Stormarn-Rallye: Porsche-Sieg und Evo-Debakel

Andreas Dahms und Inka Lerch gewinnen im Porsche 911 die Stormarn-Rallye. Neben ihnen stehen Jens Brandes und Steffi Zorn, beide mit Renault Clio unterwegs, auf dem Treppchen.

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Andreas Dahms und Inka Lerch gewinnen im Porsche 911 die Stormarn-Rallye. Neben ihnen stehen Jens Brandes und Steffi Zorn, beide mit Renault Clio unterwegs, auf dem Treppchen.

Mit der 35. ADAC-Stormarn-Rallye in Trittau bei Hamburg startet der Norden in die „richtige“ Rallyesaison – nach zwei Rundkurs-Events. Bei schönstem Frühlingswetter rollen 34 Teams durch den Startbogen. Das ist nicht berauschend, aber nach dem Krisenjahr 2017 sind die norddeutschen Veranstalter schon mit einer „3“ vorn bei der Teilnehmerzahl zufrieden; außerdem stimmt der Trend nach nur 28 Startern vor zwölf Monaten. 

Im Norden sind die Mitsubishi nicht so zahlreich und nicht so dominierend wie in anderen Regionen. Doch diesmal erleben die Evo ein Fiasko: Favorit Martin Schütte bekommt seinen Evo 7 nicht fertig, Uwe Broda verstaucht sich den Fuß um und muss auf den Start im Evo 9 verzichten, Dennis Rostek stellt seinen Evo 10 vor der WP 2 mit technischen Problemen ab und an Rolf Petersens Evo 5 löst sich auf der WP 1 der Turboschlauch, so dass der Vizemeister von 1985 im Rentnertempo bis zur Halbzeitpause tuckert. Danach zeigen Petersen und Co Jürgen Krabbenhöft mit zwei dritten Zeiten, was sie mit 72 und 68 Jahren noch drauf haben.

Auch für einen anderen Mitfavoriten endet die kurven- und kuppenreiche WP 1 anders als geplant. Olaf Müller fliegt im Opel Adam R2 bei zügigem Tempo von der Piste; er kann zwar weiter fahren, aber – ratlos über den Abflug – schafft er nur Top-10-Zeiten statt Top-3-Zeiten. Wenn sich so viele Konkurrenten früh verabschieden, dann sollte Andreas Dahms mit seinem Porsche Carrera den Sieg locker nach Hause fahren; schließlich ist die Stormarn-Rallye sein Heimspiel, vom Ziel der WP 1 in Sprenge kann man in den Vorgarten des 53-jährigen Kfz-Meisters spucken. Doch ganz so einfach läuft es für Andreas Dahms und Inka Lerch nicht. 

Steffi Zorn fährt Bestzeit

Die Bestzeit auf der WP 1 wird überraschend für Steffi Zorn im Renault Clio II (Gruppe F) notiert. In der kurzen WP 2 muss sich Dahms die Bestzeit mit dem Niedersachsen Jens Brandes im Clio III, ebenfalls Gruppe F, teilen. Und auf dem dritten Sprint bei Bargteheide liegen lediglich vier Zehntel zwischen Dahms und Brandes. Die zweite Schleife beginnt Dahms mit einer Bestzeit, die um 3,5 Sekunden besser ist als die zweitbeste Zeit von Brandes, doch der Clio Pilot revanchiert sich mit zwei Bestzeiten, jeweils wenige Zehntel vor Dahms. Steffi Zorn und Thomas Puls können ihrem Clio-Kollegen nicht folgen, halten aber ihren starken dritten Platz bis ins Ziel.

Nach den zwei Sprint-Schleifen gibt es zum Abschluss noch den Rundkurs Stemwarde, der mit 10 km Länge ebenso lang ist wie die drei kniffligen Sprints zusammen und mit seinen langen Geraden den PS-starken Autos entgegen kommt. Andreas Dahms und Inka Lerch lassen nichts anbrennen, fahren der Konkurrenz beim Finale um 20 Sekunden davon und feiern den Stormarn-Gesamtsieg. Jens Brandes und Peter Sebralla werden Zweite, gewinnen die 2-Liter-Klasse – und Jens Brandes hat wohl die beste fahrerische Leistung seiner Rallye-Laufbahn gezeigt.

Nur knapp hinter Steffi Zorn landen Matthias Rathkamp und Larissa Kracker im Fiesta auf dem vierten Rang, während Uwe und Ninette Harms im BMW M3 einen Klassensieg schaffen, nachdem ihre M3-Kollegen Holger Hey und Jörg Dumke für zwei erlegte Schikanen eine Strafminuten kassieren. Timo Pöhls und Vanessa Dagge gewinnen im Subaru Impreza die Gruppe G und Olaf Müller fällt noch der sechste Gesamtrang in den Schoß, weil die WP 1 wegen Problemen bei der Zeitnahme – schon wieder in Holstein – nachträglich neutralisiert wird.

Von den 34 Autos sehen 29 das Ziel in Basthorst. Unter den 18 Teams der Retro-Rallye gelingt dem Bremer Ehepaar Uwe und Angela Niesmann (Opel Corsa B) ein erster Sieg, gefolgt von den Westfalen Wolfgang Rosteck und Hannes Kramer (Golf I) sowie Meike Peters und Hans Röhrs (Golf II).

Ergebnis 35. ADAC-Stormarn-Rallye 

1. Andreas Dahms / Inka Lerch Porsche 911 Carrera C18 16:12,3
2. Jens Brandes / Peter Sebralla Renault Clio III RS F5 +22,7
3. Stephanie Zorn / Thomas Puls Renault Clio II RS F5 +45,3
4. Matthias Rathkamp / Larissa Knacker Ford Fiesta ST F5 +48,6
5. Uwe Harms / Ninette Harms BMW M3 E36 F4 +1:06,9
6. Olaf Müller / Christian Lemke Opel Adam R2 RC4 +1:11,8
7. Timo Pöhls / Vanessa Dagge Subaru Impreza STI G8 +1:20,4
8. Helmut Kannenberg / H. Wawrzyniak BMW M3 E36 F4 +1:24,5
9. Michael Meyer / Daniel Rohde VW Golf II GTI 16V F5 +1:36,3
10. Holger Hey / Jörg Dumke BMW M3 E36 F4 +1:43,5