zwei Erfolgen des Holländers Bas van Kamperdijk setzen in diesem Jahr Dennis Rostek und Tobias Braun die Siegesserie fort.

89 Teams starten in Riemsloh bei Melle zur 11. ADAC-Rallye Grönegau. Die 35 WP-Kilometer setzen sich zusammen aus zweieinhalb Runden in Bennien, einem zügigen 7-km-Sprint zwischen Hoyel und Schiplage und einem 4-km-Sprint durch das Dorf Barkhausen. Ein paar Meter Schotter, zwei Kuppen, viele kurvige Abschnitte und mehrere Ortsdurchfahrten sorgen für anspruchsvolle Prüfungen. Und die Anlieger spielen mit: Die Bewohner von Bennien feiern mit rund 1.000 Besuchern ein Dorffest mit Bratwurst, Bier, Waffeln und frischen Erdbeeren.

Dennis Rostek, mit nur 50 km Anreise fast ein Einheimischer, und sein Pfälzer Co Tobias Braun erzielen drei Bestzeiten im Mitsubishi Lancer Evo 10 und feiern einen sauberen Gesamtsieg, den zweiten in dieser Saison nach dem Werra-Meißner-Erfolg. Rostek, der erst vor einem Jahr von der Rundstrecke übergewechselt ist, lobt im Ziel die gute Organisation und freut sich besonders, weil „mein Vater und mein Onkel zugeschaut haben“ – beide waren früher erfolgreiche Bergrennfahrer. 

Die zwei schnellsten Fahrer im Feld kommen nicht weit. Rudi Reindl und Michael Ehrle legen in Bennien ein Höllentempo vor, doch wegen unheilvoller Geräusche im Differenzial stellt Reindl den Evo 9 nach dem Stopp ab. „Ich bin die letzte Runde nur noch mit Halbgas gerollt und lag trotzdem nur eine Sekunde über der Bestzeit. Nette Leute hier im Norden und überraschend tolle Strecken. Ich komme nächstes Jahr wieder um zu gewinnen.“ Walter Gromöller begeistert im Opel Ascona 400 mit der Bestzeit auf der WP 1, doch schon auf der WP 2 kommt das Aus für den Westfalen mit einer defekten Kupplung.

Um den Ehrenplatz kämpfen die Mitsubishi von Sebastian Wolf und Philip Schwarz, Axel Nörenberg im BMW CSL und Niklas Stötefalke im Opel Adam R2. Mit zwei Bestzeiten zum Schluss löst sich Nörenberg aus diesem Pulk und schafft Platz 2, nachdem sich der Rallye-Debütant Colin Neurath – bisher als Downhill-Biker rasant unterwegs – mit der neuen Aufgabe auf dem heißen Sitz angefreundet hat. Mit Sebastian Wolf und Andy Luther steigt ein zweites Evo-10-Team aufs Podium. „Nach zwei Rallyes mit technischen Problemen hat heute alles geklappt“, kommentiert der Hesse.

Ein gelungenes Comeback schafft auch Niklas Stötefalke nach dem schweren Unfall vor einem Jahr. Im Opel Adam R2 von Guido Deppe und mit dem Routinier Jörn Limbach als Co fährt Stötefalke herzerfrischend zwischen den „Big Bangers“, verpasst das Podium nur um eine Sekunde und behauptet sich knapp vor den Nordhessen Philip Schwarz und Andre Riedl in einem Mitsubishi Evo 6. Zwei weitere Mitsubishi mit Helmut Beckmann und Tochter Svenja sowie den „fliegenden Rentnern“ Rolf Petersen und Jürgen Krabbenhöft fahren in die Top-10. 

Einen starken Eindruck hinterlassen Jans Brandes und Peter Sebralla, die im Renault Clio III auf Rang 6 landen und die voll besetzte 2-Liter-Klasse vor Matthias Rathkamp und Larissa Knacker im Ford Fiesta gewinnen. Sebastian Lang und Meike Zettl (Fiesta) erreichen den dritten Platz vor dem letztjährigen Adam-Cup-Fahrer Christoph Hilmes beim Debüt im Renault Clio III und Slalom-Spezialist Kai Rode (Fiesta). Weitere Klassensiege in der Gruppe F holen sich Klaus Niermann und Jürgen Sandmeier (BMW M3) in der 3-Liter-Klasse sowie Marco und Marcel Leifer im „alten“ Polo 1300 in der 1600-cm³-Klasse.

