Werra-Meißner-Rallye: Überraschung durch Dennis Rostek

Bei der Werra-Meißner-Rallye, dem ersten Lauf in der Nord-Region des DMSB Rallye Cups, erleben die Zuschauer einen spannenden Kampf zwischen Dennis Rostek im Evo 10 und Konstantin Keil im Citroen DS3, den der Mitsubishi-Pilot mit vier Sekunden Vorsprung gewinnt.

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  • Dennis Rostek und Tobias Braun im Mitsubishi Lancer - Foto: Nils Pfennig

Bei der Werra-Meißner-Rallye, dem ersten Lauf in der Nord-Region des DMSB Rallye Cups, erleben die Zuschauer einen spannenden Kampf zwischen Dennis Rostek im Evo 10 und Konstantin Keil im Citroen DS3, den der Mitsubishi-Pilot mit vier Sekunden Vorsprung gewinnt.

Die ADAC-Werra-Meißner-Rallye rund um Weißenborn führt über drei Schleifen mit je drei Prüfungen, wobei zwei Prüfungen – bekannt und anspruchsvoll - in der Weißenborner Gemarkung stattfinden. Als dritte Prüfung kommt erstmals die Landstraße zwischen Renda und Ulfen dazu, sehr schnell, aber durch einige Mutkurven und blinde Kuppen nicht reizlos. Während der Rallye herrscht sonniges und trockenes Wetter, doch leichter Regen in der Nacht sorgt für rutschige Stellen überall dort, wo die Teilnehmer beim Cutten feuchten Dreck auf den Asphalt befördern. 

Diese Bedingungen beeinflussen auch den Spitzenkampf. Konstantin Keil, diesmal mit Björn-Martin Handor auf dem Beifahrersitz, ist mit dem 240 PS starken Citroen DS3 der schnellste Mann auf den – relativ sauberen – Landstraßen. Er gewinnt alle drei Durchgänge im Rendatal, führt das nur 30 Fahrzeuge umfassende Feld anfangs an. Doch Dennis Rostek und Tobias Braun können den Traktionsvorteil des Evo 10, den Hermann Gaßner persönlich nach Nordhessen gebracht hat, auf den winkligen Wirtschaftswegen gut nutzen.

Der frühere Rundstreckenfahrer Rostek, erst im letzten Sommer zum Rallyesport umgestiegen, gewinnt dreimal die Schlierbachwald-WP und einmal den Rundkurs Weißenborn. Der Kampf zwischen Keil und Rostek bleibt bis zum Schluss spannend, doch Rostek rettet einen kleinen Vorsprung von 4,2 Sekunden ins Ziel. Konstantin Keil: „Eine tolle Rallye. Mit meiner eigenen Leistung bin ich voll zufrieden. Wenn es nicht ganz so rutschig gewesen wäre, wäre Platz 1 möglich gewesen.“ 

Pech für Schuhej

Mit dreißig Sekunden Rückstand fahren die Zwickauer Mario Czok und Andy Tänczyk im Evo 9 auf Platz 3. Czok hat durch einen Patzer in WP 3 rund 25 Sekunden eingebüßt, sonst wäre aus den Duell sogar ein Dreikampf geworden, denn Czok holt sich in Weißenborn immerhin zwei Bestzeiten. Riesenpech hat der hohe Favorit Jörg Schuhej. Ein „Zivilist“ fährt in Weißenborn gegen seinen Mitsubishi und beschädigt den Kühler – Schuhej muss seinen Evo schon vor dem Start aufladen.

Sein Sohn Marcel rettet die Familienehre. Marcel Schuhej und Lars Schmitt setzen sich in der 2-Liter-Klasse der Gruppe F im Honda Civic gegen die Routiniers Klaus Osterhaus und Uwe Mausbeck im Toyota GT86 durch; nur 16 Sekunden liegen nach 64 WP-Kilometern zwischen ihnen. Klaus Osterhaus: „Gute Wertungsprüfungen, exakt eingehaltenen Zeitplan, sympathische Organisation.“

G11-Colt auf Platz 7

Insgesamt 13 Sekunden mehr brauchen die Klassendritten, Hannes Arndt und Christof Wagner im Ford Fiesta; doch eine Strafminute für zwei Schikanenfehler vergrößert den Abstand deutlich. Philip Schwarz und Pierre Wenning fahren mit dem G11-Mitsubishi Colt auf einen fast unglaublichen siebenten Gesamtrang. Horst und Benjamin Schmidt schaffen im Compact-BMW einen Klassensieg bei den 3-Liter-Fahrzeugen, nachdem Thüringen-Meister Nick Heilborn in der WP 3 von der Strecke gerutscht ist. Christoph Wackernagel und Steven Dietzsch gewinnen die 1600-cm³-Klasse im Suzuki Swift und sind mit Rostek, Schuhej und Schmidt erste Spitzenreiter im DMSB Rallye Cup. 

19 von 30 Startern sehen das Ziel; diese mageren Zahlen sind der Wermutstropfen beim Auftakt zum DMSB Rallye Cup, denn sowohl die Werra-Meißner-Rallye als auch der Cup hätten eine bessere Beteiligung verdient. 

Zur Retro-Rallye treten 23 Teams an. Diesen Wettbewerb gewinnen die Westfalen Wolfgang Rosteck und Hannes Kramer (VW Golf I) vor den Norddeutschen Marc Schmidt und Andreas Kuhr (VW Polo Coupé) und dem besten hessischen Team, Thorsten naumann und Tanja Kiphenn im BMW 318.

Ergebnis ADAC-Werra-Meißner-Rallye

1. Dennis Rostek / Tobias Braun Mitsubishi Evo 10 F1 37:54,4
2. Konstantin Keil / Björn Handor Citroen DS3 R3T RC3 +4,2
3. Mario Czok / Andy Tänczyk Mitsubishi Evo 9 F1 +30,1
4. Marcel Schuhej / Lars Schmitt Honda Civic R F5 +2:21,3
5. Klaus Osterhaus / Uwe Mausbeck Toyota GT 86 F5 +2:37,4
6. Hannes Arndt / Christof Wagner Ford Fiesta ST F5 +3:50,1
7. Philip Schwarz / Pierre Wenning Mitsubishi Colt G11 +4:24,9
8. Kevin Heiderich / Maurice Naumann BMW M3 E36 F2 +4:30,5
9. Horst Schmidt / Benjamin Schmidt BMW 323ti E36 G4 +4:32,6
10. Mike Czekalla / Tim Jünger Honda Civic R F2 +4:35,4


Zwischenstand DMSB Rallye Cup – Region Nord:
1. Rostek, Schuhej, Schmidt, Wackernagel, je 25 Punkte; 5. Osterhaus, Dulleck, Potthast je 18; 8. Arndt, Bießmann je 15, 10. Keil 12,5. 

Zwischenstand DMSB Rallye Cup – Region Süd: 1. Färber, Brocker, Hansen, Petto, Schmitz, je 25 Punkte; 6. Bieg, Müller, Schumann, Krüger, Bannwarth, Schulz je 18.

Die nächsten Läufe: Rallye Hessisches Bergland am 24. März (Nord), Oster-Rallye Tiefenbach am 31. März (Süd)