Fontane-Rallye mit Czok-Schock

Für den Berliner Ken Milde bedeutet die Fontane-Rallye in Neuruppin sein Heimspiel. 2014 hat er hier gesiegt, in diesem Jahr verfehlt er sein Ziel um drei Sekunden gegen seinen Mitsubishi-Kollegen Mario Czok, der den ersten Gesamtsieg seiner Karriere feiern kann.

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Für den Berliner Ken Milde bedeutet die Fontane-Rallye in Neuruppin sein Heimspiel. 2014 hat er hier gesiegt, in diesem Jahr verfehlt er sein Ziel um drei Sekunden gegen seinen Mitsubishi-Kollegen Mario Czok, der den ersten Gesamtsieg seiner Karriere feiern kann.

51 Teams (nach fünf Absagen) starten zur 19. ADAC-Fontane-Rallye; die Teilnehmer wollen vor allem für den ADMV-Pokal und die ADMV-Meisterschaft Sachsen-Anhalt/Berlin-Brandenburg punkten. Auch zum Rallye Cup Nord zählt die Rallye 35, doch nur fünf „Nordlichter“ reisen in die Kreisstadt an der Autobahn Hamburg-Berlin. 

Die Fontane-Rallye steht ganz im Zeichen des Zweikampfs, den die Zwickauer Mario Czok und Andy Tänczyk im Gruppe-F-Evo 9 und die Berliner Ken Milde und Henry Wichura im Gruppe-CTC-Evo 8 ausfechten. Zum Auftakt feiert die 7 km lange Werder-WP nach vier Jahren Straßen- und Kanalbau ein Comeback mit neuer Ausfahrt, 2 ½ km Schotter-Autobahn längs einer Windrad-Reihe. Czok nimmt Milde satte acht Sekunden ab. Doch der Berliner kontert: Bestzeit mit 1,5 Sekunden vor Czok auf der WP 2, einem 5 km langen Mix auf Asphalt und Betonplatten bei Storbeck, dann Bestzeit auf dem Stadtrundkurs mit fünf Sekunden Vorsprung auf Czok. In der Pause liegt Milde nur eine Zehntelsekunde hinter Czok. Dahinter klafft eine große Lücke, denn Vorjahressieger Andreas Rink hat seinen Subaru auf WP 2 mit defekter Antriebswelle abgestellt und Martin Christ beendet die Rallye nach WP 2 mit defektem Evo-9-Motor.

In der zweiten Schleife baut Czok mit der Bestzeit durch Werder wieder auf 5,8 Sekunden aus, fährt auch auf der Storbeck-Prüfung knapp schneller als Milde, der dann auf dem Rundkurs über fünf Sekunden gut macht. Zum Finale, dem dritten Storbeck-Durchgang, startet Czok mit 1,8 Sekunden Vorsprung – und macht mit seiner vierten Bestzeit alles klar. Der Jubel über ihren ersten Gesamtsieg ist um so größer, weil Mario Czok und Andy Tänczyk schon bei der letztjährigen Fontane-Rallye als schnellstes Team durch den Zielbogen rollten, wegen eines Stempelfehler jedoch nur als Zweite klassiert wurden.

Hinten den zweitplatzierten Ken Milde und Henry Wichura landet – mit 80 Sekunden Distanz – der beste „Zweiradler“. Dirk Knüpfer hat von Schmack den früheren Honda Civic R3C gekauft, setzt ihn als CTC-Fahrzeug ein und fährt mit Jacqueline Heilsberg auf den dritten Rang. Der Sieg in der 2-Liter-Klasse der Gruppe N ist heiß umkämpft zwischen Bernd Knüpfer und Daniel Herzig im Opel Astra GSi sowie Stephan Dammaschke und Winnie Helm im Renault Clio.