In der Gruppe G wuchten die Favoriten Uwe Kriegeskotte und Peter Kroll den Subaru Impreza auf Gesamtrang 8 und knöpfen den Verfolgern Ulf Semmelhaack und Jörg Schmidt im identischen Impreza rund 80 Sekunden ab. In der kleinen G-Klasse setzt Jan Potthast, eine Woche nach dem 20. Geburtstag, seine Serie starker Leistungen fort, erreicht Gesamtrang 25 und gewinnt mit Co Andreas Schlüsche im einzigen G11-Auto die G10-Klasse vor Pascal Schnelle und Lisa Brodhage (BMW 318 Compact).

Sein Vater Axel Potthast und Elmar Pernsch beenden die Grönegau-Rallye im Gruppe-4-Escort als bestes Youngtimer-Team vor den Gruppe-2-Siegern Heinz-Robert und Martin Jansen im Ascona sowie Darius Drzensla und Manfred Schoder im Escort. 71 der 89 gestarteten Fahrzeuge erreichen das Ziel. Nach schwül-heißen Tagen zeigt sich der Himmel bedeckt mit ganz leichtem Sprühregen um die Mittagszeit; ein kräftiger Regenguss erwischt die frühen Startnummern auf der WP 3, danach herrscht Sonnenschein – auch im übertragenen Sinn, denn der AC Melle meistert die räumlichen und zeitlichen Anforderungen des 150-Wagen-Feldes und bietet den vielen Zuschauern ein sehr guten Service.

Schlesinger gewinnt Retro-Rallye

Mit 59 Startern bietet die 9. ADAC-Retro-Rallye Grönegau den vielen Zuschauern eine weitere Stunde Spaß und Fahrzeug-Historie. Wolfgang und Fabian Michalsky (Alfa Romeo Giulia) aus dem badischen Schutterwald müssen sich nach zwei Grönegau-Siegen diesmal mit dem zweiten Platz begnügen. Die Nordhessen Rainer Schlesinger und Horst Diemer (BMW 2002) zeigen eindrucksvolles Feingefühl an den Lichtschranken und gewinnen mit nur 25 Hundertstelsekunden Abweichung! Hinter Frank und Heike Schneider und Martin Tigges und Holger Große überraschen Martina und Peter Mensching mit Rang 5 bei ihrer erst zweiten Retro-Rallye.

Ergebnis 11. ADAC-Rallye Grönegau

1. Dennis Rostek / Tobias Braun Mitsubishi Evo 10 F1 24:12,9
2. Axel Nörenberg / Colin Neurath BMW M3 E46 CSL F2 21,9
3. Sebastian Wolf / Andreas Luther Mitsubishi Evo 10 F1 29,4
4. Niklas Stötefalke / Jörn Limbach Opel Adam R2 RC4 30,5
5. Philip Schwarz / Andre Riedl Mitsubishi Evo 6 F1 32
6. Jens Brandes / Peter Sebralla Renault Clio III RS F5 46,1
7. Helmut Beckmann / Svenja Beckmann Mitsubishi Evo 8 F1 47,1
8. Uwe Kriegeskotte / Peter Kroll Subaru Impreza STI G8 +1:05,0
9. Matthias Rathkamp / Larissa Knacker Ford Fiesta ST F5 +1:06,0
10. Rolf Petersen / Jürgen Krabbenhöft Mitsubishi Evo 5 C18 +1:25,1
11. Klaus Niermann / Jürgen Sandmeier BMW M3 E36 F4 +1:30,3
12. Axel Potthast / Elmar Pernsch Ford Escort BDA C14 +1:38,0
13. Sebastian Lang / Meike Zettl Ford Fiesta ST F5 +1:47,1
14. Axel Schmitt / Louisa Geitz Mitsubishi Evo 10 F1 +1:48,2
15. Christoph Hilmes / Marius Hassheider  Renault Clio III RS F5 +1:56,1

Ergebnis 9. ADAC-Retro-Rallye Grönegau

1. Rainer Schlesinger / Horst Diemer BMW 2002 ti 0,25
2. Wolfgang Michalsky / Fabian Michalsky Alfa Romeo Giulia 0,75
3. Frank Schneider / Heike Schneider Opel Ascona B 2.4 0,9
4. Martin Tigges / Holger Große Fiat Ritmo 130 TC 1,09
5. Martina Mensching / Peter Mensching Alfa Romeo 145 1,22