Voralpen-Rallye: Reindl schnell, aber Noller vorn

Rainer Noller gewinnt im Chiemgau vor Hermann Gaßner – aber erst nach dem Ausfall von Rudi Reindl, dessen Motor auf der vierten Prüfung explodiert.

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Rainer Noller gewinnt im Chiemgau vor Hermann Gaßner – aber erst nach dem Ausfall von Rudi Reindl, dessen Motor auf der vierten Prüfung explodiert.

Die 7. ADAC-Voralpen-Rallye wird von den drei Clubs MSC Priental, SFG Trostberg und MSC Freilassing durchgeführt. Jeder Verein steuert eine Wertungsprüfung bei. In diesem Jahr kommen dabei 35 WP-Kilometer auf neuen Strecken heraus, die allesamt als zügig und fahrerisch interessant bewertet werden. Bei prächtigem Wetter erleben die Fahrer eine Frühlingsrallye mit dem Alpenpanorama als Kulisse. 

Das erwartete Duell zwischen den Mitsubishi-Piloten Rainer Noller und Rudi Reindl verläuft einseitig. Reindl und sein Co und Evo-Besitzer Michael Ehrle setzen sich bereits auf dem ersten 5-km-Sprint um vier Sekunden vom restlichen Feld ab. Auch den Rundkurs und den zweiten Sprint beenden sie mit klaren Bestzeiten und verfügen in der Halbzeitpause über ein 13-Sekunden-Polster. Überraschender Zweiter ist der Lokalmatador Marco Luger (Evo 9) vor Noller, dem zwei Hecktriebler im Nacken sitzen: Vladan Vasiljevic im Porsche Cayman und Junior Hermann Gaßner im Toyota GT86 R3.

Für Reindl und Ehrle kommt das Aus auf der WP 4. „Ohne Vorankündigung hats im 5. Gang einen Riesenschlag getan. Überall war Qualm, aber ich konnte den Evo von der Strecke auf einen Bauernhof lenken“, berichtet Reindl. Der Bauer hat den brennenden Mitsubishi kommen sehen und empfängt ihn mit dem Feuerlöscher in der Hand, so dass der Motorbrand – ein Pleuel hatte Sehnsucht nach der Sonne – schnell gelöscht wird. 

Rainer Noller – „Die erste Prüfung habe ich heute verschlafen“ - und Sarah Hess nehmen Luger sechs Sekunden ab und gehen in Führung, die sie bis ins Ziel erfolgreich verteidigen. Zweite werden Hermann Gaßner und Uschi Mayrhofer mit dem 2-Liter-Toyota GT86, die mit einer starken Bestzeit auf der letzten Prüfung noch an Marco Luger und Lena Öttl vorbeiziehen. Luger dürfte dennoch über die wohl beste Leistung seiner Karriere zufrieden sein.

Knapp am Podium vorbei fährt Vladan Vasiljevic, der 2002 als Zweiter des ADAC-Junior-Cups und Sieger der Polo-Challenge als deutsche Hoffnung galt. Immerhin erreicht er mit Christopher Lihl das beste Cayman-Ergebnis, seit der „kleine“ Porsche im Rallyesport auftaucht. Hinter Martin Kainz und Sandra Hauner kommt der schnellste Gruppe-F-Zweiliter ins Ziel. Christian Allkofer und Kathrin Götzenberger lassen der Konkurrenz keine Chance, auch wenn sich Hansi Retzer und Alessandra Baumann im Honda Civic R mit 14 Sekunden Rückstand wacker schlagen. Wolfgang Stopfer (Honda), Andreas Gründauer und Martin Hartmann (beide BMW 320) belegen die nächsten Plätze in der großen Klasse. Die 1600-cm³-Klasse sieht Marc Schütze und Nadia Hilsenbeck im Civic Vtec vorn. Bei den Gruppe-G-Fahrzeugen setzt sich Jochen Baumhauer im Audi gegen Wolfgang Schwegler im Evo 9 durch, die Pokale in der kleineren Klasse nimmt das Clio-Team Willi Trautmannsberger und Claudia Beckenbauer mit. 

Von den 53 Teams (drei mehr als 2017), die mittags in Grabenstätt gestartet sind, stehen am Abend 44 im Parc Fermé. Sieger bei der Retro-Erstveranstaltung im Chiemgau mit fünf Startern werden Frank Huber und Jasmin Wittemann im Peugeot 306.

Ergebnis Voralpen-Rallye 

1. Rainer Noller / Sarah Hess Mitsubishi Evo 8 F1 20:08,0
2. Hermann Gaßner jun./ Ursula Mayrhofer Toyota GT86 R3 RC3 +6,7
3. Marco Luger / Lena Öttl Mitsubishi Evo 9 F1 +11,0
4. Vladan Vasiljevic / Christopher Lihl Porsche Cayman S F2 +17,5
5. Martin Kainz / Sandra Müller-Hauner Mitsubishi Evo 9 F1 +25,1
6. Christian Allkofer / Kathrin Götzenberger Renault Clio III RS F5 +31,7
7. Max Kern / Franziska Gassner  Mitsubishi Evo 9 C18 +38,6
8. Hansi Retzer / Alessandra Baumann Honda Civic R F5 +45,7
9. Wolfgang Irlacher / Petra Chemnitz Honda Civic R R3 C17 +51,9
10. Jochen Baumhauer / Michael Knese Audi TT RS G8 +56,6