Auf der letzten Prüfung gewinnen Dammaschke und seine Freundin – beim ersten Start im Rallyeauto vollauf begeistert – das Duell, Knüpfer/Herzig fallen aus der Wertung, weil bei der Nachuntersuchung Felgen entdeckt werden, die um einen halben Zoll zu breit sind. Torsten Brunke und Paul Stöckel (VW Golf III) werden als Sechste Klassenzweite, auf dem dritten Platz rollen Roland Lanzke und Mathias Rochow (Ford Escort) ins Ziel.

Die gut besetzte 1600-cm³-Klasse sieht einen klaren Sieg der Erzgebirgler Andreas Schramm und Alex Hirsch im VW Polo. Mit einer halben Minuten Rückstand fahren ihre Wittenberger Markenkollegen Uwe Joachim und Yasmine Fritzsche auf Platz 2. Thomas Heise und Daniela Siohl-Döppner gewinnen die 1400 cm³-Klasse im Micra mühelos gegen zwei Trabant.

Relativ stark ist die Gruppe G bei der Fontane-Rallye vertreten, alle vier Teams der „großen“ Klasse G8 fegen sogar im Top-10-Bereich durchs Ruppiner Land. Im Ziel freuen sich Timo Pöhls und Vanessa Dagge (Subaru Impreza) über Platz 5 und Klassensieg, während Ulf Semmelhaack und Jörg Schmidt (Impreza 2,5 Liter) locker wegstecken, dass ihnen eine verschobene Schikane ebendiesen Klassensieg verhindert.

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Noch schneller wuchtet Ronald Kaspar seinen Evo 10 über den Kurs, aber drei „erlegte Schikanen“ bedeuten den Absturz von Rang 4 auf Rang 13. In der Klasse G10 gewinnen die Holsteiner Thomas Klüver und Kerstin Heinze, die Klasse G11 die Lokalmatadoren Sören Nicolaus und Normen Standke im Golf II mit 90 PS.

Bei der Histo-GLP steigen Andreas und Thomas Scheer (Audi Coupé) erstmals ganz oben aufs Siegertreppchen, flankiert von Roy Kunz und Andrea Selzer (Kadett) sowie Andreas Habet und René Gräbner (Golf). Die Scheer-Brüder übernehmen mit diesem Erfolg auch die Führung im ADMV-Histo-Rallye-Cup. 

Ergebnis 19. ADAC-Fontane-Rallye 

1. Mario Czok / Andy Tänczyk Mitsubishi Evo 9 F1 21:45,8
2. Ken Milde / Henry Wichura Mitsubishi Evo 9 C18 +3,2
3. Dirk Knüpfer / Jacqueline Heilsberg Honda Civic FN2 C17 +1:22,9
4. Stephan Dammaschke / W. Helm Renault Clio II RS F5 +2:01,2
5. Timo Pöhls / Vanessa Dagge Subaru Impreza STI G8 +2:10,0
6. Torsten Brunke / Paul Stöckel VW Golf III GTI 16V F5 +2:24,5
7. Norbert Meyer / Patrick Nagel BMW M3 E46 F2 +2:28,5
8. Ulf Semmelhaack / Jörg Schmidt Subaru Impreza STI G8 +2:31,7
9. Uwe Stock / Steffen Sitz Subaru Impreza STI C18 +2:47,7
10. Andreas Schramm / A. Hirsch VW Polo GTI F6 +2:49,1

ADMV-Rallye-Pokal: 1. Milde 1780, 2. Brunke 1711, 3. Nicolaus 1425, 4. Müller 1282, 5.Rößner 1265, 6. Ramonat 1228, 7. Heise 1175, 8. Eichhorst 1125.

ADMV-Meisterschaft Sachsen-Anhalt/Berlin-Brandenburg: 1. Milde 1780, 2. Brunke 1711, 3. Leonhardt 1475, 4. Meyer 1320, 5. Heldt 1265.

Nächste Läufe: AvD-Sachsen-Rallye am 25./26. Mai (Meisterschaft) und ADMV-Osterburg-Rallye Weida am 16. Juni (Pokal)